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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Direktor.

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zu befördern und zu beleben, darin, daß er nicht bloß selbst ein anregender Lehrer ist,sondern auch seine Collegen so zu bestimmen weiß, daß sie die Schüler nicht bloß mitwissenschaftlichen Arbeiten in Beschlag nehmen, sondern auch die Gemüther derselbenmit Interesse für die Wissenschaften erfüllen. Alles, was der Director thut, um denUnterricht zweckmäßiger zu gestalten, das dient auch dazu, den sittlichen Geist zubeleben; während umgekehrt an einer Schule, an der der Unterricht im großen undganzen nichts taugt, nothwendig auch die Disciplin verfällt. Auch die sittliche Haltungder einzelnen Classen steht in direetem Verhältnis zu der anregenden Kraft des Unter-richts der betreffenden Lehrer. Von allen Unterrichtsgegenständen wirken aber diejenigenam meisten auf die Sittlichkeit, die am tiefsten in das Gemüth eingreifen, und daherhat der Director vor allem darauf zu sehen, daß der Religionsunterricht gut ertheiltwird, und hat ihn, wenn es irgend möglich ist, in einzelnen Classen selbst zu über-nehmen.

Zu den positiven Mitteln, durch welche der Director auf den sittlichen Geist derSchule einwirken kann, gehören ferner auch alle Veranstaltungen, in welchen die Schuleals ein lebendiges Ganzes auftritt und daher der einzelne Schüler als Glied einer-lebendigen Gemeinschaft erscheint. Denn durch alle solche Veranstaltungen wird derSchüler, der mit Interesse daran Theil nimmt, aus seiner Jsolirtheit herausgehobenund in ein edles Gesammtleben versetzt, worin der Grund und das Ziel aller gesundenSittlichkeit zu finden ist. Ich rechne zu solchen Veranstaltungen schon die gemeinschaft-lichen gymnastischen Uebungen und gemeinschaftliche Spaziergänge und Turnfahrten;sodann Rede- und Gesangfeierlichkeiten und Schulfeste aller Art, auch öffentliche Prü-fungen; endlich auch und ganz besonders die gemeinschaftlichen Andachten, mit denender Unterricht eröffnet wird, eben so auch, wo es Sitte ist, die gemeinschaftlichen Kirchen-besuche und die gemeinschaftliche Abendmahlsfeier. Weiß der Director diese Feierlich-keiten so einzurichten, daß die Schüler mit ganzein Herzen dabei sind, so dienen siewesentlich dazu, den allgemeinen Geist der Schule zu beleben; während sie dagegenmehr schaden, als nützen, wenn sie als bloß mechanische Formen festgehalten oder aucherst eingeführt werden. Es kommt dabei auch sehr auf den Geist der Stadt an, inwelcher die Anstalt sich befindet. Es giebt Städte, in welchen z. B. der Besuch desöffentlichen Gottesdienstes noch ziemlich allgemeine Sitte ist; in diesen wird sich auchder gemeinschaftliche Besuch der Kirche von Seiten der Schüler und unter Aufsicht derLehrer als heilsam erweisen und der Director wird in diesem Falle diese Sitte denSchülern zur Pflicht zu machen haben; dagegen würde es etwas bedenkliches haben,die Schüler in solchen Städten zum Besuche des öffentlichen Gottesdienstes zu zwingen,wo die Eltern dem Mehrtheil nach selbst die Kirche nicht besuchen und den Kirchen-zwang hassen.*)

Doch die erwähnten positiven Mittel zur Belebung der Sittlichkeit der Schülerwürden in sehr vielen Fällen allein nicht zureichen, um in einer Anstalt so zu sageneine sittliche Atmosphäre zu erhalten. Das sinnliche und bestimmbare Gemüth derJugend unterliegt zu leicht bösen Einflüssen, die von außen an dieselbe herankommen,und bedarf daher der äußeren Aufsicht, der Zucht und Gewöhnung. Auch dieser mehrabwehrende Theil der Schuldisciplin muß sich in der Hand des Directors concentriren.Er hat dafür zu sorgen, daß die Schüler auch in ihrem häuslichen Leben möglichst insolche Verbindungen kommen, in denen sie nur gute Beispiele vor Augen haben. Dieauswärtigen Schüler z. B. dürfen keine Pension beziehen, zu der der Director nichtseine Genehmigung ertheilt hat. Der Director hat auch sonst ein wachsames Augeüber das häusliche Treiben der Schüler zu halten und verkehrten Richtungen, denen

*) Andererseits darf in solchen Fällen der Religionsunterricht es nicht versäumen, den Segender kirchlichen Gemeinschaft und die Pflicht der lebendigen Theilnahme daran den Schülern nahezu legen, und wenn die Lehrer den Religionsunterricht hierin nicht namentlich durch ihr Beispielunterstützen, so laden sie große Schuld auf sich. D. Red,