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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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Direetor.

Organisator seiner Schule in Goldberg dadurch, daß er feinen Geist durch eine trefflicheLehrtätigkeit in die Seelen der Schüler überzupflanzen wußte. Er hatte das Talent,seinem Vortrage Leben, Anschaulichkeit und Deutlichkeit zu geben und bediente sich zudiesem Behuf besonders der Kunst des Sokratisirens oder, wie er es ausdrückte, desKatechisirens und Examinirens mit einer solchen Geschicklichkeit, daß er das Interesseder Schüler im höchsten Maße zu fesseln wußte. Auch Jacob, Spilleke, Ilgen, demdie Schulpforte zu Anfang dieses Jahrhunderts ihren Nus verdankt, galten als trefflicheLehrer. In der That ist es auch nicht denkbar, daß der Director die Seele der ganzenAnstalt sei, ohne daß er selbst als Lehrer lebendig wirkte Das A und O der Bildungs-anstalten ist und bleibt der Unterricht, von dem Unterricht gehen Kenntnisse, Bildung,ja selbst die wahre Gesittung der Schüler aus; und diesen Nerv der Bildungsthätigkeitsollte der Director nicht berühren? Vielmehr ist der Unterricht die freiste Thätigkeit,durch welche er seinen Geist auf die Schüler übertragen und sich ihnen als eine bestim-mende Kraft geltend machen kann (anders in Belgien s. d. Art. S. 506).

So viele Stunden, als die anderen Lehrer, wird der Director natürlich nicht gebenkönnen, weil er noch durch viele andere Geschäfte in Anspruch genommen wird. Istdie Zahl der Classen der Schule und daher auch das Lehrercollegium groß, so möchten12 wöchentliche Stunden für ihn das maximum sein. Was für Stunden er übernimmt,das wird sich einestheils wohl nach seinen wissenschaftlichen Studien und Vorkenntnissenrichten; anderntheils aber dürfte er es sich nicht nehmen lassen, in solchen Gegenständenzu unterrichten, die in das Gemüth und den Geist der Schüler am tiefsten eingreifen,namentlich den Unterricht in der Religion und in der deutschen Sprache und Literatur,auch die Interpretation classisch vollendeter Werke des Alterthums. Am natürlichstenist es, daß er in der obersten Classe unterrichtet, um den zur Universität abgehendenSchülern die letzte wissenschaftliche Weihe ertheilen zu helfen. Aber es ist sehr zweck-mäßig, daß der Director auch in den übrigen Classen stets einige Stunden ertheilt undin dieser Beziehung möglichst oft wechselt. Es ist dies besonders auch um deswillenwünschenswert!), damit er die Classen und die einzelnen Schüler hiedurch genauerkennen lerne, als es durch bloße Jnspectionen, durch Revision der Classenbücher, Durch-sicht der Extemporalien, der Censuren und durch die Urtheile der Lehrer in Conferenzenund sonst möglich ist. Denn je genauer der Director die einzelnen Schüler kennt, destoeingreifender wird seine Wirksamkeit auf die ganze Anstalt und namentlich auch auf dieDisciplin. In der sittlichen Haltung der Schüler liegt der wahre Werth der Schule.Kenntnisse, Fertigkeiten und Verstandesbildung sind ein sehr misliches Gut für denMenschen, wenn sich nicht eine sittliche Gesinnung damit verbindet. Aller Unterrichtund alle Beschäftigungen der Schüler haben zum wichtigsten Zweck, in ihnen eine klareund kräftigfreie sittliche Gesinnung zu erzeugen. Daher hat es der Director als seineHauptaufgabe zu betrachten, einen Geist sittlicher Reinheit und Ordnung unter denSchülern zur Herrschaft zu bringen und sich daher an die Spitze aller Unternehmungenzu stellen, die dazu dienen können, einen solchen Geist hervorzubringen und zu nähren.Es kann aber der sittliche Geist entweder mehr auf eine positive Weise, nämlich durchUnterricht und geistige Gemeinschaft, oder auch mehr negativ durch Abwehrung schäd-licher Einflüsse und durch Bestrafung der vorkommenden Vergehungen erhalten werden.Das Hauptmittel der positiven Disciplin ist der Unterricht selbst. Ist der Unterrichtwie er sein soll, so fesselt er das Interesse der Schüler und regt sie zum Fleiße an.Aber Aufmerksamkeit in den Stunden und ein aus dem lebendigen Interesse für dieSache entspringender häuslicher Fleiß hält die Schüler nicht bloß von allem Unsittlichenab, sondern ist auch in sich selbst etwas vollkommen sittliches und die Quelle von vielenTugenden; denn wenn die menschliche Seele einer so idealen und vortrefflichen Thätig-keit, wie die Beschäftigung mit den Sprachen und Wissenschaften ist, mit reinem Interessesich hingiebt, so macht sie sich zum Träger eines Allgemeinen und entäußcrt sich ihrersubjectiven Eigenheit; und darin liegt das Princip aller Sittlichkeit. Daher bestehtauch das Hauptmittel des Directors, den sittlichen Geist der von ihm geleiteten Schule