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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Dankbarkeit.

Deklamation.

nur Dank für seine Person zu ernten, sondern um seiner Pflicht zu genügen, aber auchdies nicht im Sinne einer kalten Gesetzlichkeit, sondern in dem Sinne, wie die sich selbstnie genügende Liebe die Pflicht auffaßt, alles thut, was zu des Kindes Bestem gereicht,,um so mehr wird wenn auch erst in den reiferen Jahren der Dank ihm gesichertund ebendamit die Dankbarkeit als allgemeine Tugend gewurzelt sein. Namentlich derLehrer braucht gar keine besonderen Mittel anzuwenden, als die in seiner Pflicht ansich schon liegen; giebt er das Beste, was er geben kann, widmet er Zeit und Kraftseinen Zöglingen, so daß sie sehen, mit demselben Ernste, den er vielleicht streng vonihnen fordert, opfert er sich selbst ihnen auf, weil ihm alles an ihrem Wohl ge-legen ist: dann ist er auch des Dankes aller derer gewiß, aus denen etwas wird;während die schönsten Worte und der gleißendste Schein auch vor der Jugend Augenden Miethlingssinn nicht zudecken, der selbst dem, was man wirklich leistet, alle Dankes-würdigkeit nimmt. 2) Während aber ich selbst nie positiv den Dank meines Kindes,meines Schülers fordern werde (nur bei ganz eclatanten Fällen kann ich sagen: ist das derDank, den ich von dir hoffte?), so ist es desto angemessener, wenn der Vater die Kindergelegentlich an das inahnt, was sie der Mutter schulden, und umgekehrt, ebenso dieEltern dem Lehrer gegenüber und umgekehrt; Geschwister heiße man einander dankenfür jeden Liebesdienst. 3) Die Gewöhnung an Dankesbezeugungen, wie sie schon derAnstand fordert, ist ganz gut, wie oben bemerkt; aber sie dürfen dem Kinde nicht ineiner lästigen, umständlichen, der Einfalt und Geradheit der Kinder widerstrebendenWeise auferlegt werden, so daß es für jede Bagatelle tiefe Bücklinge machen muß. Jedeheuchlerische Bezeugung der Dankbarkeit, zu der man zwingt, muß das Dankgefühl,das wirklich vorhanden ist, tödten. 4) Wichtig aber ist worauf mit RechtNiemeher aufmerksam macht, a. a. O. S. 303 daß man dem Kinde selberfür jede Dienstleistung, die nicht von demselben als bloßes Müßen angesehen und aus-geführt worden, also zumeist für Aufmerksamkeiten, die es von freien Stücken unserzeigt, freundlich dankt. Gerade dies Gefühl, andern etwas sein zu können, das sieuns danken, macht zur Dankbarkeit selbst geneigt. Endlich 5) wird es sehr viel aus-machen, ob der ganze Ton im Elternhause darauf gestimmt ist, daß gern und warmder Dank, den man nach irgend einer Seite hin im Herzen trägt, ausgesprochen wird-Wenn der Vater von seinen Eltern, von den Lehrern seiner Jugend w. in solchem Tonespricht, das klingt anders nach in den jungen Herzen, als wenn die, denen man unterdie Augen tiefe Reverenzen macht, zu Hause durchgehechelt werden oder der Vater mitBehagen erzählt, welche Streiche er einst seinem Schulmeister gespielt. Selbst denDienstboten gegenüber fordert der feinere Sinn, daß man sie nicht immer fühlen läßt:was du thust, dafür bist du bezahlt; weiß man, daß gerade das Beste sich nicht be-zahlen läßt, und scheut sich daher auch nicht, wenn ein Dienstbote uns etwas besonders zuDanke gemacht, z. B. vorgesorgt hat, wo wir nicht voraus dachten, oder an einem Kranken-bette treue Dienste geleistet, ihm zu zeigen, daß man ihm auch Dank dafür weiß, sowird auch dies dazu dienen, das Kind durch die That zu belehren, daß zum Dankenniemand zu vornehm ist. Vgl. auch Benek e Erz. C. I. S. 420. 444. Palmer.Darstcllmlgstricb, s. Phantasie.

Decan, s. Schulregiment.

Deklamation. Unter Declamiren hat man ein dem Sinn und Verständnis ent-sprechendes Vortragen von auswendig gelernten poetischen oder prosaischen Musterstückensich zu denken. Es bilden die Declamationen in unfern Volks- und Gelehrtenschuleneinen Theil des deutschen Unterrichts, der insofern, als darauf gesehen wird, daß derStoff selbst, der zum Behufs der Declamation gelernt wird, einmal Gedanken enthält,deren Aneignung auch für das künftige Leben von Gewinn ist, und dann das Fassungs-vermögen des Lernenden nicht übersteigt, so daß auch die Möglichkeit gegeben ist,daß der Vortrag dem darzustellenden innern Gedankengehalt ganz congruent sei, alleBeachtung verdient. Natürlich kann bloß dann von einer Declamation die Rede sein,denn nach vorausgegangenem VerständnisHebung und Senkung der Stimme, Schärfe