Lateinischer Unterricht.
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retiker haben sie besonders beachtet und weil die alten xsnsra nicht mehr paßten, dasäiänLoalienm Asnns dazu erfunden und einen Unterschied gemacht zwischen äsolrmmtionss,die in der Schule verwcrthet und xans^res, die für größere Festlichkeiten bestimmtwurden. Hier figuriren lanäatio, ^ratiaruw uotio, gratulatio (als nuptialis, uatalloia,inan^uralls u. a.) bis zu der kunsbris oratio. Und da man in kleineren Städtendiese aotns zu Sprachenfesten im Sinne der römischen Propaganda macht und die Schülerwie an dem Tage der Pfingsten in allen Zungen reden läßt, so ist das Bedürfnis nachdieser lateinischen Beredsamkeit noch immer vorhanden. Ich möchte es gerne den Fran-zosen überlassen, in dieser oraison latins 1s oourounsmsnt clss sxsroioes soolairss zu finden,das sogar ein so einsichtiger Minister wie Jules Simon anzutasten nicht gewagt hat. Essind ohnehin meist nur Abhandlungen, denen man die Form von Reden gegeben hat unddamit gelangen wir auf das Gebiet, auf welches sich die Schule beschränken soll, aufdie truotatio.
Es ist ein großer Fehler, damit erst in der obersten Elaste zu beginnen; schon vorherbietet die Lectüre der Historiker reichen Stoff zu Erzählungen, Beschreibungen, Schilde-rungen und Charakteristiken. Derselbe muß aus den gelesenen Schriftstellern entnommenwerden. Er fließt so reichlich, daß, wenn man sich in der Secunda auf das Geschicht-liche beschränkt, niemals ein Mangel entstehen kann, sondern auch eine passende Abstufungmöglich wird. Heinrichs hat in zwei Elbinger Programmen 1857 und 1863 Themataallein aus Caesar und Livius zusammengestellt und ist dabei in den Reden bestimmterPersonen bei bestimmten historischen Veranlassungen noch über das Ziel der SecundahinauSgegangcn. In der Wahl der Aufgaben wird am meisten gefehlt.*) Dem Stoffenach müßcn sie dem Unterrichtsstoffe entsprechen, der in den Gymnasien verwendet wird,sie müßen daher auf das classtsche Alterthum, namentlich auf die alte Geschichte sich be-ziehen. Grammatische Themata, wie sie zuweilen über gewiße Regelkreise gestellt werden,lateinische Erklärungen irgend eines Abschnittes aus einem Prosaiker oder Dichter schließeich aus; litterarhistorische dagegen nicht, wenn sie sich an die Lectüre anschließen undSclbstthätigkeit beanspruchen. Man komme nur nicht mit so weitschichtigen Aufgaben,wie Lomsri oder Vir§i1ii lauäss oder gar 6iosro st Osmostbsnss intsr ss oomxarg.ti,die auch ein Lehrer in kurzer Frist und auf engem Raume nicht bewältigen kann. Selbstdie geschichtlichen Themata haben nur dann einen Werth, wenn sie zu sorgfältiger Er-forschung einer Thatsache nöthigen und dazu ein Eingehen auf die alten Quellen, beson-ders die römischen Historiker, verlangen. Hirschfelder hat an treffenden Beispielen dieseVerwerthung der Lectüre gezeigt. Darin haben wir ein Mittelglied zwischen der beschrän-kenden Methodik der Schule und der freieren wissenschaftlichen Arbeit der Universität.Mittlere und neuere Geschichte würde ich principicll ausschließen, weil die Sachen nichtso leicht zu bewältigen sind und auch die Darstellung größere Schwierigkeiten bietet.In Anschluß an die Srsms oder inünitas guasstionss und an die looi oommunss derantiken Schulpraxis waren auch die sogenannten moralischen oder philosophischen Thematalange Zeit besonders beliebt und man wählte sie gern aus Cicero. Aber was läßt sichbei einer Aufgabe, wie cis umioitia, wohl Bestimmtes denken?
Sind die Aufgaben angemessen gewählt, so werden die Schüler nicht gcuöthigt sein, ent-weder ihre Gedanken erst deutsch niederzuschrciben und einfach ins Lateinische zu übersetzen(das hat Lattmanu sogar verlangt) oder mit Hülfe des Lexikons ungeeignete Worte und Wen-dungen zusammenzustoppeln und bestimmte eingeübte Phrasen immer wieder anzubringen(Herders Werke 1.406). Wird mit den Sprechübungen früher begonnen, so wird man zu der
*) Matthiä Theorie S. 87. Miitzell in seiner Zeitschr. II, S. 118. Deutsch in den Jahrb.f. PH. u. Päd. Bd. 58, S. 318. 62, S. 327. 67, S. 582. Güthling, zur Methodik des lat. Auf-satzes in der Zeitschr. f. GW. N. F. II, S. 641. Genthe, der lat. Aussatz im Gymnasialunterricht,seine Bedeutung und seine Methode vor Ellendt's Aufgaben. Ameis in der Pädagog. Revue 1846.S. 286—305. Schilling in den Verhandl. der Mannheimer Phil.-Vers. S. 68. Wißmann inden »rat. in insinoriarn Oasringü (dessen opusc. p. 294>.