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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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Ehe.

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also die Personen und ebendamit auch imxlioits die Kinder, die aus ihrer Vereinigunghervorgehen, zmn Mittel herabgesetzt und zwar für welche oft so erbärmlichen Zwecke!Allein es wäre zu viel gesagt, wollte man darum die Erziehung in einer Convenienzehezu einer nothwendig schlechten prädcstiniren. Eine Frau, deren Liebe zmn Manne viel-leicht eine sehr kühle ist, kann dennoch das Kind, das sie ihm geboren, mit der vollenInnigkeit eines Mutterherzens lieben; dasselbe gilt vom Manne. Und wenn in solchemFalle die Erziehung unter der Sprödigkeit, die die elterlichen Gemüther trennt, aller-dings schwer nothleiden kann, so ist es doch ebenso auch denkbar, daß gerade im Kindeauch die einander noch fernen Elternherzcn sich näher kommen, sich begegnen, daß dasKind erst der Engel ist, der die Liebe ins Haus bringt. Wenn freilich die Entfrem-dung sich dadurch nicht hebt, sondern das Heranwachsende Kind von dem einen Theildazu mißbraucht wird, mit ihn: Partei zu nehmen gegen den andern (in welchen: Falle,der Polarität der Geschlechter gemäß, meist die Töchter zum Vater gegen die Mutter,die Söhne zu dieser gegen jenen stehen): da wird nicht nur ein Fehler in der Erziehung,es wird ein Verbrechen an der Ehe wie am kindlichen Herzen begangen. Wo aberauch die Neigung mit voller Kraft und Tiefe vorhanden ist, bedarf sie, um nicht fehlzu gehen, immer noch der ruhigen nüchternen Prüfung nach dem Maßstabe, den dasSittengesetz darbietet. Berthold Auerbach führt in seinemBarfüßele" eine Mutter-em, die ihrem auf die Brautschau ausgehendem Sohne vortreffliche praktische Regeln mit-giebt, damit er ganz in sonorst» wisse, worauf er seine Beobachtung zu lenken habe;was aber irgend in dieser Beziehung gesagt werden mag, was als empfehlende undwillkommene Eigenschaft die Wahl bestimmen oder als übles Attribut von derselben ab-schrecken soll: es darf immer zugleich als gutes oder schlechtes Prognostiken für dieFähigkeit zur Erziehung betrachtet werden. Einen Trunkenbold, auch Isvioris innonlns,sollte keine rechtschaffene Jungfrau heirathen: würde sie auch den Ekel an den: häßlichenGesellen überwinden, so soll sie ihren Kindern es nicht zu leide thun, ihnen einenVater zu geben, den sie verachten müßen, oder sie in die so große Gefahr zu bringen,daß sie das Laster erben (das sich übrigens, wie so manches andere, oft vom Vaternicht auf den Sohn, sondern auf den Enkel überträgt), oder daß sie, im Rausch erzeugt,lebenslang das Siegel davon in körperlicher und geistiger Schwäche an sich trage::.*)Ein Mädchen aber, das unpünctlich ist, d, h. auf Kleinigkeiten nicht achtet, einen Fleck anihren: Kleid, einen Papierfetzen, der auf dem Boden liegt, den Staub auf der Kom-mode u. s. w. gar nicht gewar wird oder unbekümmert alles das läßt, wo es ist, wirdauch als Mutter unreinlich, unpünctlich, salopp sein; wogegen die eitle Närrin ihreKinder wie aufgeputzte Affen auf die Straße senden und wie Ballettänzer in: Salonauftreten lassen wird. Dies nur als Exempel für den allgemeinen Grundsatz, daß, wasden Gatten unglücklich macht oder doch unbefriedigt läßt, auch die Erziehung schlechtinacht. So weit freilich wollen wir die pädagogische Rücksicht nicht auf die Gatten-

*) Derb ist dieser Punct erörtert von'Erasmus in einer Stelle seinerchristlichen Ehe-Institution/ verdolmetscht durch Joh. Herold, Straßb. 1542 Bl. 6DXIX b., welche wir statteigenen weiteren Eingehens hersetzen.Wie wohl die christlich Lehr alle Seelen gleich schätzet,so ist doch nit wenig daran gelegen, in was Teig des Leibs sie verknetet werde. Dann, daßwir etliche sehen, die von Natur jähzornig, rachgierig, niedrig, ist zum meisten Theil offenbar,daß es von des Leibs Armut erwachset. Darum, wo wir dem Ausrechnen der Natur Glaubengeben, so erwachset nit allein, daß etwa etliche Kinder von Mangel wegen der Eltern blind,lahm, stumpff an Gliedern, schäbig oder sonst wunderbarlich gestaltet geboren werden, sondern daßauch daher kommt, daß etliche toll, unverständig Narren und zu großen Uebeln geneigt sind.Volle Zapfen gebären gemeiniglich tolle Esel; was bewegtere Leut sind, erzeugen zornmüthige;gefräßige henken die fallende Sucht der Frucht gern an. Was Speikatzen und leichtfertig Leutssindj, die gebären gern Saufbuben und Böswicht. (Das Orig, sagt hier bloß: seurriliterineptientss s8>8nuutj Isves et usguum.) Darum auch ihr christenlichen Eheleut, wöllet ihr Fleißhaben, Kinder zu gebären, so schicket Euch mit Leib und Gemüth also, daß ihr wünschen undhoffen möget Kinder, die eures Gleichen seien."