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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Ehrenrechte.

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.Oberschulrath" verliehen. Auch einzelne ältere Lehrer haben in S.-Weimar undS.-M einin gen den Schulrathstitel erhalten. Man sieht, daß sich auch auf diesemFelde die deutsche Mannichfaltigkeit nicht verleugnet. H. Kern.

Ehrerbietung, f. Achtung.

Ehrgefühl, Ehrtrieb, Ehrliebe, Ehrbegierde, Ehrgeiz, Ehrsuchtsämmtlich Bezeichnungen eines subjectiven Verhaltens zu einem objectiven sittlichen Gut,deren Scala zugleich das Uebergehen des Sittlichen an jenem Verhalten ins Unsittliche,das Umschlagen des Erlaubten ins Unerlaubte, des Natürlichen ins Leidenschaftliche ver-anschaulicht. Jenes Gut ist die Ehre; wir werden zuerst den ethischen Werth derselbenzu bestimmen haben, um das richtige pädagogische Einwirken auf das Streben nachdiesem Gut ins Licht setzen zu können.

I. Die Ehre nimmt unter den Gütern, die für den menschlichen Willen ein Objectbilden und als einzelne Momente des höchsten Gutes von der Moral anerkannt werdenmüßen, einen der höhern Plätze ein (Daub, System der theol. Moral, II, I, S. 194nennt sie das relativ höchste der Güter), aus dem dreifachen Grunde, weil sie 1) einschon vorhandenes irgendwie sittlich bestimmtes Gemeinschaftsleben voraussetzt (vgl. Fichte,System der Ethik, H, 1, S. 111: .der Ehrtrieb ist die unwillkürliche, durch den stetsin uns wirkenden Gesclligkeitstrieb hervorgebrachte Abhängigkeit unsres Selbstgefühlsvom Urtheil anderer, und der ebenso unwillkürliche Trieb, diesem zu genügen;" S. 112:dieser Trieb deutet auf die tiefe, unauflösliche Verflechtung hin, die die Einzelnen durch-dringt, auf das innerliche über-empirische Bezogensein der Geister auf einander, da jedersogar im Eigensten, was er besitzt, im Selbstgefühle, unwillkürlich dem Einflüsse fremdenBewußtseins hingegeben ist");weil sie 2) niemals mit Gewalt errungen werden kann,sondern immer auf freiwilliger Anerkennung des persönlichen Werthesberuhtsvgl.A.H elf-ferich, die Schule des Willens, Berlin 1858, S. 45); und weil sie 3) ihrem Wesen nachdurchaus immateriell ist; sie ist ein geistiges Gut, das seine Realität im Gemüth undin der Phantasie hat, das eben darum als ein Gut selbst demjenigen, d. h. seinemNamen, noch zukommt, der vielleicht längst gestorben ist und somit persönlich keinen Ge-nuß mehr davon hat. Hieraus begreifen wir, warum es bei der Ehre so viel aufZeichen derselben, auf Symbole ankommt, eben weil sie als etwas immaterielles einesBildes bedarf, um in die Erscheinung zu treten. Der Reiche bedarf nicht nothwendigsymbolischer Zeichen, die seinen Reichthum bekunden; legt er aber Werth auf solche,so geschieht es schon, weil er neben dem Reichthum, wenn auch vielleicht bloß wegendesselben, auch Ehre haben will; begehrt er diese Zugabe nicht, so ist er ein Knicker.Ehre dagegen kann keiner haben, ohne daß sich dieselbe in einem Symbol sichtbarmachte; ists auch kein Titel, keine Uniform, kein Mandarinenknopf, so ists doch, daßich den Hut vor ihm abziehe. Eben hierin liegt aber auch die Gefahr, daß auf dasSymbol statt auf die Sache selber der Hauptwerth gelegt wird; will man bloß das

Zeichen, ohne daß man sich um die Sache selber bemüht, oder bemüht man sich um

die Sache bloß wegen der angenehmen Empfindung, die das Zeichen derselben in unserregt, dann ist die Ehre zur Puppe der Eitelkeit gemacht (s. d. Art.) und damit ent-wertet. Die Sache selbst aber, das Gut, das wir Ehre nennen, ist von zwei Seitenzu betrachten: 1) sofern die Ehre, uin als Gut wirklich zu sein, demjenigen, dein sie

dies sein soll, erst erwiesen, und um erwiesen werden zu können, erst gegen ihn em-

pfunden werden muß, empfunden nämlich als Wirkung des Eindrucks, den wir tief imGemüth von einer Person, einer That, einem Werk empfangen haben; und 2) sofernderjenige, dein Ehre in irgend einer Art widerfährt, dieselbe ebenso wirklich als einGut empfindet und genießt. Beide, der Ehrende und der Geehrte, müßen für einanderfühlen; erst aus dieser Correspondenz zweier subjectiven Stimmungen, für die somitin beiden die Empfänglichkeit vorhanden sein muß, entspringt die Ehre als ein Gut,als reeller Besitz, ähnlich wie die Freundschaft, nur daß die Stimmung zu dieser undin dieser anders modisicirt ist. In erster Beziehung ist Folgendes zu bemerken. Daßich einen Menschen ehre, das fühle ich; der Ausdruck .Ehrerbietung fühlen" ist hiefür