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damals war es die Zeit, da er mit seiner schlechten Liturgie überall bei den Frommenim Lande auf Widerstand stieß, und da nun die Opposition gegen Denzel von Gegnernder neuen Aufklärung herrührte, so war ihm der Schutz des Staatsoberhauptes sicher;die Kläger mußten sich zufrieden geben. Für die Schullehrer in der Umgegend hielter, wie es kurz zuvor der preußische Schulrath Zeller im Auftrag der Regierung inHeilbronn gethan hatte, Vorträge über die pestalozzische Methode. Auch durch kleineschriftstellerische Arbeiten für die Schule hat er von jener Stelle aus zu wirken gesucht.Als nun 1811 das erste Schullehrerseminar in Württemberg errichtet wurde, erschien D.als der geeignetste Mann, die erste Organisation und fernere Leitung desselben zuübernehmen. Die Aufgabe war aber eine schwierige, denn die ökonomische Ausstattungder neuen Anstalt in Eßlingen muß eine über alle Begriffe geringe gewesen sein. Mitden Lehrstellen waren noch andere Aemter verbunden; so hatte auch Denzel noch einregelmäßiges Pfarramt in der Stadt zu versehen, damit die Pfarrbesoldung deckte, wasdas Seminar zu wenig hatte; die Seminaristen wohnten nicht in einem Gebäude bei-sammen, sondern waren bei Bürgern einquartiert, und die Stadt selbst war von der Ehre,das Seminar zu besitzen, wenig erbaut, weil ihr die Auflage gemacht wurde, daß sieaus ihren Ortsstiftungen jährlich 2100 fl. zum Seminar beisteuern mußte, währendder Staat nur 200 fl. dazu gab. Man kann dieses unglaubliche Verfahren nur durchdie Erinnerung einigermaßen entschuldigen, daß es die Zeit war, in welcher unseresouverän gewordenen Staaten unter der eisernen Faust ihres corsischen Protectors darniederlagen und ihre beste Kraft ihm opfern mußten; das nicht weniger ausgesogene Preußenhat gleichzeitig durch die Stiftung der Berliner Universität doch andern Ernst undMuth bewiesen. Wer unter diesen Fatalitäten, namentlich auch unter der Ueberzahl derZöglinge, die man doch nicht gehörig beaufsichtigen konnte, am meisten litt, war Denzel,der sich darüber noch 1836 in der Schrift: „Erfahrungen und Ansichten über die Be-rufsbildung der Volksschullehrer" S. 25 ff. eingehend ausgesprochen hat. Als denschlimmsten aller Uebelstände bezeichnet er es dort (S. 28), daß man in Bezug aufdie Lehrzeit „den alten Zuschnitt wie bei jedem Handwerk beibehalten habe", wonachder Junge von der Confirmation weg, also im 14. Lebensjahre, in die Lehre, d. h.ins Seminar, und nach 3 Jahren als Geselle in eine Schule eintrat, um als Lehrerzu fungiren, so daß also, wie D. sagt, „die Anstalt ihre Schüler viel zu frühe ab-geben mußte, als daß diese gehörig durchgebildet und mit der nöthigen Lehrfertigkeitausgcstattet, hätten dasjenige leisten können, was man, unbillig genug, von der neuenEinrichtung erwartete; so kam es, daß die Anstalt in den ersten Jahren an Crediteher verlor als gewann, und nachdem sie 1811 mit 75 Zöglingen eröffnet wordenwar, 1816 deren nur noch 45 zählte." Zu diesem Mangel an Credit trug freilich
auch bei, daß in den frommen Kreisen, bei den Geistlichen und vielfach unter demVolk die Besorgnis verbreitet war, das Seminar bringe den künftigen Volsschullehrerneine nicht mehr wahrhaft christliche Bildung bei und flöße ihnen im Zusammenhängedamit einen unerträglichen Standeshochmuth ein, den die alte Vorbildungsweise, dieJncipienz bei Schullehrern, von ihnen ferne gehalten habe. Keins von beiden warDenzels Meinung und Absicht, und vielfach stellten sich jene Besorgnisse zum mindestenals übertrieben, ja gehäßig heraus. In dem Religionsunterricht, welchen D. gab, wiein den erbaulichen Vorträgen, die er öfters am Sonntag Nachmittag den Seminaristenmit ebensoviel Wärme und Innigkeit, als verständiger Klarheit hielt, stellte er sichimmer auf den festen Boden positiven Christenthums und viele seiner Schüler habenihm gerade in dieser Beziehung ein dankbares Andenken bewahrt. Es sind gelegent-lich von ihm gehaltene Predigten vorhanden, aus den Jahren, nachdem das Pfarramtihm längst abgenommen war, in denen sich, wenn auch in der Sprache der Zeit, derseine theologische Bildung angehört hatte, aber warm und nachdücklich ein auf dieSchrift sich gründender, evangelischer Glaube ausspricht (s. Worte des Glaubens undder Hoffnung, — einige Kanzelvorträge, Stuttg. 1835). Einer Emancipation derSchule von der Kirche, wie sie jetzt verstanden und gefordert wird, würde er niemals