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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Dispensation.

Domschulen.

gemäß ihre Richtungen und Neigungen auseinander, und desto berechtigter ist es, wennder Lehrer nicht völlig gleiche Forderungen an die häusliche Thätigkeit der Einzelnenstellt, theils um keinen zu überfordern, theils um zu Lieblingsbeschäftigungen Raumzu lassen. H. Kern.

Dlstrictsschnle», s. Schulbezirk.

Domschnlcn nannte das Mittelalter Bildungsanstalten, welche in engster Ver-bindung mit den Domstiftern stehend zunächst die Bestimmung hatten, diejenigen, welchein den Dienst der Kirche treten sollten, für denselben durch wissenschaftlichen Unterrichtund fromme Hebungen vorzubereiten, nebenbei aber auch dazu dienten, solche, die fürweltliche Thätigkeit einer höhern geistigen Ausrüstung bedurften, bis zu einer gewissenStufe emporzuführen. Die Entwicklung dieser Anstalten hat natürlich mit der Ent-wicklung des kanonischen Lebens in innigem Zusammenhänge gestanden, und wie mandabei bis auf Augustins Institute für geordnete Bildung der Kleriker zurückgehen kann,so darf man bis in die letzten Zeiten des Mittelalters herabgehen, wo freilich von denkanonischen Instituten nur noch einzelne Formen übrig waren und auch die Domschulenfast überall entweder eingegangen waren, oder nur noch ein Scheinleben führten.Immerhin haben diese Anstalten eine reiche Geschichte, wenn neben ihnen auch dieKloster schulen (s. d. Art.), bei vieler Aehnlichkeit in den Einrichtungen und Zielen,noch Größeres geleistet haben. Indem wir die speciellercn Ausführungen auf eine um-fassendere Darstellung (Mittelalterliches Schulwesen) verspüren, bemerken wiran dieser Stelle nur Folgendes. Für die Geschichte der Domschulen lassen sich fünfPerioden annehmen. 1) Zeitalter der Begründung kirchlicher Ordnungen- bei den ger-manischen Völkern: Schulen an den Bischofssitzen in Italien und Spanien, in Englandund im Merowingerreiche, Concilienbeschlüsse für Bildung des Klerus (z. B. in Toledo531, 633), Regel Chrodegangs von Metz (Oap. äs xnsris nntrisnäis onstoäisnäisgns).2) Zeitalter der Carolinger: Karls d. Gr. Capitulare von 789, Anordnungen derAachener Synode von 802, umfassende Thätigkeit des Hrabanus Maurus (z. B. äsinstitntions olsi-ioornra) , zahlreiche Domschulen im westfränkischen wie im ostfränkischen/Reiche, die, unter sich in lebhaftem Verkehr, mannigfache schriftstellerische Bemühungenfür den Unterricht (die Glossen), ausgedehntere Beachtung der Classiker, Pflege derlateinischen Poesie sich zur Aufgabe machten. 3) Zeitalter der sächsischen Kaiser undder ersten Capetinger (Gerbert): Blütezeit der Domschnlcn, besonders auch im nord-westlichen Deutschland (Utrecht, Hildesheim, Paderborn). 4) Zeitalter des Verfalls (seitder Mitte des 11. Jahrhunderts): Auflösung der kanonischen Institute, Zerrüttung derKirche durch den Kampf mit der weltlichen Macht, Entwicklung der Universitäten.5) Zeitalter der großen Umgestaltungen: die Brüder vom gemeinsamen Leben, derHumanismus auch in den Domschulen (zu Münster), die Reformation re. Bon den-jenigen Schulen des protestantischen Deutschlands, welche den Namen Domschulen be-halten haben (Magdeburg, Halberstadt) ist hier nicht zu reden. Die Einrichtungdes Unterrichts in den Domschulen bestimmte sich, wie aller Unterricht des Mittel-alters, nach den zwei Lehrgängen des Drivnun (Grammatik, Rhetorik, Dialektik) undHnaäiiviuin (Arithmetik, Geometrie, Astronomie, Musik), jener die allgemeine Bildungdes Geistes erstrebend, dieser auf Unterweisung in den gegenständlichen Erkenntnissengerichtet. Dabei Einführung in die Bibel und die Kirchenlehre, Anleitung zu liturgischenLeistungen. Das Leben der Zöglinge war ein klösterliches Zusammenleben, auch nochin späterer Zeit (61srioi sollolarss äs oainsra zum Unterschiede von solchen, die amUnterrichte der Domschule Theil nahmen, ohne im Domkloster zu wohnen). ZurLiteratur: Hannos^, äs solrolis oslsbrioribus 8. a darolo N. 8. post snnäsrn inOooiäsnts instanratis. Uar. 1672. 8ts11asrt st van äsr Hasxllsn, äs l'in-strnotion xnbligns an rno^sn a§s. VIII ° an XVI° sisols (Preisschrift im 23. Bde. derBrüsselerAkd.). Osanarn, 1a eiviUsation olllötisnns ollsx IssUi'anes. u. 1849. Meyer,Gesch. des Hamburg. Schul- und Unterrichtswesens im M.-A. H. 1843. Krabbe,Nachrichten über die höheren Lehranstalten in Münster. M. 1852. H. Kümmel.