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Lateinischer Unterricht.
Lehren der Griechen über die gesammte Pflichtenlehre znsammenzustellen und dem Sohneein Muster philosophischer Darstellung in schöner Form zu geben. Die Alten haben dieSchrift hochgeschätzt, wie Plinius (X. 8. xrask. § 23), gems Volumina oäiscsnäa, nonmoüo in manikus guotiäis llaksnäa oder Gellius XIII, 28 oder Hexander Severus(Immxriä. 30); seit dem 16. Jahrh. ist die Anerkennung allgemein. ErasmuS, MosellanuS,*)Mclanchthon**) im sechszehnten, oder die Gothaische Schulordnung,***) mirum gnam Oie. äsokücüis likri nou loeuplotont solum^orationom, soll ot moros kormont et aä virtutum oon-korant eoxnitionem, oder im vorigen Jahrhundert Funck likri clo olöeiis non kam 1s§enäiguam säisosnäi sunt, oder Friedrich der Große, der Garve den Auftrag gab das vorzüglicheWerk dem deutschen Volke in einer guten Uebersetzung zugänglich zu machen. Und aus demjetzigen Jahrhundert verweise ich auf die lange Darstellung von Schelle S. 430, ganz besondersaber auf Döderlcins Aufsatz, f) „ein Wort über Ciceros Officien" aus dem Jahre 1838.Dies sei eine wirkliche Jugendschrift, denn Cicero habe sie seinem Sohne nicht Ehren halberdedicirt, sondern ganz eigenthümlich (eigentlich?) für ihn ausgearbeitct, der mit unfernreifern Gymnasiasten auf gleicher Stufe der Geistesentwicklung gestanden habe — daherdie ganz besondere Popularität dieser Schrift. Der Lehrer solle nur nicht den Philo-sophen, sondern den gemüthvollen, erfahrenen Menschen darin finden. Kein Buch gebeeine so ausgesuchte Gelegenheit dazu den Schüler mit praktischen Lebensregeln zu be-reichern. Das führt er beispielsweise an den Regeln über den äußern Anstand und überdie Kunst und die Regeln einer gebildeten Conversation aus. In gleichem Sinne nenntNägelsbachff) es die Erörterung eines wohlmeinenden hochgebildeten Mannes über dieHauptgrundsätze einer populären Moral, die einen gewißen weltmännischen Anstrich hat.Ganz anders dachte: Wolf: fff) Itagus uisi seiromns sinAularss guasäam oansas olünvsrsatas iu soriptornm, gut invsntnti xraslssssrsntur, äslsstn kakonäo, miranäumossst likros äs oküsiis stsi mnlto aconratins serixtos, vsrumtamsn isti astati minusntilos in xlsrisgus sckolis rsgmars, Mrsonlanis vix unius ob altsrius ma§isiri ksus-üoio loenm oonssäi. Auch Roth*f) ist im Widerspruche gegen seine bayerischen Freundeauf denselben Gedanken gekommen. Einen andern Standpunct nahm der orthodoxeLutheraner Piderit ein, wenn er *ff) geltend machte, „die lebendigsten Naturen unter denSchülern wollen aus diesen Schriften sich das Sittengesetz nicht predigen lassen, aber diefrischesten und kräftigsten Schüler fühlen sofort den Widerspruch, der darin liegt, sich mitein paar einzelnen Strahlen eines abgeleiteten Lichtes zu begnügen, wo wir im Hellenvollen Sonnenlichte wandeln können." Freilich kann der Heide nicht alles auf den ge-rechten und gütigen Gott beziehen und die Pflichten nicht aus dem höchsten Gesetz christ-licher Liebe herleiten. Da dachte der Katholik Facciolati weniger engherzig: Oicsrouisollioiis nikil plano ässsss nee aä Koni viri nee aä Koni eivis institntionsm prastsrOkristi nomsn st anotorita-tsm, und sogar Lübker erklärte: Die Bücher äs oll. mäßenwegen ihrer trefflichen ethischen und historischen Grundlage in diesen Kanon, in welchemsie ehedem fast ausschließlich standen, wieder ausgenommen werden. Ebenso behauptetWinter, *fff) daß wenigstens die beiden ersten Bücher mit vollem Rechte einen der vorderstenPlätze in dem Kanon der Primanerlcctüre beanspruchen. Wenn er dabei Parallelen aus
*) llssäolog. IX. guoä is liker non llngnam moäo slogusntia pollat, ssä st pectus rsetismoribns instruat, unäs et ?Iinii inäieio non IsZsnäus, ssä aä verkenn sst säisesnäus.
**) Ron allem sxtat likellns äs moribns absolutior oküeiis Oiosronis.
Vormb. II, 46.f) Reden und Aufs. II, 242.
ff) Gymn. Päd. S- 129. Vgl. auch Orxsar proleZomsna aä 0!c. llkros äs Oküeiis. Progr.von Köln 1844.
fff) Kl. Schriften I. S. 349. Arnoldt II, 167.
'f) Gymn. Päd. S. 247.
*ff) Eo? I. S. 129.
*fff) Progr. von Vurg 1872.