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11 (1878) Rußland; Lateinischer Unterricht; Sprache
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Lateinischer Unterricht.

diesen Uebungen abgegangen. Aber viele empfehlen die Chric zu den gleich in der Schule zufertigenden Aufgaben. Dabei fällt das Sammeln des Stoffes weg und die Aufgabenniüßen so gewählt werden, daß der Apparat von Beispielen und Zeugnissen wirklich zurHand ist. Das wird große Schwierigkeit machen. Jedenfalls ist die Chrie problematischund höchstens als Vorübung auf den mittleren Stufen zu vcrwerthen.

Zu den eigentlich rhetorischen Uebungen gehörten in der alten Schule äiuloZ-i, sxi-stolus und orutiouss; man knüpfte dabei an die Lcctüre an. Eine Wiederbelebung deräiulo§i hat meines Wissens niemand verlangt; sie sind zu schwer und auch die Jesuiten-praxis hat nichts Rechtes damit anfangen können. Epistolographie ist schon in denSchulen der Griechen und Römer eifrig gepflegt (woher kämen wohl die vielen unter-schobenen Briefe?); im Mittelalter brauchte man sie für die Canzleien und Briefegehörten zu den äiotuminu. Daher jene barbarischen moäi existoluuäi oder Bücher äsoomxousnäis st oruuuäis sxistolis, gegen welche italienische und deutsche Humanistenstark eiferten. So Franc. Negri (MZ-sr) oxusoulum soridsuäi sxistolus (Vsnst. 1488und sehr oft auch in Deutschland gedruckt) und gleichzeitig in Deventer 1l.rs 'lulliuuomors oonüoisnäi sxistolus lluoodi?. xriusixsm llluruutiuum Risxuuius änosm undim Anschluß an die Deventer-Schule J,utou. ludsr tumiliurium sxistolurum compsu-äinm. Schnell folgte Celtis moäus sxistoluuäi utilissimus (1492) und Hegcndorphinussxistolus oousoridsuäi mstlmäus, besonders aber Bebel: IsZstmus uuxsr guosäum moäos,nt ixsi äiount, sxistoluuäi (er führt vier derselben an), u guorum äootriuu uäso ud-liorrso, nt uilril muZ-is sxistimsm uäolssosutidus noosrs Huum liorum xrusosptiousm,cum muxims inliuersrs solsuut st xusus iuäslidiliu ssss, guus in tsusru ustuts äi-souutur und deshalb schrieb er selbst oommsuturii sxistolurum eoulloisuäurum (l?lmrsus1510) und sein Schüler Alienstaig das oxus pro oouüoisnäis sxistolis. Seit 1520fand allgemeinen Eingang Erasmus mit dem trefflichen Buche äs oousoribsuäis sxistolis,neben welchem nur etwa vssxuutsrü urs sxistoliou (1535) und Vivcs äs oousoridsnäissxistolis (1536) und Lluoroxsäius mstlmäus cousoridsuäi sxistolus (1567) zur Geltunggelangten. Von Straßburg aus kamen Erythräus äs rutious IsAsnäi st soridsuäi sxi-stolus (1573) und Melch. Junius sodolus rlrstorious äs ooutsxsuäurum sxistolurumrutious (1687). Im 17. Jahrhundert gilt allgemein ä. luxsii iustitutio sxistoliou(1605);^) im 18. Morhofs oollsZstum sxistolioum (1716) und daneben höchstensAckers mstlmäus soribsuäi sxistolus (1710). Daß man damit sehr früh anfieng, zeigt nochI. H. Ernesti, dessen Ooruslius dlsxos xsr sxistolus sorilmus 1698 erschienen ist; der Inhaltist aus der Zeitgeschichte; sie sollten deutsch dictirt werden eine besondere Anweisungäs sxistolis didliois ist hinzugefügt. Die Lehrbücher des Stils (z. B. Usiusooius x. 293)und der Rhetorik (z. B. I. A. Ernesti) geben genaue Anweisungen, den Bedürfnissenjener Zeit angemessen. Heinecke unterscheidet sxistolus kumiliurss und sludorutiorss, zuden letzteren rechnet er §rutulutorius, g-rutiurum uotorius, pstitorius, eommsuäutieius.Ernesti geht von den geschäftlichen aus, ut osrtiorss kuoiumus, si guiä uosiäit, guoäixsorum iutorsit soirs, aber diese gehören doch in das Gebiet der nurrutio. Eingehen-der bespricht er die Briefe, mit denen wir beabsichtigen, ut ssusum uuimumgus uostrumudssutidus uxsriumu», aber auch hier ist er besonnen und warnt die Lehrer, nichtur^umeutu üctu uut iuänitu usgus xsrsouus iuosrtus zu wählen. Derartige Briefesind doch Sache des gemächlichen Lebens. Die neuere Zeit hat die Hebung unterlassenund erst auf der vierten pommerschcn Directorenconferenz S. 87 hat Campe dieselbewieder dringend empfohlen, ohne damit großen Beifall zu finden. Schräder (S. 386)findet diese Form nur in den seltensten Fällen zuläßig.

Mehr noch als der Brief ist die Rede gepflegt worden, weil man derselben zu denzahlreichen uetus orutorii bedurfte und an manchen Drtcn noch jetzt bedarf. Die Theo-

*) Eine Sammlung der älteren bis Lips haben wir in der LxistolograpIÜL von Just. v. Drans-feld (Osterode 1692. Güttingen 1693).