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Lateinischer Unterricht.
und Grysar haben, nicht aber eine Schullectüre auch aus den Tristieu machen. — DieMetamorphosen müssen für Tertia genügen.
Für die Secundaner ist Virgils die Dichterlectürc; er hat den Römern dieepische Sprache geschaffen und mit dem gewissenhaftesten Fleiße an der Correctheit undFeinheit seines Versbaues und seiner Darstellung gearbeitet. VsrAilium xuuoissimosäis oowposnisss vsrsus uuotor sst Vurins erzählt Quintilian X, 3, 8 und dazu dieAnekdote bei Gellius XVII, 10. Dies und der für die Römer anziehende Stoff habenihm frühzeitig Eingang in den Schulen verschafft. Lust, äs Z-rnmm. 16 tz. dasoilinsLpirotu — primus äioitur Vsr§1Iium st alios postns novos xruslsAsrs cospisss unddazu Quint. I, 8, 5: optims institutum sst, nt all Homers utgus Vsr^ilio loetioinoixsrst und viel später noch ^UAnstin. äs oivit. äsl I, 3: Vsr^ilinm xroptsrsg,xarvuli IsZmnt, nt postu viäslicst muMrus omumiugus prusolurissimns utgus oxtimnstsnsris sbibitus unimis non laolls ollllvions possit abolsri. Daher die große Zahlder Grammatiker, die ihn von M. Valerius Probus bis auf Servius commentirt haben,daher die fleißige Verwerthung in den Schulen der Rhetoren. Wohl sträubten sichmanche Kirchenväter und andere nachher gegen den Heiden, aber schon im nennten Jahr-hundert ist er in den Schulen der Klöster. DaS Mittelalter hat in Neapel auf ihndie Wunderthaten eines Zauberers, in Rom die eines schützenden Helfers gehäuft und beiDante tritt er in die Mitte zwischen Heidenthum und Christenthum.*) **) Seit derRenaissance ist sein Ansehen in den Schulen fast unangefochten geblieben. Die älterePraxis las alle seine Schriften und zwar in der chronologischen Folge, in welcher siein den Ausgaben sich finden. Dagegen ist zunächst Einspruch zu erheben.
Der Zeit nach gehen die Luoolieu voran, soloZms von den Grammatikern genannt,Nachahmungen, ja zum Theil Uebersetzungen aus Theokrit mit allegorischen Uebertragungenauf Personen und Ereignisse der Gegenwart, die dem „Lehrlinge der Griechen" nicht immergeglückt sind. Damit die Lectüre dieses Dichters überhaupt zu beginnen war ein verkehrterGedanke, denn zu dem rechten Verständnis derselben wird die Bekanntschaft mit demgriechischen Vorbilde und eine recht umfassende Gelehrsamkeit vorausgesetzt. Ich werdesie gern vermissen, obschon ich sie manchmal in der Schule habe erklären müßen. Garseltsam aber klingt die Bemerkung von Frick: „Die vierte Ecloge darf ihres beziehungs-reichen Inhalts und der Bedeutung wegen, welche sie für die mittelalterliche Welt hatte,dem Scbüler nicht unbekannt bleiben." Also darum weil Kaiser Konstantin der Großedarin eine Prophetie auf Christus gefunden, Lactantius sie auf die Wiederkunft Christiund das tausendjährige Reich bezieht, Augustin hier den Propheten unter den Heiden er-kennt, Märtyrer durch die Lectüre derselben zum Glauben bekehrt sind, darum sollen auchunsere Schüler an dieser Lectüre sich erbauen! Die Erhebung des Dichters zum Messias-boten mochte im Mittelalter zur Empfehlung dieser Studien dienen, wir bedürfen der-gleichen nicht mehr. Und er ist noch dazu ganz unschuldig an diesen Verirrungen, da ernicht einmal das Consulat des Pollio und dessen gleichzeitig geborenen Sohn, sondernden Augustus feiern will und bei dem pusr an den von Marcellus und Julia zu hoffen-den Enkel denkt.***) Die ästhetischen Mängel will ich nicht besonders erwähnen. DerDeutung auf das von Scribonia erwartete Kind stehen chronologische Bedenken entgegen.Bacchus als rmsosus xusr denkt wohl nur Plüß (Fleckeisens Jahrb. 1877 S. 69).Eine Schulausg. gab F. Glaser 1876, in welchem der sachliche Commentar überwiegt,
*) Ich weiß recht wohl, daß VsiZilius die allein richtige Namensform ist; schon Polizianohat sie gefordert (vgl. Hagen in Fleckeisens Jahrb. Bd. 95. S. 608); aber darum bin ich nichtPedant genug, auch im Deutschen Vergil zu schreiben. Ich denke darüber wie Ritschl Opusc. II, 779.
**) An die Stelle vieler kleinen Schriften tritt jetzt Dom. Lomxuretti Vergilio nsl msäici svo,1872, auch deutsch von Hans Dütschke, Lpz. 1875.
***) Schaper in Fleckeisens Jahrb. 1864. S. 683. 769. und in dem Posener Programmvon 1872. Vgl. darüber Eebhardi in Zeitschr. f. GW. 1874. S. 561. Plüß in Fleckeisens Jahrb.