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Sprache.
der sinnlichen Vorgänge.', wie der Erzeugung von Lauten, Körperbewegungen und Tast-reizen, können die dauernden sinnlich warnehmbaren Erfolge, oder erkennbare Zeichenderselben treten; also für die Laute und Gesten Schriftlichen oder stercometrische Figuren(Blindenschrift).
Eben so können an die Stelle der sinnlichen Vorgänge überhaupt und an die ihrersinnlichen Warnehmung die bloßen inneren Bilder derselben treten, z. B. beim mono-logischen, lautlosen Sprechen oder bei den Träumen der Taubstummen, in denen dieGesten nur gedacht werden.
Eigentliche Sprache im engeren Sinne ist die menschliche Lautsprache, welche inder naturgemäßen Begleitung einer psychischen Regung mit Lauten besteht, welche zuZeichen für den psychischen Inhalt werden, durch welchen sie (meist mit der Absichtihn kund zu machen) erzeugt werden. An die Stelle der Laute, welche also Zeichen derpsychischen Gebilde sind, tonnen Schriftzüge treten, welche wiederum Zeichen der Lautesind. Die obige Definition der Sprache aber war so allgemein gehalten, weil in derWirklichkeit neben der menschlichen Sprache die thierische steht; neben der Lautsprachedie Geberdcnsprache; neben der Laut- und Geberdensprache (welche beide active, momen-tane Vorgänge des Sprechenden sind) die Schrift- oder Zeichensprache, zu welcher z. B.auch die Blumensprache, die Blindenzeichen gehören. — (Ob etwa bei den Thieren auchdie Erzeugung eines Geruchs oder Geschmacks zu Sprachlichen dienen, weiß ich nicht.)— Neben der Wort- oder Laut-Zeichenschrift steht die Sach-Zeichen-schrift, d. h. derInhalt des psychischen Gebildes, welches ausgedrücki werden soll, wird ohne alle Rück-sicht auf eine lautsprachliche Bezeichnung desselben unmittelbar durch die Schrift be-zeichnet; so in der älteren chinesischen Schrift, so in unseren mathematischen und chemi-schen Formelzeichen. Die Hieroglyphenschrift steht auf der Grenze zwischen schriftlicherund bildnerischer Darstellung; die Schrift gicbt Zeichen, Plastik giebt Abbilder derSache; mit dem Zeichen ist der Inhalt, also der Gedanke nur verbunden, mit demAbbild ist er relativ identisch. Durch Zeichen soll der Gedanke nur hervorgcrufen,durch Abbilder soll er erzeugt werden; um das Zeichen zu verstehen, muß man dieSache und das Zeichen früher schon gekannt haben; um das Abbild zu verstehen, brauchtmau nur die Sache zu kennen. Diese Unterschiede gelten auch für die (weiterhin wich-tigen) Lantzeichen und Lautbilder. Nur sind Lautbilder fast niemals deckende Abbilderdes tönenden Gegenstandes oder auch nur seiner Töne; und die Zeichen sind nicht immerabsichtlich und willkürlich erzeugte, sondern auch ohne irgend eine inhaltliche Identitätmit dem Inhalt, sind sie doch ursprünglich durch das Denken desselben im psycho-physischen Organismus als Begleitung desselben nothwendig erzeugt. Dies wird deutlich(und wichtig), wenn wir erwägen, daß cs endlich neben der natürlichen auch eine künst-liche Sprache giebt. Als solche werden wir vor allem die in den Taubstummen erzeugteLantsprache bezeichnen. Zn ihr verhält sich der Taubstumme, wie der Redende zurSchrift, genau genommen wie der blinde Redende zu seiner Schrift.
Auch die Fähigkeit zu sprechen oder sich der Sprache zu bedienen, nennt manSprache, und die Summe der Wörter — sanunt den Regeln ihrer Anwendung — derensich eine Sprachgcnossenschaft bedient, nennt man: eine Sprache. Der Sprachen gicbtcS viele und jede bildet in sich eine — sowohl in jeder Gegenwart und im Gegensatzzn anderen Sprachen, als auch im Ablauf ihrer Entwicklung — mehr oder minder ab-geschlossene Einheit. Die Sprachgcnossenschaft ist meistentheils (nicht immer — Ameri-kaner sprechen Englisch — luuKua krauen eignet einem fließenden Völkergemisch) einVolk. Kein Volk ist zwiesprachig, in dem Sinne, daß alle Glieder desselben zwei odermehrere Sprachen als ihre wirkliche eigene oder Muttersprache redeten; nur einzelnePersonen, allenfalls Elasten oder Bewohner von Gegenden eines Landes (meist Grenzer)sind zwei- und mehrsprachig. Ein Staat gewiß kann aus mehreren Sprachgenossen-schaftcn bestehen (in Europa meist jeder Staat) — ob auch ein Volk? ob die Schweizer,die Belgier, die Engländer ein Volk sind? das ist eine Frage, welche jenseits der Sprach-