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11 (1878) Rußland; Lateinischer Unterricht; Sprache
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Lateinischer Unterricht.

oder in Stralsund (S. 382) in oarminibus soribsnäis Quorum inZ-snium non abllorrstsxeresbit oder in Frankfurt (S. 438). Die Methode der Hallischen Pietisten ist beiVormb. III, S. 225 und 227 zu finden. In der Braunschweigischen Sch.-O. erwähntGesner die Sache gar nicht, dagegen sehr ausführlich Ernesti in der sächsischen a. a. O.S. 635:Obgleich die lateinische Dichtkunst in der Ausübung keinen großen Nutzen hat,so dienet sie doch dem, der sich darinne übet, auf vielerley Weise. Niemand, der nichtselbst darinne geübt ist, kann die Dichter recht auslegen noch ihre Künste nebst demReichthum der Sprache in den Wendungen und Veränderungen genau einsehen. Unddarum soll die Uebung in der lateinischen Dichtkunst von denen, die dazu Lust undFähigkeit haben, durchaus nicht unterlassen werden." In den sächsischen Landesschulenhat sich die Tradition am treuesten erhalten und dort giebt noch heute die praktischeFertigkeit in der Versification in den Augen der Schüler ein gewißes Ansehen. Aehn-lich war cs in den württembcrgischen niederen Seminaren, in denen nach dem Erlaßvom 1. Juli 1833 in den ersten zwei Jahren von allen Zöglingen Verse gefordert wurden,in den zwei letzten nur von denen, welche Talent dazu besitzen; später ist weitere Dis-pensation zugestanden (Mittelschule I, S. 289). F. A. Wolf (consit. 104, Arnoldt II,S. 256) sagt:Was zum Mechanischen der Verskunst im Lateinischen gehört, verdientmit allem Recht wieder in den Schulen in gemeinen Umlauf zu kommen." In dieselbeZeit fällt der Aufsatz: Warum sollen in den Gelehrtenschulen die Hebungen in der latei-nischen Poesie nicht vernachläßigt werden? in Hauffs Zeitschr. f. elastische Littcratur I, 1.Mit dem dritten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts erscheinen dazu besondere Anleitungen,deren Verfasser natürlich sich mit Wärme für die Versification aussprechcn; auch anandern Stimmen hat es nicht gefehlt, wie von Stern in einem Progr. von Hamm 1855,von Schmalfeld, von Döderlein (Reden I, 251), von Fr. Ritschl*) (Opnso. II, 677).Vgl. Habenicht in der Zeitung für das höhere Untcrrichtswesen 1873. Nr. 13. Diepreußischen Directorenconferenzcn haben öfter über die Frage verhandelt, so die12. westfälische S. 9, 34 und die 17. S. 51, die 5. preußische S. 13, wo gegen2 Stimmen erklärt wurde, daß diese Hebungen rathsam seien und in den drei oberenElasten stattfinden sollen, die 4. pommersche S. 95, wo die Frage: sind Uebungen imAnfertigen lateinischer Verse zu empfehlen? nur von 9 Stimmen gegen 7 bejaht wurde,und ganz besonders die 2. posensche S. 2936 und S. 93. Trotzdem zeigt sich überallVernachläßigung der Sache und die Folgen derselben treten in der Schule bei den zahl-reichen prosodischen Fehlern und in der Unbehülflichkeit bei dem Vortrage lateinischer Versean den Tag. Denn nur wenige Schüler können dies mit Sicherheit, Leichtigkeit undGeschmack thun, geschweige, daß sie die Gesetzmäßigkeit des Maßes verstünden.

Aehnliche Klagen vernehmen wir auch aus andern Ländern, in denen sonst die latei-nische Poesie geblüht hat. Für Italien genügt ein Zeugnis von Vallauri aus derRede äs optima rations instauranäas tatinitatis: Lx «puo in §rammatioas sollotatllusas latinas sitsnt, pinrimi invsnss, inZ-snio ostsrogni ot äiti§sntia in primis pro-batst gnotannis in äisoiptinain moain eonvsniunt, gut non sotnrn in sotnta orationsIsZ-snäa, ssä, gnoä innito psius, in versibns ipsis Zn-avitsr xsecant. In Frank-reich war noch unter Ludwig XIV. die Pflege der lateinischen Poesie ganz allgemein,Corneille, Bossuet und Racine haben sie fleißig betrieben, Rollin sie eifrig vertreten.**)Bis in die neueste Zeit wurden bei der allgemeinen Concursprüfung lateinische Verseverlangt, die sich in der Regel auf dactylische Hexameter beschränkten. Die Universitäthielt mit Zähigkeit daran fest: t'nnivsrsits a pour Is vsrs tatin uns kaibtssss, gutrappstts ostts ä'nns mono pour 1s plus inalingrs äs sss snkants; sie hätte eher dieneuern Sprachen und vielleicht auch die Geschichte geopfert. Als Baudry in der Rsvusäs t'instr. 1867 x. 484 nach deutscher Praxis dafür einen lateinischen Aufsatz verlangte,übernahm Minister du Rui in dem Circular vom 7. August 1867 selbst die Vertheidi-

*) Vgl. L. Müller, Fr. Ritschl S. 81.

Vissac, cts ta possis latins sn brancs sn sisols äs Uouis XIV. ?aris 1862.