Lateinischer Unterricht.
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zukamen und als Vorübung äiulo§i. Die imitativ einzelner Stellen wird in sxsreitiaLMvn^mioa, metaxllrastiea, soxürustiea, xaruxiirastioa und anuIzUioa, zersplittert. SeitComcniuS tritt die variatio mehr hervor, die bald als amxliüsutio, bald als ooarotatiogehandhabt wird; die Auflösung eines Gedichts in Prosa, die unglücklichste Uebung, wirdbisweilen gefordert. Ueber die Praxis der Jesuiten spricht Jouvency p. 22; er empfiehltepistola aä amionm, oratinuonla, äselamakinnonla, und üistoriae 8ueras und prokanas;bei der imitativ (Uantoins liistoirs x. 48) soll eine Stelle Cicero's übertragen werdenaä aiinck ar§umsntnm simiis vst oontrarinm, nainentlich aä xium arZmmsntum. —Bei allem Flciße, den man hierauf verwendete, fehlt es nicht an bittern Klagen, wie1661 in Halle (Vormb. II, 551): xroäunt st xsräunt maximos stnckisrnm Iruotusseüotastioi, ckum nultis eomminatisnidns, nntta xasns satis aosnrata äiseixtina possnntaäissi aä sxsroitationsm ssrmonis romani. tzuasenm<pns aut seriduntnr ls§ss autirrvALntur mutotas aut sonstituuutur si^na vst uotas: vst soutsmnuutur vst slu-äuutur a oomxturidus. 6uius rsi kons sst «xuorunäam xsrvsrsitas imxia, czui xost-üaditis omnidus st xrasosxtorum st sotiotarotiarum monitis st insrsxatiouidus irriäsutstiam iltos st omuibus sauuis sxa§itaut, guos auäiuut togusuäo ss sxsrosrs itÜ8«pusostsutatiousm ao us8oio <puam iastautiam sruäitionis auäsut tribusrs. Von welcherArt die Schülerarbeiten waren, zeigt die Zusammenstellung, welche Krüger aus einerreichen Sammlung des Martineums in Braunschweig unter dem Titel „die Primaner-arbcitcn gegen Ende des 17. und im Anfänge des 18. Jahrh." 1860 gegeben hat. DieHallischen Pietisten haben die imitationss und xaraxürassL nicht aufgegeben, Disputa-tionen veranstaltet und besonders das sxsroitium Oratorium schon um der zahlreichenastus oratorii willen fleißig betrieben. In der Schulordnung bei Vormb. III, 250 istdas Verfahren dabei genau beschrieben und dort finden sich auch die praktischen Bemer-kungen über den Umfang der Arbeiten. Außer den Reden wurden sxistolas geliefert, xarsn-tationss, pansAzuüoi, ourrioula vitas und iuseriptionss. Diese Aufzählung entspricht derdamaligen Theorie, welche zuerst Briefe, dann Reden behandelt (hier wird die alte Drei-teilung aufgegeben und ein neues Asuus äiäascalioum mit seinen Unterarten, denäeelamatiouss und pauö§z'risi, geschaffen), dann kommen äialvssi und schließlich in-8erixtions8 d. h. Epitaphien, Kenotaphien und andere Monumente. Denn seit 1660war eine wahre Manie dergleichen anzufertigcn bei Politikern, Gelehrten und Schul-männern ; die Italiener haben eine große Meisterschaft entwickelt und thun es noch heute(die antike Epigraphik liegt ihnen viel näher); bei uns hat die Neigung dafür um dieMitte des vorigen Jahrhunderts aufgehört. Für die bessere Uebung bei der Abfassungder Reden griff man zu den Neulateinern.*) Gesner will zwar von diesen nichtswissen, aber bei den von ihm vorgeschriebenen Hebungen, kleinen Briefen, Chrien, Er-zählungen, kurzen Reden, soll der Lehrer nicht bloß die Disposition dictiren, sondern aucheine Ausarbeitung in deutscher Sprache, „welche die stärkeren gleich lateinisch, die übrigenaber deutsch nachschreiben" (Vormb. III, 396). Wie in der Braunschw.-Lüneburg. Sch.-O.ein besonderer Abschnitt, der dreizehnte, „von den lateinischen Sprachübungen im Schreiben"handelt, so auch das siebente Capitel der sächs. Sch.-O. „von der Uebung im Schreiben"(Vormb. III, 652): „In der obersten Classe wird auch alle Woche ein deutsches Argu-ment dictirt, aber gleich lateinisch nachgcschrieben. In denselben Ordnungen soll manauch den Schülern aus eigenem Kopfe zu schreiben aufgeben, damit sic die Redekunstund Vcrnunftlehre anwenden lernen. Von Erzählungen, Complimentir-Briefen, kurzennatürlichen Anreden und loeis oommnnidus sollen sie den Anfang machen, auch in derobersten Classe mit ganzen Reden und solchen xroAMimmnukidus abwechseln." Dasvorgeschriebcne Verfahren zeigt schon einen wesentlichen Fortschritt, denn die Lehrer solleneinen Gegenstand wählen, dem die Schüler gewachsen sind, d. i. „dazu sie die Sache
*) Auch später kam man darauf zurück, wie Unlmlesn aä Nnret. IV, p. VII. und IVxttsndaelrbibl. erit. X, p. 515.