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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Dramatische Aufführungen.

deutsche Briefe S. 103). lieber die Aufführung eines Terenzischen Stückes in dieserSchule berichtet ausführlich I. A. Voigt, Mittheilungen über das UnterrichtswesenEnglands und Schottlands (Halle 18S7) S. 93 f. Auch in England ist die Sittealt. Schon Franz Bacon, der Zeitgenosse Shakespeare's vertheidigte und empfahl sie an-gelegentlich. In dem Werke cks aagoisntis soisntiarum VI. 4, x. 183 (sck. Vrg-nool.1665) rühmt er die in den Schulen getriebene aotio tllsatrslis, wie folgt: msinorininroborat, voois st xronantintionis tonum atgus skLoaois,iii tsinxsrnt, vnltum st Zsstumall cksooruin ooinxonit, liluoiam rwn parvnni vonoilis-t, ctsni^us ooulis llowinumjuvsnss asuslaoit. Während in England die von gewichtigen Auctoritäten gegendie Sitte erhobenen Bedenken bis heute unbeachtet geblieben sind, ist man in Deutsch-land nicht zweifelhaft, daß alle die Vortheile, durch welche dramatische Aufführungen inden verschiedenen Zeiten von ihren Pflegern und Vertretern empfohlen worden sind, durchbei weitem größere sittliche Nachtheile überwogen werden. Schon unter den Humanistendes 16. Jahrhunderts erhob sich, allerdings als fast alleinige Ausnahme, HieronymusWolf, der bekannte Rector zu Augsburg, gegen dergleichen Schauspiele. Er führte mitRecht an, daß die Schüler dadurch zerstreut unterweilen die übrigen Studien vernach-läßigtcn. Ganz abgesehen von dem Verluste, der auf das Abschreiben und Einstudirender Rollen, sowie der auf die Proben verwandten Zeit, wird in dem Gemüthe desSchülers eine Leidenschaftlichkeit erregt, die sich mit der stillen Sammlung und Con-centration seiner Geisteskräfte auf würdigere Objecte des Lernens nicht verträgt. Wiedie Vorbereitung wochenlang alle Sinne und Gedanken gefangen nimmt, so wird sichauch nachher die erregte Phantasie nur allmählich wieder in das alltägliche Geleis zu-rückführen lassen. Von Kotzebue ist bekannt, daß er, statt seine Lehrstunden zu be-suchen, zu Mitschülern schlich, um Pläne zur Aufführung von Komödien zu machen.Was von ihm erzählt wird, daß ihn alle ernste Arbeit anekelte, dürfte auch heute dieFolge bei vielen unserer Schüler sein. Bei Kotzebue führte jene Neigung zum Lust-spieldichter, wie es bereits im 17. Jahrhundert häufig geschehen war, daß Jünglinge, dieauf den Brettern der Schulbühnc mit Erfolg aufgetreten waren, Schauspieler-Truppensich anschlossen, die wirklich in jener Zeit meist aus Studenten bestanden. So harmloses ist, wenn die Jugend, von einem natürlichen Nachahmungstriebe geleitet, sich gernverkleidet, um die eigene kleine Persönliches in einer fremden Rolle in allen möglichenGrößen erscheinen zu lassen, wohl gar auch in geselligen Spielen bis zur extemporirtenDramatisirung sich versteigt, so nachtheilig ist alles Vorbereitete und Einstudirte. DieJugend hat den Trieb, an einen Charakter sich anzulehnen, der zu ihrer Individualitätstimmt. Die Bildungsmittel der Schule bieten ihr aber auch genug der edlen Ge-stalten aus allen Zeitaltern, aus denen »ein jeder sich seinen Helden wählen" kann.Wollten die theatralischen Aufführungen diesem Triebe Rechnung tragen, so müßtendie Rectoren am Ende es machen, wie Christian Weise, der seine Stücke jedesmal fürbestimmte Schüler schrieb und die Rollen den vorhandenen Personen anpaßte. Sonstist es doch unvermeidlich, daß auch Charaktere dargestellt werden müßten, die nur durch dieKunst des Verstellend zu ihrer Wahrheit gelangen können. Wunderbar genug bedientsich Franz Bacon a. a. O. zur Verteidigung dramatischer Aufführungen in Schulendes Beispiels des Vibulenus bei Tacit. Ann. I. 22, der mit großer Beredsamkeitden pannonischen Legionen eine grobe Lüge vorgetragen und sie so zum Aufstand gegenihren Feldherrn aufgewiegelt.Ills vsro rsm totarn ts-nguain labulurs in sosna,xsrsgit." Mit Recht bemerkt Raumer (Gesch. der Pädagog. I. S. 349. f.):Warumhat der sonst so scharfsinnige Mann sein Beispiel nicht vielmehr als schlagend gegentheatralische Aufführungen der Schüler gebraucht, zum Beweis, daß diese Aufführungen garleicht von einem mimischen Scherz aus zu einer nur zu ernsten Virtuosität im Lügen undVerstellen führen können?" Man hat zu verschiedenen Perioden die dramatischenAufführungen hauptsächlich durch die Vortheile empfohlen, die sie für die gesellige Bildunggewähren, indem sie an ein unbefangenes und geziemendes öffentliches Auftreten ge-wöhnen. Ich brauche die schönen Worte nicht zu wiederholen, welche Döderlein (Reden