Lateinischer Unterricht.
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Fehler haben, daß sie allzugezwungen herauskommen und weder Teutsch sind noch gutLateinisch können gemacht werden, also bleibet doch der Satz richtig, daß die Imitationoder Nachahmung das beste Mittel sei eine Sprache zu lernen." Auch F. A. Wolf*)empfahl die Nachbildung einer Satzform bei verschiedenem Inhalte, wobei er von dergrößten Ähnlichkeit in Structuren und Formeln zu immer größerer Freiheit auch auseigener Erfindung gelangen will. 1840 hat Sökeland in der neunten westfäl. Dircctoren-Conferenz S. 20 wieder darauf hingewiescn. Es ist Schräders Verdienst (S. 380), siewieder hervorgesucht zu haben und auch die württembergische Schulbehörde**) empfiehltsie, um das Gefühl und die Einsicht des Schülers für die Regelmäßigkeit und Schönheitdes lateinischen Periodenbaues auszubildcn und zu schärfen. Hier gilt die AnweisungOuintilians (X, 5): sumamus ssutsutiam samgus vsrssmus guam numsrosissims,veiut saäsm vorn alias atgus alias kormas äuei solsut. Es handelt sich dabei zuerstum die anal^sis einer Musterperiode, d. h. um die Darlegung der Bedeutung der ein-zelnen Kommata, sodann um die Asussis, d. h. die Gestaltung eines einfachen Gedankenszu einer ähnlichen Periode. Den Stoff muß der Lehrer im Anfänge selbst geben, kannaber mit solchen Hebungen bereits bei der Lcctüre des Nepos beginnen.
An die imitativ schloß sich die variatio an, d. h. die Hebung, einen Gedanken mitandern Worten auszudrücken. Ich meine damit nicht die rein grammatische Spielereimit der Abwechslung der Casus,***) wie man von Nepos (Xleidiaä. 1) in Imo naturaekliesrs guiä possit viästur sxxsrta variirt im Genitiv in imo naturas guauta vis sitguautagus skkieaeia satis xsrspisitur oder im Dativ naturas skliesrs guiä liseat Iruiussxsmxlo eompsrtum sst oder im Accusativ in live naturain skliesrs guiä possit sx-psriri voluisss arditror oder im Ablativ in lwe guiä a natura sklioi possit iutsllo§i-tur, obgleich auch dieses Spiel das Nachdenken schärft und Wolf (all Lustou. äsAramm. 25) taism xusrilsm luäum non inutilsm parauäas ovmmutativni st oopiasvsrdorum nennt. Eher ist die rhetorische variatio zu beachten, durch welche die Gewandt-heit im Ausdruck gefördert und der Sinn für Synonymen geschärft wird. Bereits Ciceroläßt (äs orat. I, 34) den Crassus von dieser Uebung reden, fügt aber hinzu: ssä postanimaävsrti lioo ssso in Iroo vitii, guoä sa vsrda, guas maxims ouiusgus rsi propriaguaegus ssssnt ornatissima st optima — oooupassst Eraeolrus, si sius midi oratio-nsm körte xroposuisssm: ita si eisäsm vsrläs utsrsr, uiliil proässss, si aliis, stiam-odssss, oum minus iäonsis uti eonsusscsrsm. Quintilian (X, 5, 5) hat bessern Muth:uam nsgus ssmpor sst ässxoranäum aliguiä iilis, guas äiota sunt, mslius xosssropsriri: nsgus aäso isiunam ae paupsrsm natura slogusutiam ksoit, ut una äs rsbons äioi nisi ssmsl non possit. Am gefährlichsten wird diese Uebung, wenn man siezu der ampiilicatio oder äilatatio ausdehnt oder zu der ooaretatio beschränkt. Unwahr-heit und hohle Phrasenmacherei wird damit begünstigt und deshalb schon hat I. Sturm(äs imitat. orat. I, 11) es entschieden gemisbilligt; Gesuer in den xrimas linsao p. 22behält sie, um zur Periodenbildung hinzuführen, auch Heineccius S. 67, 482. Viel-gebrauchte Hülfsmittel waren, abgesehen von Erasmus äs äupiisi oopia, besondersA. Büchner äs oommutata rations äiosnäi (Vitsdsrg'. 1664, 1665. 1>ips. 1680, 1689),El. Major äs varianäa orations lidsr (äsnas 1684); Rosa äs moäo varianäi ssn-tsntias psr troxos st ki§uras (Stettin 1657) und Weißborns statsra latiuitatisäudias st variatas (lrixs. 1709).
In der eben angeführten Stelle Ciceros wird noch die solutio oarmiuis, d. h. dieUebertragung von Dichterstellen in Prosa erwähnt; auch Quintilian (X, 5, 4) empfiehltdies Progymnasma: uam st sudlimis Spiritus aätollsrs oratiousm potsst st verkapostica libsrtats auäaciora non prassumunt sanäom propris äicsuäi kaeultatsm. 8säet ipsis ssutentiis aäicsro liest Oratorium robur st omissa supplsrs, sckusa sud-
Arnoldt II, 250.
Cchmid, das Recht der Schreibllbungen S. 34.
***) Auch für diese Uebung galt der Name Chrie. Christ. Weise subsiäium äs clrrüs. Dresden 1701.