Druckschrift 
11 (1878) Rußland; Lateinischer Unterricht; Sprache
Entstehung
Seite
696
Einzelbild herunterladen
 

696

Lateinischer Unterricht.

Sprache.

und bereits sind 8 Auflagen (die letzte von Habenicht) überall verbreitet. Danebenwaren noch Fricdlcins lateinische Verskunst (18291862 vier Auflagen), LindemannsMaterialien zu Aufgaben lateinischer Verse in *2 Thln. (1830, 1833), B. Thiersch-methodische Anleitung zum Verfertigen lateinischer Verse (1844); in Bayern Emmerig'sAnleitung (1819, von Goßmann neu bearbeitet 1844); in Württemberg die brauchbarenBücher des Oberpräceptor Keim (seit 1830) oder etwa Schwarz, Anleitung zur latei-nischen Verslehre (1831). In England giebt es unter den lockendsten Titeln, z. B.Imerötilis, zahlreiche Bücher; in Frankreich ist (Lurclin xrlneixes äs vorsiüeution kt Lgcomxosition8 lutines besonders beliebt.*)

Das notwendige Hülfsbuch für Prosodie und Ausdruck giebt der §ruäus ?ur-uussnm. Das ist der Titel eines Buches von dem 1727 in Türen verstorbenen JesuitenPaul Alcr, das 1687 in Köln ohne seinen Namen, seit 1699 mit demselben erschienenist und die Grundlage bietet zu zahlreichen Arbeiten der neueren Zeit. Von deutschenBearbeitungen erwähne ich die von Sintenis (Züllichau 1816) und Ttto Moriz Müller 1822,Friedcmann (Leipzig 1828 und 1842) und Koch. Nach diesen erschien Innäkmunni novnstük8-mi'U8 liuAuus lutiims pro8oäiasus (1828) in zwei Bänden mit besonderer Berück-sichtigung der scenischen Dichter und 1830 der xruäuk von Conrad in Berlin, der sichdie Verminderung der Phraseologie hat angelegen sein lassen. Die Franzosen gebraucheneine Bearbeitung vonNosl; außerdem I^tzuiellkrut tliesuurns poeticus ling-uas lutinusin zahllosen Auflagen, die auch desselben Gelehrten nouvellk xrosoäik lutins bereitserlebt hat. In England 0. 3?. 'kouiiAS §ruäu8 ok tlik lutin IrwZ-llns'k mit einem äiktio-nur^ ok lutin spitüsts. **)

Leipzig, Mai 1878. Fr. A. Eckstein.

Tsirnche. Tie Einsicht in das Wesen der menschlichen Sprache, die Erkenntnisihres Ursprungs und ihrer Folgen im menschlichen Geiste hat seit Anfang dieses Jahr-hunderts große Fortschritte gemacht, Fortschritte, mit denen alles, was seit den Stoikernbis auf Herder und Hamann geschehen ist, auch nicht entfernt sich gleichstellen läßt.In diesen etwa zwei Jahrtausenden ist, stellst Leibnizens durch Sinnen und Suchenvorauseilende Betrachtungen mit eingerechnet, kaum eine nennenswerthe unmittelbareVorbereitung der Leistungen des letzten Jahrhunderts zu Stande gekommen. DieKenntnis der Sprachen des Menschengeschlechts hatte sich allerdings allmählich aus-gebreitet; eine Sammlung dieser Kenntnisse, vollends eine Verwerthung für allgemeineFragen hat erst stattgefunden, nachdem von der anderen Seite die philosophische Frageüber den Ursprung der Sprache dieser und der empirischen Kenntnis derselben überhauptein tieferes Interesse zugeführt hat. Tie wirkliche Vorbereitung des Aufschwungs undder Vertiefung der Sprachwissenschaft lag in dem im 17. Jahrhundert neu erwachten,tief eindringenden Streben nach Erkenntnis des menschlichen Geistes. Beobachtung,Zerlegung und spcculative Deutung der inneren Vorgänge im Menschen, Werke wie

Usvuk äs I'instr. xmbl. 1867. x. 488.

**) Der gelehrte Herr Verfasser des obigen Artikels will seine Arbeit nur als einen Versucheiner geschichtlichen Behandlung des Unterrichts im Lateinischen angesehen wissen, an welchemandere fortarbeiten mögen. Wir denken jedoch, gerade die kundigsten unter unfern Lesern werdenes am bereitwilligsten anerkennen, daß zur Aufführung des entworfenen Baues mit diesemVersuche" schon höchst Bedeutendes geleistet ist. Bei der Menge der zur Erörterung kommendenFragen mußten auch solche berührt werden, über welche aälms sul» juäics lis est, und es schien derRedaction nicht geeignet, wenn sie etwa einmal abweichender Ansicht war, dies ausdrücklich kund zugeben. Unseres Erachtens wird hier jeder Schulmann eine Fülle von Stoff zum Nachdenken undzu weiterer Verarbeitung finden. Die Redaction.