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läßt sie mit Bestimmtheit in Verbindung mit der Rochow'schen Richtung erscheinen undunterscheidet sie von den strengen Pestalozzianern, welche den Unterrichtsstoff lediglich imInteresse der Entwicklung und Uebung der Kraft in Verarbeitung genommen wissenwollen. Mit Recht fragten die Gegner: Wozu eine Propädeutik in Kenntnissen,welche eben den Inhalt des Gegenstandes selbst ausmachen, für den man propädensirte?
Wie später in der Bilderfabrikation zu Eßlingen, Magdeburg, Berlin und ander-wärts und in der Bildertafelbetrachtung und Besprechung (Goltzsch, Einrichtungs- undLehrplan rc. S. 62.) die Basedow'sche Richtung, zunächst im Dienste des Taubstummen-unterrichts, wieder auftauchte, so war sie früher schon in dem seiner Zeit als Preis-schrift gekrönten „theoret. und prakt. Handbuche für unmittelbare Denkübungen vonL. Nissen rc. Duisburg 1812" von derjenigen Seite her wieder zum Vorschein gekommen,nach welcher es in den Denkübungen zur Erlangung von psychologischen Kenntnissenüber sie ankommen sollte. Handel dachte gar an die Einverleibung einer „complettenSeelenlehre." Diese Richtung hat mit Pestalozzi gar nichts gemein, als den Anschein,daß sie Pflegerin einer gewißen äußerlichen Anschaulichkeit und eine Bildnerin desDenkvermögens beim Unterrichte sein wollte.
Während durch Pestalozzi der Unterricht an der Zahl und Form nun zu einerentschiedenen Durchbildung gelangte und sich als Denkübung nach Stoff und Behand-lung erwies, mußte seinen entschiedenen Nachfolgern für die sogenannten unmittel-baren Denkübungen, d. h. für diejenigen, welche nickt mit einem bestimmten Unter-richtsfach in eins zusammeufielen, als Aufgabe nur verbleiben (Goltzsch S. 74): ent-weder durch sie die allgemeine Einleitung zu schaffen in die Unterrichtsfächer der Ele-mentarschule überhaupt; oder aber sie mit dem Sprachunterrichte zu verbindenund in diesem die berechtigte Stellung und Bedeutung für sie aufzusuchen, die sie bisdahin nicht hatten finden können.
Graßmann suchte in seinem vielbelobten Buche „Anleitung zu Denk- und Sprech-übungen als der naturgemäßen Grundlage für den gesammten Unterricht rc.", Berlin,1. Ausg. 1825, den Denkübungen jene erstere Stellung zu erringen. Seine organisa-torische Idee konnte nicht zur Ausführung kommen bei den gegebenen Schulverhältnissen;sie mußte eine Theorie bleiben; dieser aber wird nie ohne Gewinn von angehendenSchulleuten nachgedacht werden können. Graser, dieser nicht weniger selbstdenkendeSchulmann führte noch weiter, indem er in seiner Elementarschule fürs Leben denDenkübungen die Aufgabe stellte, den Schüler in den weiteren und höchsten Beziehungendes Lebens sattsam nicht bloß nach und nach zu orientiren, sondern für sie auszurüsten.
Diesterweg wollte sie für die Kleinkinderschule beibehalten, indem er durch sie auf die
einzelnen Unterrichtsgegenstände der eigentlichen Schule unter Zuleitung vonerwünschten Vorkenntnissen und Vorübungen vorbereitcn ließ; in der eigentlichen Schulehält er als entschiedener Pestalozzianer die unmittelbaren Denkübungen, wie sie ebenwaren, mit Recht für überflüßig.
Pestalozzi hatte aber, wie in Form und Zahl, bekanntlich auch im Wort d. h. inder Sprache, mit sicherm Gefühle mehr als mit Hellem Blick, ein Bildungsfundamentvon elementarer Bedeutung divinirt, war aber nicht so glücklich gewesen, sein formalesUnterrichtsprincip auf dasselbe mit solcher Einsicht in das Wesen der Sache zur An-wendung zu führen oder von andern geführt zu sehen, als es der Fall im Bereich der
Zahl und Form so bald gewesen war. Der ganze lange Wüstenzug, den der elemen-
tare Unterricht in der deutschen Sprache fast bis anher durch die Schule gemacht undaus welchem viele unserer mitlehrenden Zeitgenossen noch nicht heraus sind, datirt eben-daher. Man ahnte, daß ein Schatz für die Bildung der Denkkraft im Wesen derSprache geborgen sei — aber der Lebensschatz, den man für die Denkbildung nebender einseitigen, nicht historischen, nämlich aus der mathematischen Betheiligung desGeistes sich ergebenden, zur Ergänzung bedurfte und suchte (Goltzsch a. a. O. S. 73),war noch ungehoben, wenn auch schon die Denkübung zu reichlichem Anlaß wurde, dasMundwerk zu gebrauchen und es, um mit Diesterweg und den Regulativen, welche