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Denzel.
so bedurfte es doch ganz besonders in jener Zeit, in welche Denzels Wirksamkeit fiel,gerade solcher Männer, die mit praktischer Tüchtigkeit und Emsigkeit eine Art wissen-schaftlichen Kleinhandels verbanden, um unter oft recht ungünstigen äußeren Verhältnissenund mangelhaften Einrichtungen den ihnen anvertrauten Jünglingen und dem deutschenLehrstand insgesammt höhere Anschauungen von ihrem Beruf und ein höheres Interessefür denselben beizubringen, überhaupt die Kluft zwischen der so hoch gesteigerten Theorieund einer noch weit zurückgebliebenen Praxis mehr und mehr auszufüllen. Denzelwurde deshalb,zunächst unter dem württembergischen Lehrstand, als pädagogische Auctoritäthoch verehrt; und daß ihm auch in weiterem Kreise die Anerkennung nicht fehlte, dafürmag, außer seiner Berufung zu auswärtigen Diensten, wovon unten die Rede seinwird, nur noch das eine angeführt werden, daß ihm im I. 1838, noch kurz vorseinem Tode, Diesterweg den ersten Band einer neuen Auflage seines „Wegweisers fürdeutsche Lehrer" dedicirte, was zusammt dem Vorwort zugleich als Apologie Denzelsgegen die Angriffe Fr. Thierschs auf die damaligen Bewegungen in der deutschenSchulwelt (in dessen Werk über die gelehrten Schulen) dienen sollte. Einen ehrendenNachruf hat ihm A. Hauber im Namen des württembergischen Volksschulvereins ge-widmet, dessen Vorstand Denzel gewesen war (derselbe ist abgedruckt in den von Bührer,Eisenlohr u. a. herausgegcbenen „Blättern aus Süd-Deutschland für das Volks-erziehungs- und Volksunterrichtswcsen," 1839. Heft 1.); einen ausführlichen Nekrologschrieb sein College am Seminar, Prof. Hochstetter (abgedruckt ebendaselbst S. 359 ff.und im „Neuen Nekrolog der Deutschen" von 1839. I. Weimar 1841 S. 21 ff.).
Denzel hat, wie so viele andere Schulmänner, seinen Studienweg als Theolog ge-macht und die Seminare in Denkendorf, Maulbronn und Tübingen durchlaufen. Erbeschäftigte sich in diesen Jahren gewissenhaft und mit lebendigem Interesse zuerst mitden philologischen, philosophischen und mathematischen Studien; in theologischer Be-ziehung war hernach auf ihn, wie auf die Mehrzahl seiner theologischen Studiengenossender Einfluß Storrs von entscheidender Bedeutung fürs ganze Leben. Das war diejenigeTheologie, welche den positiven Gehalt des Christenthums vor dem Untergang in denGewässern des Rationalismus zu ihrer Zeit dadurch rettete, daß sie jenen Gehalt selbst,soweit dies irgend möglich war, dem Verstand zurechtlegte; auf diesem Weg erschien esden Theologen nicht mehr als etwas schwieriges, die pädagogischen Tendenzen derZeit, obgleich deren Spitzen sich unverkennbar wenigstens gegen Kirche und kirchlichesChristenthum wendeten, in sich aufzunehmen, ohne mit ihrem Glauben und Gewissenin Zwiespalt zu gerathen. Nach Vollendung der Universitätsjahre gieng D. als Haus-lehrer einer Kaufmannsfamilie nach Frankfurt a. M.; so sehr aber dieser Beruf seinerNeigung entsprach, folgte er dennoch willig einer Zurückberufung, um einen alten Oheimals Pfarrgehülfe zu unterstützen. Im I. 1802 suchte man für eine Gemeinde imCanton Schaffhausen einen jungen Hülfsprediger; das Stuttgarter Consistorium empfahlihn zu dieser Stelle; denn daß die Gemeinde reformirt, Denzel lutherisch war, machtebeim damaligen Stand der Dinge in Kirche und Theologie nicht die mindeste Schwierig-keit. Bedeutsam wurde dieser Aufenthalt in der Schweiz für D. insbesondere dadurch,daß derselbe ihm die Gelegenheit bot, einmal Pestalozzi in Jfferten aufzusuchen. DieWirkung kam bald zu Tage, nachdem ihm 1806 in der Gemeinde Pleidelsheim, unweitMarbach am Neckar, das Pfarramt übertragen worden war. Fünf Jahre hat er dortverlebt, eifrigst seinem Beruf in allen Theilen obliegend; freilich, soweit sich diese Thätig-keit auf die Schule bezog, hatte er vorerst wenig Dank davon. Er wollte, vielleichtetwas zu jugendlich rasch, die pestalozzische Methodik auch zu Nutz und Frommen seinerOrtsschule verwerthen; das aber war nicht nach dem Geschmack seiner Bauern, undam wenigsten nach dem Geschmack des alten Schulmeisters, der sich in die Neuerungennicht finden konnte oder wollte. Es kam so weit, daß der Pfarrer direct beim Königverklagt wurde, während eine nicht unbedeutende, intelligentere Minorität treu zu ihmhielt. Nun war zwar König Friedrich sehr wenig bedenklich, einen Pfarrer oder Be-amten wegen der kleinsten ihm mißfälligen Sache zu entlassen oder zu versetzen; aber
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