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der Vater aller nachmaligen deutschen Kinderfreunde und Schulbücher ähnlicher Artgeworden. *)
Neben der hauptsächlich in das Gebiet der preußischen Landschulen eindringendenRochow'schen Strömung geflissentlicher Verstandesbethätigung im Sinne der Gemein-nützigkeit verfolgte Basedow gleichzeitig fast ein gleiches Ziel in seiner Lebenssphäre,wenn schon in einer wesentlich von Rochow abweichenden Art. Ans dem „Elementar-werk" ist zu ersehen, wie es ihm darauf ankam, eine Verstandesbildung an dem häus-lich oder anstaltlich informirten Zögling frühe zu fördern durch einen, was die Formbetrifft, spielerischen, an Abbildungen sich anlehnenden und unterhaltlichen Unterricht,der sich für einen naturgemäßen ausgab, und der, was die Materie betraf, sich aufBelehrungen über den Menschen, seine Seelenkräfte und Zustände und schließlich überLogik erstreckt. Die Grundidee bei der von ihm angestrebten Bildung des Verstandesist die Belehrung desselben über ihn und seine Verrichtungen. Wie in Schulen unter-richtsmäßig hievon könne Gebrauch gemacht werden, hat er selbst nicht zu zeigen ver-mocht, denn Schulehalten war eben seine Sache nicht. Gleichwohl ist er zum An-fänger einer Bestrebung geworden, in welcher manche andere nutzbar zu werden suchten,und die ihre Eigenthümlichkeit in der Zuführung systematisirter aufklärenderBeschäftigungen und Belehrungen hatte. Nachdem Ebeling (bei Resewitz4. Band, 4. Stück) seine Logik für junge Leute in theoretischer Abhandlungsweise ge-schrieben, gab Carl Philipp Moritz in gleichem Sinne seinen „Versuch einer kleinenpraktischen Kinderlogik, welche auch zum Theil für Lehrer und Denker geschrieben ist,Berlin 1786" heraus und zeigte in demselben, wie man an Bildern die Kinder bethä-tigen könne, um sie in anderer Weise über ihre Seelenkräfte zu unterweisen, als dadurch,daß man nur eine Verbalbelehrung darüber verbreite. Obzwar Moritz nicht darangedacht hatte, mit seinem genialen Versuch in die Schulen einzudringen, so konnte einso anziehendes Vorbild die Lehrer nicht nnangeregt lassen, es selbst für die Elementar-schulen ausbeuten zu wollen. Es entstehen deshalb nun jene Bücher, welche anweisenwollen, wie die einzelnen Seelenkräfte dadurch auszubilden seien, daß sie die Functionenderselben zum Gegenstände des Verstehens machen, wie es etwa Psychologie und Logikbeabsichtigen. In Carl Heinrich Krause's „Versuch planmäßiger und naturgemäßerDenkübungen für Elementarschulen, 3 Bände, Auflage V. 1831" hat diese Bestrebungihren meisterlichen Höhepunct erreicht. Wir sehen hier in katechetischer Weise den Ge-danken schulmäßig in Ausführung und Anwendung gebracht, daß der Schüler dadurchim Denken geübt werde, daß er die Theorie der Denkgesetze zum Gegenstände für dasselbebekommt.
Zwischen diesen beiden so verschiedenen Bestrebungen im Dienste der Verstandes-bildung entwickelt sich in Veranlassung und im Verfolge von Pestalozzi's Einflüsseallmählich eine neue Art, mit dem gesummten Elementarunterrichte auch die Denk-übungen, wie sie nunmehr im Unterschiede von Gedächtnis- und andern Hebungengenannt wurden, in Angriff zu nehmen. Indem ich es zwar einer andern Stelle diesesWerkes Vorbehalten erachte, von den Pestalozzi'schen Bildungsprincipien im allgemeinenzu handeln, wird es hier doch erforderlich, daran zu erinnern, daß es ihm in seinenBildungsbestrebungen überall auf eine naturgemäß angefaßte, plan- und stufenmäßigweiter- und ausgeführte und lebenskräftig angeregte allgemeine Bethätigung des Schülersbeim Lernen angekommen sei. Ihm, dem es das Maximum in der Geistesentwicklungdes Menschen galt, konnte Rochow, der das Minimum erreichen wollte, welches beiseinen Landschulkindern erreichbar war, nicht mehr genügen, wie sehr dessen edles Vor-bild ihn selbst auch mit angeregt haben mochte. Einer tiefsittlichen Natur, wie siePestalozzi war, erschien die Sache der Bildung seines Nachgeschlechts viel zu ernst, alsdaß er ihr Gedeihen von spielartigen Tändelversuchen mit einzelnen Kindern vornehmer
*) lieber einen ziemlich älteren „Jugendfreund", den indischen Hitopadcsa, vgl. Kühner, Progr.der Frankfurter Musterschule von 1858 u. unfern Art. dess. Verf.: Jugendlectüre. D. Red.