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11 (1878) Rußland; Lateinischer Unterricht; Sprache
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Sprache.

weiscns, Anrufens und Wegtreibens ob, be, bolla, io, ebenso wie die Verachtung (Mi),Verwunderung (ab) und Geringschätzung (xab) drücken eine verstandene Absicht,aber kein bestimmtes Object aus; sie nähern sich dem äußeren Erfolg und nichtdem inneren Werth der Sprache; sic drücken außer dem Gefühl auch die Meinung,das Verhalten, das Begehren des Subjects in Bezug auf einen Erscheinungscomplex,aber nichts von diesem selbst aus. Daß und wie aus dieser Beschaffenheit der Jnter-jection die thatsächlich ungemein geringe Entwicklungsfähigkeit derselben für weitereSprachentfaltung sich ergiebt, darüber s. L. d. S. S. 113 ff. Diese erste oder dieseVor-Stufe der Sprache wird die pathognomische genannt; die nächste, welche schon eigent-liche Sprache ist, heißt U. die onomatopoötische. In der Empfindung und folge-weise der aus mehreren Empfindungen gebildeten Anschauung wird nicht der Zustanddes Subjects, sondern das Object, die Sache gedacht; sic ist das Bild eines Dingesoder eines Geschehens. Auch die Anschauung, besonders die gefühlerregende Anschauungreflectirt in einem Laut. Dieser hat einen onomatopoetischen Werth, d. h. er bezeichnetdas Object der Anschauung, welche ihn hervorruft. Der psychologische Unterschied, derauch heute noch annähernd in der Erfahrung gegeben ist, ist dieser: bei der Jnterjectionüberwältigt das Gefühl die Seele und hemmt und bedrückt die Anschauung, wenigstensin so weit, daß diese nicht zum Ausdruck gelangt; in der Onomatopöie aber ist Freiheitund Erregung der Seele zugleich gegeben, und wenn das Gefühl zur Lauterzeugungdrängt, so trifft diese auf die Klarheit der Anschauung und dient ihr zum Ausdruck.

Alle sinnlichen erregenden Anschauungen und energische eigene Tätigkeiten des Ur-menschen werden von Lauten begleitet gewesen sein, nicht bloß die von tönenden Dingenund Vorgängen; in erster Linie aber werden diejenigen Anschauungen, in denen einwargcnommener Ton als eine Thätigkeit des Objects oder überhaupt als ein Elementder Erscheinung gegeben ist) auch in nachahmenden Reflexlauten zum Ausdruck kommen.Wenn die bekannten Sprachen in ihrem heutigen Zustand eine wider Erwarten geringeAnzahl lautnachahmender Wörter aufweisen, dann mag dies gegen die frühere Theorie,welche in der Schallnachahmung (obendrein in der absichtlichen) das alleinige Principder Onomatopöie erkannte und für eine lauterzeugende Kraft auch der anderen Sinnebeweisen. Selbst wenn es ursprünglich mehr Schallnachahmungen gegeben hätte, würdenwir aus dem schon hervorgehobenen Uebergewicht der eigenen seelischen Thätigkeit überdie objective Warnehmung und aus der steigenden Freiheit des Geistes in seinem Schaffen,welche die objectiv gegebenen und darum beengenden Laute zurückdrängt, begreifen, daßsie allmählich abnehmen, und daß den vom Object unabhängigeren, mehr subjectiv moti-virten Lautreflexen der anderen Sinne unbewußt der Vorzug gegeben wurde. Wenn aberL. Geiger ausschließlich die Gesichtswarnehmung als Lautanregung anerkennen will, soist dies nichts weiter als ein im günstigsten Sinne monistischer Tick. Die ganzeGesetzmäßigkeit der physiologischen Reflexe und die psychischen Gefühlserregungen gebenden Eindrücken des Gehörs ein großes Uebergewicht für die Lauterzeugung. Bei Kindernvon 3 bis 5 Monaten kann man beobachten, daß starke Gesichtseindrücke sie verstummenmachen; ferner daß sie Uebung in der Lauterzeugung am meisten in jener Lautspielereiempfangen, welche sie, ohne sinnliche Anregungen für sich hin liegend, mit Vorliebe, ausallgemeiner Lebendigkeit, wie Greifen und Zappeln mit Händchen und Füßchen betreiben. Sobald man einsieht und festhält, daß auch die schallnachahmende Onomatopöie nichtaus absichtlicher Wahl des Lautes, sondern aus der Reflexthätigkeit hervorgeht, fällt derUnterschied derselben gegen Lauterzeugung durch andere Sinneserregung nicht mehr insGewicht. Die Gleichheit steigert sich noch mehr, wenn man, um das eigentliche Wesenund die allmählige Ausbildung der Onomatopöie zu verstehen, Folgendes erwägt: 1) auchbei der Schallnachahmung ist der menschliche Laut (wenn flau? oder bos das Lu-machendebedeutet) dem gehörten ja nicht gleich, sondern nur ähnlich; nicht eine objective, sondernnur eine subjective Gleichheit ist vorhanden, d. b. der eine Laut bedeutet so viel wieder andere, nur weil er ihm ähnlich genug ist, um ihn nach allgemeinem, auf Aehnlich-