Lateinischer Unterricht.
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deren sich C. Gracchus bedient hat. wird oft erwähnt?) Noch als Princeps übte Augustuöseine Stimme unter einem xlionasous (Luston. ^n§. 84). Wenn auch die Stimme zu denGaben gehört, welche die Natur verleiht, so längnet Cicero (äs orat. III, 60) doch nicht, daßder Unterricht selbst bei mangelhaftem Organ manches bessern könne. Was zu einer solchenBildung gehört, werden wir aus Quintilian XI, 3, 17. lernen. Die Rede soll gleichsam zueiner Malerei der Gedanken werden. Deshalb nahmen die Redner Unterricht bei den Schau-spielern, die, wie RosciuS, förmliche Schulen hielten.^) Solch knnstmäßiger Vortrag wirdbei uns sehr vernachläßigt. Erst neuerdings hat Nehdantz^*) darauf aufmerksam gemacht,daß in den Schulen ein lautes Lesen der Texte eingeführt werden müße, wie es aus demCharakter der alten Sprachen sich mit Nothwendigkeit ergiebt. Daß es laut sein müße, scheintselbstverständlich, wird aber vielfach verabsäumt. Es muß aber auch die scharfe und deutlicheBezeichnungsart, die Energie zum Ausdruck kommen bei den Rednern und der Wohlklangdes Dichters als ein schöner vernommen werden. Hat Horaz umsonst gesagt os tsnerumxusri bulbumgus xoeta ü§urat? Selbst das Pathos der Empfindungen hat bei dem Vor-trage seine Berechtigung. Schauspieler sollen damit nicht gebildet, aber eine Einwirkungauf die Geschmacksbilbung erreicht und eine Freude geschaffen werden. Es wird nicht nöthigsein nach dem Vorschläge von Rehdantz das Lesen des Textes vor der Uebersetzung abzu-schaffcn,-s) um Zeit dafür zu gewinnen; beides läßr sich recht gut vereinigen.
lieber Präparation verweise ich auf Bäumlein in dieser Encykl. VI, S. 156und füge zu der dort angeführten Litteratur nur hinzu Wolf kl. Schr. I, 171; Doberenzin dem Progr. von Hildburghausen 1850 S. 7; Metzger in dem Corrcspondcnzbl. fürdie gelehrten Schulen Württembergs 1851 No. 8; Schwarz in der Zeitschr. für dasgel. und Nealschulw. III, 257; Hoegg in Jahns Jahrb. Bd. 61, S. 324; Rothfuchss^ntaxis ornatu u. s. w. S. 42; Schräder S. 364; Krüger in dem Progr.: Die Lectüreder gr. und lat. Classiker, Braunschweig 1848; Kern in der Mittelschule I, 550 und Antonin der Zeitschr. f. GW. 1873 S. 65. lieber die Freundschen Präparationen, welcheseit 1846 verbreitet werden, habe ich kein llrtheil, weil ich sie nur sehr bruchstück-weise aus confiscirten Blättern kennen gelernt habe. Uebergangen ist das in einigen nordi-schen Ländern übliche Verfahren,-sch) daß der Lehrer den Schülern das Pensum übersetztund in den schwierigeren Stellen erklärt, aber in der nächsten Lection ein genaues uudvollständiges Wiedergeben des in der vorigen Lection Gesagten fordert und dazu nochFragen über solche Dinge stellt, über welche bereits früher eine genügende Auskunft ge-geben ist. Mir ist es unbegreiflich, daß Jngerslcv ft-sch) dies Verfahren vertheidigt hat,und noch viel schwächer sind die von ihm dafür beigcbrachten Gründe. Au selbständigesArbeiten wird wenigstens der Schüler nicht gewöhnt, ja er wird durch die Unmündigkeit,in welcher er fortwährend gehalten wird, sogar dazu unfähig. Es soll auch jetzt in der Regelnur in den untern Classen noch geschehen, in den oberen selten. Und doch läuft AntonsVorschlag, der mit einem von Schäfer früher in Ansbach beobachteten Verfahren über-einstimmt, auf dasselbe hinaus, wenn der Lehrer vorher dem Schüler die meisten Vocabelnsagen und schwierige Constructionen klar machen soll. Noch schlimmer war die Sittemancher Länder den Schülern eine deutsche Uebersetzung zu dictiren, nach der sie sich fürdie folgende Lehrstunde zu präpariren hatten, das berüchtigte Tcxtschreibcn. Die Nach-theile dieser Methode werden nicht dadurch beseitigt, daß man dem Schüler diese deutscheUebersetzung als eigentliche Präparation aufbürdet, zumal bei der Leichtigkeit gedruckteUebersetzungen zu erlangen. In Bayern ist dagegen sogar ein Ministcrial - Erlaß 1837gekommen (Roth, das Gymn.-Schulwcsen in Bayern S. 52).
*) Lie. äs orat. II, 60, 226. tzuint. I, 10, 27. Vater, ölax. VIII, 10, 1. 6sI1. I, 11, 10.
**) Wolf kl. Schriften S. 955.
***) Verhandlungen der Braunschwciger Phil.-Vers. S. 97.
1) Auch Köchly S. 53 hat das verlangt.
ff) Schund hat Einiges nachgeholt Bd. II. eä. 1. S. 319.
sftt) Bemerkungen über den Zustand der gelehrten Schulen S. 10.