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11 (1878) Rußland; Lateinischer Unterricht; Sprache
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Lateinischer Unterricht.

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wie billig. In Frankreich sind dieselben zahlreicher, meist in Verbindung mit den Geor-gien, wie von Sommer.

Das vollendetste Werk des Dichters sind unzweifelhaft die Okor§ica, in denen sichNatur und Kunst vereinigt haben ein vortreffliches Lehrgedicht zu liefern. Damit nundie Schüler auch ein didaktisches Gedicht von größerem Umfange kennen lernen, oder garum Sinn für die Natur und deren stets frische Schönheiten zu wecken, hat man es wohlfür das vierte Halbjahr der Secunda geeignet gefunden. Aber was sollen ökonomischeRathschläge, landwirthschaftliche Unterweisungen, physikalische Beobachtungen für den Land-mann als Lectüre in der Schule? Klotz wollte sie nur für akademische Vorlesungen; nunhaben wir auch eine besondere Schulausgabe von Glaser (1872), die sich neben der vonSchaper verbesserten Ladewigschen Ausgabe (1876 bereits in 6 Aust.) Bahn brechen will.

Die ^kusis*) war bei des Dichters Tode unvollendet. Wohl hatte er auf An-trieb und unter reger Theilnahme des Augustus einzelne Bücher vollendet und auch vorgelescn,aber ein dreijähriger Aufenthalt in Griechenland sollte erst die Muße zu vollständiger Aus-führung gewähren. Da dies durch den Tod des Dichters verhindert wurde, sollte das Ganzeverbrannt werden, indes drang Augustus auf die Herausgabe. Der bescheidene Dichterwollte das unvollendete Werk nicht veröffentlicht wissen. Wie weit dabei die Rcdaction desL. Varius und Plotius Tucca gegangen ist, wißen wir nicht. Aber schon bei des DichtersLebzeiten ist sein Epos neben die Ilias, ja über sie gestellt**) und der Dichter wurde imTheater wie der Princeps geehrt, ***) das ganze Volk betrachtete es als das nationale Epos.Wie das Mittelalter nach diesem Vorbilde die deutsche Heldensage behandelt hat, ist jetzt all-gemein bekannt; nachher verwandelte sich sein Held in das romantische Gewand der ritter-lichen Zeit. Daher kommt die unbegrenzte Verehrung bei den romanischen Völkern, nament-lich bei den Franzosen, deren viele ihn in der bekannten gukrsllk äes a-noiens kt äks moäsr-ussf) hoch über Homer stellen. Den Anfang mit einer Herabstimmung dieser Bewunderunghat Markland (praok. Ltatii p. XXI) gemacht, ohne damit bei seinen nächsten Zeitgenossengroße Beachtung zu finden; nach ihm sind sie oontraäiotoria, lanAuictn, sxilig,, nn§utorm,sxiritn kt inuikstnts oarminis llsroioi äkksota. Erst Wolf ff) suchte dieses Urtheil wiederhervor und seitdem fehlte es nicht an eifrigen Tadlern der inneren Leere und des fühlbarenMangels an schöpferischer Kraft oder an Interesse fff) bis zu den Uebevtreibungen Güthlings(Ztschr. f. GW. N. F. IIIS. 883). Auf jenes Urtheil Marklands sich stützend hat HofmanPeerlkamp in seiner Ausgabe (llsiäak 1843) nachzuweisen versucht, daß schon Tucca undVarius manches ergänzt haben und daß zahlreiche Interpolationen auch später hinzugekom-men sind, durch welche das Gedicht verdorben ist. Im ganzen ist diese Ausgabe des feinenKenners der römischen Dichtersprache nicht genug beachtet; einzelnes ist in kleineren Schrif-ten bestritten, *f) anderes noch erweitert und bei den Unebenheiten bis zu einer Scheidungsolcher fortgeschritten, die ihren Grund in der Unfertigkeit des Gedichts oder in Inter-polationen haben. Man muß nur den Schüler, der seinen Virgil neben Livius liest, sol-chen Urtheilen gegenüber auf den richtigen Standpunct stellen. Er ist allerdings ein Nachahmerder Griechen, aber diese Nachahmung liegt mehr in den Gleichnissen und einzelnen Verhältnissen;er ist ein Kunstdichter, der nicht mit Homer parallelisirt werden darf und der in der ganzen

*) Die seltsame Form des Wortes haben Uobsek patllolox. p. 477 und bcs. Ungcr in einerFriedländer Festschrift im Jahre 1853 erklärt.

**) llroxsrt. III, 84, 65. tzuint. X, 1, 85, 86.

***) Davit. ckial. 13.

f) ktigault, oeuvres completss 1. I. (?aris 1859.)ff) Analccten II. S. 387.

fff) Becker die Dichtkunst S. 292. Schelle S. 804; auch Hegel Aesthetik III. S. 370.

*f) So im Progr. von Siebelis (Hildburghausen 1845) und Freudenberg (Bonn 1845) odervon Rau (Leiden 1846); weitere Ausführungen über die ersten sechs Bücher Conrads in dem TriererProgr. 1863. Vgl. Ribbeck proi. p. 59. Jetzt Schaper, über die in der ersten Hälfte der Aeneisdurch die moderne Kritik gewonnenen Resultate in der Zeitschr. f. GW. N. F. XI. S. 6595.