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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Dramatische Aufführungen.

Dorfschule, s. Landschule.

Dramatische Aufführungen. Nachdem schon im Mittelalter die Mönche an Stif-tungstagen der Klöster und an Gedenktagen der Heiligen geistliche Komödien mit ihrenSchillern aufgeführt hatten, wurde es unter dem Einflüsse der wieder belebten Wissen-schaften am Ende des 15. und zu Anfänge des 16. Jahrhunderts allgemeine Sitte, inden lateinischen Schulen die Komödien des Terenz und zum Theil auch des Plautusdurch Schüler darstellen zu lassen. Wenn daneben auch frühzeitig griechische Auffüh-rungen erwähnt werden, namentlich die Dialoge des Lucian und einzelne Stücke desAristophanes, so behielten doch, da es dabei hauptsächlich auf Fertigkeit im Latein-sprechen abgesehen war, die lateinischen Dramen den Vorrang. Insbesondere warTerenz, der bis ins 18 . Jahrhundert hinein wunderbar genug für den rechten Sitten-lehrer galt, der Lieblingsschriftsteller der Humanisten. Die Reformatoren hatten inihrer Schulordnung das Auswendiglernen des Terenz ausdrücklich empfohlen.D. Ccl-larius fragte vr. M. Luther um Rath: Es wäre ein Schulmeister in Schlesien, nichtungelehrt, der hätte ihm furgenommen ein Komödien im Terentio zu agiren; Viel aberärgerten sich dran gleich als gebührte einem Christenmenschen nicht solch Spielwerk ausheidnischen Poeten. Was er vr Lutherus davon halt? Da sprach er: Komödien zuspielen soll man um der Knaben in der Schule willen nicht wehren, erstlich daß sie sichüben in der lateinischen Sprache; zum andern daß in Komödien feinkünstlich erdichtet,abgemalt und gestellet werden solche Personen, dadurch die Leute unterrichtet und einjeglicher seines Amtes und Standes erinnert und vermahnet werde, was einem Knecht,Herrn, jungen Gesellen und Alten gebühre und für die Augen gestellt aller DingeGrad, Aemter und Gebühren, wie sich ein Jeglicher in seinem Stande halten soll, wiein einem Spiegel. Zudem werden darinnen beschrieben und angezeigt die listigen An-schläge und Betrug der bösen Bälge u. desgl., was der Aeltern und jungen Knaben Artsei, wie sie ihre Kinder zum Ehestande ziehen und halten, wenn es Zeit mit ihnen ist re.Solches wird in Komödien furgehalten, welches denn sehr nutz und wohl zu wissen ist."(Luthers Tischreden, herausgeg. von Förstemann und Bindseil. Berlin 1848. Bd. IV,S. 593.) Die kursächsische Schulordnung von 1580 sagte ausdrücklich:vlunti stTsrsntü ooinosäius sollen sie die Knaben jährlich spielen lassen und solchergestalt sie andas zierliche Lateinreden gewöhnen." Der berühmte Rector Joh. Sturm in Straßburgwollte, daß das Schultheater keine Woche lang unbenützt bliebe und daß die Schauspielerin der vriuiu Losoii sein sollten. Er ließ alle Stücke des Terenz ohne Ausnahmespielen, daneben Plautus und Aristophanes. Dasselbe that Georg Rollenhagen inMagdeburg und viele andere Rectoren der damaligen Zeit. Obwohl es nicht an ein-zelnen Stimmen fehlte, die auf die sittlichen Gefahren hinwiesen, die von diesen Stückender Jugend drohten, so fand sich doch die große Mehrzahl der Humanisten, unter denenes Männer von der höchsten Strenge des Glaubens gab, mit der sittlichen Frage leichtab. Neben Terenz wurde durch das ganze 16. und 17. Jahrhundert in den Schulenauch eine große Zahl neulateinischer Dramen zur Aufführung gebracht, die von denHumanisten verfaßt waren. Es genüge hier außer an Reuchlin und Celtes, die darindie Vorbilder wurden, an Xystus Betulins, Naogeorg, Macropedius, Nicodemus Frischlinund Martin Heineccius zu erinnern. Der ursprüngliche Zweck der Schulbildung wurdedabei zu dem allgemeineren sittlicher und kirchlicherBildung erweitert. Manbearbeitete vorzugsweise biblische Stoffe aus dein Alten und Neuen Testamente oderverfaßte kirchliche Tendenzstücke, die unmittelbar in die großen Kämpfe der Reformationeingriffen. Da man sich aber bald überzeugte, daß man, um auf das Volk zu wirken,deutsch reden müße, entstand neben jenen lateinischen Dichtungen ein vollständigesdeutsches Drama, das aus der Bibel und dem Kampfe der Reformatoren entlehntvon der lebendigsten Theilnahme des Volkes getragen wurde und sich hauptsächlich alsSchulkomödie ausbildete. Luther mochte es gerne sehen, daß die Thaten Christi inden Schulen, lateinisch und deutsch, ordentlich und unverfälscht zusammengestellt, aufge-führt werden xroxtsr rsi msmoriam st uösotum jnnioribns anZsnckuin. Da er sogar