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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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Denzel.

Deutsches Reich.

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zugestimmt haben. Höchster Anerkennung aber ist es werth, daß D. sich nicht ent-muthigen ließ und so allmählich auch für das Seminar bessere Zeiten herbeiführte, indenen es mit andern deutschen Seminaren glücklich wetteifern konnte und sich im Landeselber immer mehr Vertrauen und Respect errang. Durch das Schulgesetz von 1836 wurdeeiner Menge von Uebelständen in der ganzen Organisation und dem Betrieb desSchulwesens im Lande abgeholfen, die auch drückend auf das Seminar zurückgewirkthatten. Des Predigtamtes wurde D. schon 1817 enthoben; 1824 gab man ihmeinenweiteren wissenschaftlich gebildeten Lehrer bei, so daß von da an das Seminar außerdem Vorstand 6 Lehrer besaß, worunter 2 Theologen waren.

Eine erfreuliche Genugthuung war es für D., daß im I. 1816, infolge einerehrenvollen Empfehlung von Seiten des Kirchenraths vr. Schwarz in Heidelberg (Ver-fassers der bekannten Erziehungslehre) die herzoglich nassauische Regierung ihn berief,um zunächst einen Lehrcurs für Schullehrer zu halten (s. Bd V. S. 27) und 1817das Seminar zu Idstein einzurichten (vergl. über dieses Bd. X, S. 115), woher ihmder Titel eines herzogl. nassauischen Schulraths geblieben ist. Man wollte ihn dortfesthalten, die Liebe zur heimatlichen Anstalt, diesem seinem Schmerzenskind, überwogaber so sehr, daß er nur zeitweiligen Urlaub nahm, so lange es für obige Zwecke noth-wendig war. Württemberg ehrte ihn 1830 durch Verleihung des Kronordens, 1832durch ven Titel und Rang eines Prälaten. Verheirathet war er seit 1806 zuerst mit einerTochter des Landschaftseonsulenten Hochstetter in Stuttgart, welche 1821 starb, sodann seit1823 mit einer Tochter des Stuttgarter Professors Stochdorph, welche ihn überlebte.Beide Ehen waren kinderlos. Die Liebe, die er eigenen Kindern nicht erweisen konnte,hat er in vollem Maß auf seine Schüler übergetragen. Seine ganze Persönlichkeithatte etwas überaus freundliches und Vertrauen erweckendes, dabei etwas feines undfast vornehmes, wahrhaft würdevolles, das Respect einflößte, aber auch in strafendemErnste tief erschüttern konnte. Die Geselligkeit in und außer dem Hause hat er gernegepflegt, namentlich auch als Freund und Kenner der Musik. Den von seinen Semi-naristen unter Leitung des tüchtigen Musikdirectors Frech veranstalteten Concerten wid-mete er große Aufmerksamkeit, hat auch zu einer größeren Composition desselben (derFrühling") den Text gedichtet. Sein Tod wurde durch eine kurze, anfangs sehrschmerzliche Krankheit, Entzündung der Gedärme, herbeigeführt.

Von seinen schriftstellerischen Arbeiten ist außer den oben erwähnten kleinerenSchulschriften als sein Hauptwerk zu nennen seineEinleitung in die Erziehungs-und Unterrichtslehre für Volksschullehrer", zum erstenmal vollständig in 3 Theilen 1820erschienen, nachdem einzelne Partien schon früher von ihm bearbeitet worden waren.Der erste Theil enthält nach Vorausschickung einer populären Anthropologie, die Grund-linien der Erziehungslehre, in welcher das letzte Capitel den Elementarunterricht (Stoff,und Methode) behandelt; der zweite Theil hat die Volksschule zum Gegenstand (Wesen,Geist und Ziel derselben, Verfassung, Organisation des Unterrichts, das Schulhalten);der dritte Theil, der zwei Bände Mt, stellt dann im einzelnen sämmtliche Lehrfächerin der Weise dar, daß jede Abtheilung des Buches den Unterricht in allen, einer Alters-classe (von 6.8., 8.10., 10. 12., 12.14. Jahr) zufallenden Gegenständen vor-zeichnet. Ein neues Princip hat, wie am Anfang bemerkt, Denzel nicht aufgestellt;aber durch die verständliche, gewissenhafte und maßvolle Reproduction der pädagogischenErrungenschaft seiner Zeit ist das Buch einer Menge von Lehrern trefflich zu stattengekommen. Palmer.

Deutsches Reich. Als in unserer Zeit erfüllt wurde worauf zu harren undzu hoffen viele deutsche Herzen nicht aufgehört hatten, die Wiederaufrichtung des deut-schen Reichs, da waren bald die Blicke vornehmlich auch auf die Jugend gerichtet: siemußte die rechten Früchte des endlich Errungenen, um sie einst zu genießen und ihrerwerth zu sein, in sich selber zeitigen helfen, und vorbereitet werden, es mit den neuenAufgaben für das Vaterland aufzunehmen. So trat die Schule und alle öffentliche'Erziehung anders und bestimmter als vorher in den Dienst der nationalen Idee. Die