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Lateinischer Unterricht.
hat einer gemeint, sic böten zu wenig Interesse, und auf der vierten preußischen (S. 116)haben sich zwei Schulen dagegen erklärt, darunter eine Realschule. Brandau will nurOrator und Brutus, die auch allein in der oiusss äs rllstoriqus der französischen Lyceenvorgeschrieben sind, Palm nur Brutus. Die Bücher äs orators verdienen den Vorrang,dann Orator, zuletzt Brutus; ich würde mich gern ausschließlich mit den Büchern äs oratorebegnügen. Cicero hat sie in der Zeit unfreiwilliger Muße mit großer Sorgfalt abgefaßt undseine große Freude an ihnen gehabt (Bpist. aä ^.tt. IV, 13, 2. XIII, 19, 4) und auch derFreund Atticus erhob sie in den Himmel (aä ^ttio. IV, 16, 2). Daß er dabei der Jugendnützlich zu werden beabsichtigte, zeigt der Brief an Lentulus (aä tamll. I, 9, 22): guosarbitror Bsutulo tuo kors non inutilss, abirorrsut suim a ooiuwuuibus prascsptisatgus omusm autiguorum ^.ristotsliuw st Isooratiam ratiousm Oratorium oowpis-etuutur. Die alten Rhetoren stimmen in dem Lobe überein. Die Humanisten behan-delten sie in ihren Vorträgen. Sturm führte sie in der obersten Classe des StraßburgerGymnasiums ein, außerdem erscheinen sie 1570 in Breslau*), und in der Görlitzer Schul-ordnung von 1609 heißt es:**) Oiosrouis sxMeautur libri äs orators, libri Mipraeclarissiwi st multas xruäsutias, gut non moäo tu Italia, xostguam sos Ouariuusrsxsrit, SLsitaruut bowiuss aä sle§autius äiosuäum, ut sx Mis ixsis libris rsuatassss elogusutia viäsretur, ssä tu boo ^uogus uostro x^muasio aä äissuäi kaoultatswkormaruut multos, ürmaruut uou paucos. Das ist freilich nur eine beschränkte Auf-fassung für die stilistische Verwerthung. Es ist mehr als die meisterhafte Darstellung, diesich in der Klarheit und Schönheit des Ausdrucks zeigt, oder die künstlerische Anlagedes Dialogs, den er durch zwei so hervorragende Redner, wie Crassus und Antoniusführen läßt, auch der reiche und interessante Inhalt, den die auf dem Leben und derErfahrung beruhenden Anweisungen gewähren, muß in Betracht kommen. Unbegreiflichist es, wie jemand das wohlgegliederte Werk nicht übersichtlich hat finden können.***)Für die Schule bearbeitet von Pidcrit 1859, 1862, 1867, 1873 und 1878 (von Adler)und von G. Sorof, Berl. 1875, der mehr das grammatisch-stilistische Element in's Augesaßt, Piderit das Historische und Technische. Beide würden durch die Benutzung derälteren Kommentare von Strebsr (Ltrsbasus 1540) und Omer Talon (Vuäowurus Vulueus1553) und der Scholien PH. Melanchthons viel praktische Winke für die sachliche Erklä-rung erhalten haben. Für das erste und zweite Buch ist auch M. Ant. Majoragius(1607 und 8) zu gebrauchen.
2. Etwas anders verhält es sich mit Brutus äs sluris oratoribus, in welchem aufdie Theorie der Beredsamkeit eine Geschichte derselben folgen soll. In chronologischerFolge werden die Redner von den Anfängen an bis zu dem Tode des Hortensius auf-geführt — äs ms äiosrs uibil sst usessss sagt er §. 151 oder §. 328 äs ws aliiclissut, si gui voisut. Daß er dabei eine Selbstvertheidigung besonders gegen diepseudo-attischen Redner beabsichtigt habe, ist unbegreiflich, denn was er über seinen Bil-dungsgang hinzugefügt oder die Urtheile anderer über seine Meisterschaft dienen dazunicht. Eine kurze Uebersicht über die griechische Beredsamkeit schickt er voraus. Darinund in einzelnen Einschaltungen — wie über das llrtheil des Volkes vom Redner, überden Atticismus, über die Bildung der Sprache durch den Umgang, liegt das für dieJugend Werthvolle, denn das reiche litterarhistorische Material giebt zu viel unbekannteNamen, zu viel todten Stoff, den auch der gelehrteste Lehrer nicht wird beleben können.Will man ihn lesen, so Überschläge man vieles, lese ihn aber nicht etwa in Secundaeursorisch, wie Danzig auf der vierten preuß. Dircctorenconferenz S. 117 gemeinthat, sondern in Prima. Selbst Piderit sagt nur: „er verdient doch zu Zeiten in der
*) Vormb. I. S. 201.
**) Vormb. II. S. SS.
***) I. A. Erncsti äs prasstantia librorum äs oral. Bips. 1736. Gierig vom ästhetischenWerthe der Bücher äs orat., Fulda 1807, Tromph eller, Versuch einer Charakteristik,Coburg 1830.