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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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18
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18 Denkübungen. Denzel.

gegebenenRandbemerkungen rc." Mühlhausen I. 1843. II. 1850 viel Licht gebendesgesagt; Otto in seinen Arbeiten, Lüben (Grundsätze und Lehrgänge für den Sprach-unterricht. Lcipz. 1855) und L. Wangemann (der elementarische Sprachunterrichtdurch die drei Stadien des Sprechens, Schreibens und Lesens. Leipz. 1855) undFerd. Strübing (Nehms Stilübungen. Essen 1858) haben sehr gute Lehrbücher undHülfsmittel zur Behandlung des Denkübungsunterrichts in der angegebenen Richtungverfertigt. Es ist also hier nicht nöthig, daß wir uns auf Entwurf eines Stufen-ganges von neuem einlassen; es genügt auf jene zum Theil meisterlichen Arbeiten zuverweisen.*) W. Thilo t-

Denunciationssystem, s. Angeberei.

Denzel, Bernhard Gottlieb, geb. zu Stuttgart am 29. Dec. 1773, gestorben alsVorsteher des Eßlinger Schullehrerseminars am 13. Aug. 1838, ist einer der Männergewesen, die, vom pädagogischen Drang ihrer Zeit erfüllt, ihre ganze Kraft und eineunermüdete Arbeit darauf verwendeten, das deutsche Schulwesen innerlich und äußerlichzu heben. Wiegt auch bei Denzel das Verdienst der praktischen Thätigkeit entschiedenvor, während ihm als Theoretiker jene Originalität der Ideen abgieng, durch welcheso manche andere Schüler und Nachfolger Pestalozzi's die Erziehungs- und Unterrichts-wissenschaft wesentlich vertieft und erweitert haben, wie er auch hinter dem ihm ammeisten congenialen Niemeher in Bezug ans allgemeine Gelehrsamkeit zurück stand:

*) Wir geben den obigen Artikel bis hieher wörtlich wieder, wie er seiner Zeit aus der Federdes verewigten Verfassers geflossen ist, weil die darin niedergelegten Ansichten und Grundsätze auchheute noch nach ihrer kritischen wie positiven Seite hin von wesentlicher pädagogischer Bedeutungsind. Unbestreitbar ist, daß auch der Verstand in der Schule geübt werden muß, gleichwie dasAnschauungsvermögen solcher Hebung bedarf; Streit ist nur darüber, ob für die Uebung des letzte-ren ein förmlicher Anschauungs- und für den elfteren ein Unterricht im Denken Lurch besondereUebungen statt zu finden habe, d. h. ob es überhaupt nöthig und dem Kindesalter angemessen sei,in eigenen Stunden ein gewißes elementares Anschauungs- und Denkmaterial zuzubereiten. Wasnun den Anschauungsunterricht als Fach betrifft, so ist bekannt, welche Einwendungen gegen den-selben von psychologischem Standpunkt aus gemacht werden, und darf hierüber auf die betr.Artikel in der Encyklopädie wie auf den in Schmid's Pädagog. Handbuch S. 37 f. befindlichen um somehr verwiesen werden, als in allen zugleich auch das Verhältnis von Anschauen und Denken zurSprache kommt. Die Denkübungen als solche sind schon früher nahezu außer Curs gekommen,und darauf wird man ja wohl verzichten mäßen, in der Schule elementare Logik zu treiben, wennman auch nur bedenkt, daß das Grundelement der Logik: derBegriff", auch für erwachseneSchüler das Allerschwerste ist, was dem Abstraktionsvermögen zugemuthet werden kann, währendallerdings derSchluß" seine Seiten hat, die sich schon beim Unterrichte Jüngerer wenigstens bei-spielsweise verwerthen lassen. Gäbe es freilich ein Mittel, die Köpfe der Kinder elementarisch sovorzubereiten, daß von nun an jeder ihnen zugebrachte Gedanke sich ebenso normal ablagerte, wiedie behauenen Steine an einem Bauwesen, dann wäre das Beibringen von neuen Kenntnissen einleichtes Geschäft. Aber der Geist des Kindes ist nicht ein Boden, der an und für sich zur Auf-nahme- und Ablagerungsfähigkeit hergerichtet werden könnte, sondern denken lernt der Mensch erstdurch die Gedanken, die ihm beigebracht werden mäßen, die erfahrungsmäßig man denke an dieAufsätze oft recht schief in den lernenden Köpfen zu liegen kommen, und erst durch längereUebung bildet sich an der Hand des Materials, welches zur Verarbeitung gegeben wird, ein gesetz-mäßiges Denken, was aber erst lange noch nicht ein Denken der Denkgesetze selbst, lange noch keinebewußte Logik ist. Vermöchten wir Alten uns deutlicher zu erinnern, wie es in unserer Gedanken-welt zugieng, als wir zu lernen begannen, so würden wir desto leichter darauf verzichten, dasjenigewas wir durch allmähliches Abstrahiren als Denkgesetz errungen haben, also ein posterius, zumprius für das Lernen der Kinder machen zu wollen. Nachdenken d. h. die Bemühung, einen mit-getheilten Gedanken sich anzueignen, und Wiedergeben des Gedankens in angemessener Form, sinddie zwei wesentlichen Uebungen des elementaren Denkens, von welchem aus der Schüler zu derFähigkeit gebracht werden kann, hernach auch selbst Gedanken zu bilden und darzustellen, und inder methodischen Hinführung zu diesem Ziele haben die mit dem sonstigen materiellen Unterrichtverbundenen Denkübungen zu bestehen, daher sie sich auch am häufigsten mit dem Sprachunterricht(s. den Art.Deutsche Sprache in der Volksschule") verknüpfen lassen. D. Red.