Lateinischer Unterricht.
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Philologie behandelt; lange Zeit war diese Theorie von der theologischen Hermeneutikabhängig. I. A. Ernesti und. Morus haben sich auf den iutsrprss novl teskumsnkibeschränkt und aus ihnen hat Chr. Dan. Beck seine eommentutionss äs interxrstutionsvetsrum sorlxtorum 1780—98 in dem Räsonnement geschöpft. Auf Böckh's Darstellung(Encykl. S. 79) hat Schleiermacher in zwei Abhandlungen über den Begriff der Herme-neutik (Werke III, 334) großen Einfluß geübt. Während die Theologen immer fort dieseTheorie für ncutestamentliche Exegese ausgebildet haben (Keil, Lücke, Klausen bis aufImmer 1873), hat die seltsamerweise von dieser llermensutisu saeru gesonderte Irerm.xrokanu wenig Bearbeitungen gefunden. Die älteren, wie Huet äs interpretations(Paris 1661) und I. H. Ernesti eomxsnäium llsrmensutieus prokunus Leu äs lsxsnäisserixtoridrw prokunis pruecspta nonuullu (Lpz. 1699), I. L. Rudorf äs urts Intsr-pretanäi sorlxtorss veterss prokunos (llixs. 1747) kennt man heute kaum; Bauer 1753und Scheller's Anleitung (1770 u. 1783) sind aus Ernesti's Vorlesungen geschöpft,lieber Wolf ist auf Arnoldt II, S. 220 zu verweisen, Bernhardy ist zu einer zweitenBearbeitung seiner Encyklopädie leider nicht mehr gekommen. Sonst giebt cs nur kürzereAbhandlungen von Eichstädt (1824), von G. Hermann (äs oküolo iutsrpretis 1834 undOxuse. VII, x. 97), Nipperdey in den oxuseulu x. 563 u. Cobet (oratio äs arts iutsrprstauäi1847). Es ist vielleicht gut, daß man jetzt kein System von Regeln aufstellt, wo unsere Phi-lologie wissenschaftliche Commcntare geflissentlich verschmäht und die diplomatische Kritik über-wiegt. Auf der Philologcn-Versammlung in Wiesbaden 1877 hat Steinthal einen Vortragüber die Arten der Interpretation gehalten und in demselben das allgemein menschliche Ver-ständnis von dem philologischen durch die künstliche Herbeiführung aller der Bedingungenunterschieden, unter denen allein das Verständnis möglich ist. Er unterscheidet grammatische,sachliche und stilistische Interpretation und faßt die letztere in einem weiteren Sinne derAufgabe der Composition in Bezug auf den Inhalt. Wenn jene drei sich auf alle Schrift-steller beziehen, so muß in Beziehung auf den einzelnen Schriftsteller die individuelleInterpretation hinzukommen, welche die Eigenthümlichkeit desselben beachtet, die historische,welche die Zeitumstände berücksichtigt, und die philologische, welche in die geistige Werk-stätte des Verfassers einführt und erst das rechte Verständnis für die andere Weise derInterpretation giebt. Schulmänner haben früher dicke Bücher geschrieben, wie Sulzcr,Gedanken über die beste Art, die elastischen Schriften der Alten mit der Jugend zu lesen,Nürnberg 1765. 1781, oder Pauli, Versuch einer vollständigen Methodologie für dengesammten Cursus des öffentlichen Unterrichts in der lat. Sprache und Litteratur, Tübingen1785—99 in 3 Bänden — jetzt wird dergleichen dürftig genug und meist declamatorischin Programmen verhandelt, z. B. Krebs äs vsra, seriptorss vstsrss ln scllolis intsrxrs-t-mäl raklous, Weilburger Progr. 1826, I. Jordan äs sorlxtorum vetsrum ln soliolisleotions, Progr. von Ansbach 1828, Schumann äs Ilbsrtuts intsrprstis, Meißen1840, Matthiae in Verm. Schr. S. 161 (rein subjectiv), Schirlitz äs vetsrum seri-xtorum sorum älLsixuIls superiorum oräinum interxrstations (Progr. von Nordhausen1828), Gernhard äs eautionidus ciulllusäum ln sollolustiou vstsrum serlptorum lntsr-xrstutions uäinbenäis (Progr. von Weimar 1833), Muther zur Methodik der altclasflschenLectüre (Progr. Coburg 1856). Manch guten Wink giebt Döderlein (öffentl. Reden S.277, Reden und Aufs. I, S. 252); auch aus den Lebensbeschreibungen tüchtiger Schul-männer ist viel für den Lehrer zu lernen.
Von der rein grammatischen Erklärung, die den Schriftsteller bloß als eine Bei-spielsammlung für die Grammatik betrachtet und für die der Inhalt ganz gleichgültig ist,darf man jetzt nicht mehr reden. Ebenso wenig von dem andern Extrem, welches denText als ein dürftiges Compendium der Rcaldisciplinen behandelte und deshalb alleszusammentrug, was zur Erklärung der vorkommenden Sachen sich auftreiben ließ. Aberauch bei der sprachlichen Seite genügt wenigstens in der obersten Elaste das rein materielleVerständnis nicht; es ist dabei die Eigenthümlichkeit in der Ausdrucksweise jedes Schrift-stellers zu beachten und die Kunst der Darstellung, die Composition im ganzen und die