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11 (1878) Rußland; Lateinischer Unterricht; Sprache
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Lateinischer Unterricht.

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Prima gelesen zu werden." Wie dies nach Absolvirung der Bücher äs orat. möglich seinwird, begreife ich nicht, da ich in der Regel nur eines dieser Bücher zu Ende zu bringenim Stande gewesen bin. Zur Privatlcctüre eignen sich einige Partieen vortrefflich.Inzwischen zeugt die Menge der Schulausgaben für weite Verbreitung. Wir habensolche von Stern (1837), H. Meyer (1838), C. Peter (1839), Ellendt (1825 und 1844),O. Jahn (seit 1849, vierte Ausl, von A. Eberhard) und Piderit (1862 und 1875); dievortrefflichen Commentare von Seb. Corrado (1552) und von Curione (1564) werden leidernicht mehr beachtet.

3. In dem Orator aä LI. Lrutum wollte Cicero das Idealbild eines vollendeten Red-ners aufstellen, gleichsam sein Vermächtnis (e. 1,2), yuas sit optima sxseiss atMSüxura äiosnäi. Er spricht sich über seine Absicht bestimmt aus lüpisff. aä lam. VI18, 4: Oratorsm msum tanto oxsrs a ts xrobari valäs §auäso. Lliüi yuiäem siexersnaäeo ms c;uiäc;uiä Imlmsrim iuäieü äs äiesnäo in illnm librnm contuüsse.tzui si sst talis, <iualsm tibi viäsri seribis, 6§o Moiffus aliciuiä sum: sin aliter,non reeuso, iffuin gnantnm äs illo libro tantnnäem äs msi iuäieü tawa äetrabatnr.üeptam nostrum eupio äsleotari iain talibus seriptis; stsi absst waturitas astatis,iam tamsn psrsonars aurss sius buius moäi voeiüus non sst inutils. Die letzteBemerkung, wesentlich verschieden von dem Werthe der Schrift äs orators für den jungenLentulus, sollte uns vorsichtig machen bei der Benutzung für die Schule. Es ist dochkein Ganzes; auf die slooutio, den Periodenbau und den numsrus, die vor ihm nochin keiner andern Schrift behandelten Gegenstände, geht er ausführlich ein. In sprach-licher Vollendung ist es ein Kunstwerk. Zur Privatlcctüre eignet es sich nicht, auch zuder Erklärung in der Schule gehört eine vorzügliche Prima. Schulausgaben von O. Jahn(1851. 1859. 1869) und von Piderit (1865), ältere von Schirach (1766) und sehrgelehrt von Göller (1838).

4. Unbegreiflich ist es, daß Piderit 1867 auch die xartitionss oratorias für denSchulgebrauch erklärt hat. Allerdings hat Cicero das Büchelchen für seinen SohnMarcus geschrieben, aber er giebt doch nur einen ziemlich trockenen Katechismus inFragen und Antworten eines Sohnes und eines Vaters, hier des Cicero selbst. Essind die drei Hauptpuncte äs vi orutoris, äs orations, äs Huasstiouibus, auf welchedie gesammte rhetorische Wissenschaft zurückgeführt wird. Mag immerhin Quintilian(III, 3, 7) die Schrift ihrem Inhalt nach beachtenswerth finden und das fünfzehnteund sechszehnte Jahrhundert sie in den Schulen als Lehrbuch benutzt und deshalb viel-fach commentirt haben,*) für uns hat eine derartige Zergliederung des rhetorischenOrganismus in dem Unterrichte der Jugend keinen Werth mehr.

Neben Cicero ist seit dem vorigen Jahrhundert Quintilians iustiffuffio oratoriugekommen. In dem bunten Gemisch der Braunschweig-Lüneburg. Sch.-O.**) sollenBuch 1. 10 und 11 unter Beistand eines guten Lehrers gelesen und der Rest derJugend „zur ikrivat-Osotion" überlassen werden. Nachher bezog man sich auf die be-rühmte Kabinetsordre vom 6. Sept. 1779 Friedrichs des Gr.,***) der ein Bewundererdieses rhetorischen Lehrbuchs war, aber doch nur einen deutschen Quintilian als Lehrbuchfür die Schulen^, verlangte, weil die jungen Leute auf den Universitäten nichts davonlernten. Eher kann man die Auctorität von Wolf ff) anführen: „Haben wir erst einegute Ausgabe zur cursorischen Lectüre, so ist er ein Schriftsteller, den man mit derJugend lesen muß, theils der Sache, theils der herrlichen Sentiments wegen;" daszehnte Buch erschien ihm zur Repetition der griechischen und römischen Literaturgeschichtebesonders geeignet. Dieselbe Ansicht fand auch auf der vierten preußischen Tirectorcn-

*) Lrd. Uouseü äisquisitio äs Oie. xurt. orat. Helmstedt 1723.

**) Vormb. III, 389.

***) Preuß, Fr. d. Gr. III. S- 331. Oeuvres Vol. VII. p. 196.

ff) Arnoldt II. 170.