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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Erziehmigsflrinripien.

sich entweder auf ihn vererben, oder er wird sich solch einer Nicht-Erziehung gegenüberbald auf seine eigenen Füße stellen; wird etwas aus ihm, so haben seine Erzieher keinVerdienst, wohl aber sind sie dafür verantwortlich, wenn nichts aus ihm wird. Mög-licherweise kann aber die Erziehung eine gewiße Einheit und Bestimmtheit in Bezugauf ihre Zwecke und Mittel haben, ohne daß wir doch eigentlich von einem Prineipreden könnten, wenn es nämlich bloß die Gewohnheit des Herkommens ist, dein manfolgt, wo es sich nur darum handelt, daß der Knabe einmal sein Brod, das Mädcheneine Versorgung findet, und hiezu die nun einmal gangbaren Wege eingeschlagen wer-den, daneben auch einige Cultur des Betragens zum Surrogat der sittlichen Erziehunggemacht, d. h. ebenfalls als Mittel zu jenem Lebenszweck behandelt wird. In diesemSinne kann man wohl von einer industriellen, materialistischen, egoistischen Erziehung,aber nicht von einem dergleichen Prineip reden, weil dieses immer etwas vom Geisteklar aufgefaßtes sein muß. Schon näher sind einem solchen diejenigen gekommen, diesich für die Erziehung Maximen gebildet haben. Eine Maxiine ist ein auf partiellenUmfang beschränkter Grundsatz, also wohl eine Art von Prineip, aber nur dazu dienlich,um nach irgend einer Seite hin das Verfahren einheitlich zu machen, es zu regeln,weit nicht ausreichend, um für alle pädagogischen Probleme eine feste Norm zu geben,daher sehr oft diejenigen, die sich auf ihre Erziehungsmaximen große Stücke einbilden,zwar im einzelnen streng und conscquent sind, daneben aber für anderes gar kein Ge-merk und Verständnis haben. Maximen können auch relativ wahr und brauchbar sein,d. h. unter Umständen, unter localen, individuellen Voraussetzungen sind sie ganz ge-eignet, wo aber jene fehlen, sind sie falsch. So haben sie auch viel mehr subjectivesGepräge an sich; sie sind der Ausfluß eines Charakters, sind das Resultat hestimmterErfahrungen, die man persönlich gemacht. Ein Prineip dagegen, obwohl es sich demoben Gesagten zufolge nicht andemonstriren läßt, macht dennoch auf objective, universelleWahrheit Anspruch, ähnlich einem Axiom in der Mathematik. Zwischen Maximenkönnen wir möglicherweise noch eine Wahl haben, können sie (wie dies SchleiermachersMethode in seiner Erziehungslehre ist) gegen einander abwägen und sie auszugleichenversuchen; für ein Prineip aber, das wir als das wahre erkannt haben, müßen wirallgemeine Anerkennung fordern. Zn einem solchen nun muß die Erziehung gelangen,wenn sie ein einheitliches Verfahren, und die Pädagogik, wenn sie Wissenschaft sein will.Wie aber gelangt sie dazu? Sowohl der Art.Erziehung" als der Art.Ethik' hatdarzuthun, daß das pädagogische Prineip nie ein anderes sein kann als das ethische;denn die Erziehung soll aus dem Zögling nichts anderes machen, als was er aus sichselbst zu machen, wozu er sich selbst zu erziehen hat, das aber ist seine sittliche Be-stimmung, von deren Erreichung schließlich der Werth jedes menschlichen Individuumsabhängt. Wofern wir daher in dem Sinn, in welchem gewöhnlich von einem päda-gogischen Prineip die Rede ist, ein solches aufstcllen wollten, müßte es materiell dasselbesein, was die Ethik als oberstes Moralgesetz ausspricht; was das letztere als sittlicheForderung jedem einzelnen vorhält, der er in sich selbst durch seinen Willen in seinemSinn und Wandel Genüge thun soll, das hält das pädagogische Prineip jedem Er-zieher als das Ziel vor, dem er seinen Zögling zuführen soll, dein also schon von An-fang alle pädagogischen Maßregeln conform sein, zu dem sie sich wie Mittel zum Zweckeverhalten müßen. Allein so ausschließlich von der Ethik ist die Pädagogik nicht ab-hängig. Wie die Ethik selber, um nicht in einen gesetzlichen Formalismus zu fallen,auf eine psychologische Basis zurückgehen muß, in welcher sowohl ihr Zweck, das ob-jective Gute, seine subjcctive Wurzel, seine sittliche Möglichkeit findet, als auch ihreMittel als menschliche Seelenkräftc vorhanden sind, nicht minder aber auch das Objectgegeben ist, das erst cthisirt werden soll: ganz eben so, nur noch specieller ausgeprägt,hat die Pädagogik ihren Ausgangspunct in der Psychologie; sie muß ja das Objectkennen, das erzogen werden soll. Das scheint nun einfach Sache der Empirie zu sein;man beobachtet das Kindesleben, vergleicht mit den eigenen Erfahrungen diejenigen, dievon andern gemacht sind, und gelangt so zu einer bestimmten Ansicht. Aber um auch