Sprache.
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keit gegründeten Reproductionsgcsetz zu erinnern. 2) Der vom Thier gehörte Laut seivom menschlichen in völliger Gleichung wiederholt: so drückt der Laut doch nur einevon den vielen Empfindungen aus, welche die Warnehmung des Thieres in der mensch-lichen Seele erregt hat; d. h. der Laut des Thieres bedeutet das ganze Thier (auchseine Gestalt, Farbe re.), weil er wiederum nach allgemeinem auf das Verhältnis derTheile zum Ganzen, der Elemente zum Zusammengesetzten gegründeten Reproductions-gesetz, das ganze Anschauungsbild desselben reproducirt. — Immer also ist der reflec-tirte Laut, auch wenn er ein Abbild des Objects zu sein scheint, nicht ein reales,sondern nur symbolisches Abbild; er beruht wie alle Symbolik nach ihren Artenund ihrer Berechtigung auf den Arten und den Grenzen der Reproductionsgesetze. (Selbsteine rein conventionelle Symbolik macht hiervon keine Ausnahme; nur daß die Be-dingungen der Reproduction hier frei gewählt sind.) 3) Um so leichter wird nunbegreiflich, daß der reflectirte Laut nicht auf der objectiven Gleichheit der erregendenGegenstände, sondern auf subjectiver Gleichheit der empfangenen Erregung sich bezieht;ein Verhältnis, welches auf der höchsten Stufe der Sprachentfaltung (wo man seinerviel weniger zu bedürfen scheint) noch stattfindet, geschweige, daß es auf den niederenStufen einen mächtigen Einfluß gehabt hat, denn Klärung und Unterscheidung des speci-fisch Verschiedenen ist Erfolg des psychischen Fortschritts. Also heute noch bezeichnenwir Qualitäten der Töne durch solche der Farben, und umgekehrt, desgleichen des Ge-schmacks, Geruchs und selbst des Getastes; Helle und dunkle, süße, harte und weicheTöne und vios versa. Alle Onomatopöie, auch die schallnachahmcnde kaum viel wenigerals die der anderen Sinne, gründet sich demnach auf die der subjectiven Empfindungs-und selbst Gefühlserregung entsprechenden Reflexlaute. Deshalb kann derselbe Laut inder Folge nicht nur dieselben Dinge, wenn sie sich theilweise verändert haben oderandere Eindrücke machen (auch der schweigende Ochse heißt stor>§), sondern auch sehrverschiedene Dinge bedeuten, sobald nur eine subjectiv gleiche Erregung durch sie ver-anlaßt wird. Weder die ursprüngliche Schöpfung des Lautes, noch auch die spätereUebertragung des geschaffenen zur Bezeichnung anderer Dinge beruht auf logisch-objectiverGleichheit der Qualität, sondern auf psychologischer subjectiver Gleichheit der Erregung.Für das ganze Gebiet der Sprache, von der untersten bis zur höchsten Stufe, sind des-halb auch die Begriffe des Eigentlichen und Uneigentlichen, der realen und der meta-phorischen Bedeutung keine absoluten Gegensätze, sondern bestehen in unendlich vielenund feinen Abstufungen. Wir können nun das Wesen der Onomatopöie so zusammen-fassen: die infolge von Dinganschauungen erzeugten Reflexlaute werden zu Sprachlauten,d. h. zu solchen, welche die Sache oder das angeschaute Ding bedeuten, nicht wegenihrer objectiven Gleichheit oder Abbildung derselben, sondern wegen der Gleichzeitig-keit der Entstehung beider, und der (unmittelbaren oder mittelbaren, primären odersecundären, d. h. eigentlichen oder metaphorischen) Gleichartigkeit der persönlichenErregung, welche sie in der Seele Hervorbringen. Nicht auf der Natur des gehörtenLautes, sondern auf dem Act der Lautschöpfung (und der Erinnerung derselben)beruht die Bedeutung der Worte. In dem Act der Lautschöpfung aber tritt uns nebenden beiden Momenten der Gleichzeitigkeit und Gleichartigkeit noch ein drittes entgegen,was im Stande ist, das wunderbare Räthsel der Sprache oder der Bedeutung des Lauteszu lösen; ohne mich hier auf die Gründe einzulassen, welche man für die Unzulänglichkeitjener beiden ersten Momente anführen könnte, will ich sogleich das dritte anführen,welches sie an Macht der Verbindung des Lautes und der Sache übertrifft, oder ihnendie copulative Kraft verleiht. — Oben haben wir in aller Reflexthätigkeit die zweiSchenkel eines Winkels erkannt, deren Schcitelpunct der psychische Act im Centralorganist; aber beides, die Empfindungsthätigkeit in dem einen und die Bewegungsthätigkeitim anderen Schenkel sind beide von Gefühlen begleitet; denn keine Warnehmung undkeine Bewegung wird vollzogen, ohne ein specifisches Gefühl zu erregen; das Gefühl istder Zustand der Seele und dieser bezieht sich nicht auf die einzelnen Elemente, sondern