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11 (1878) Rußland; Lateinischer Unterricht; Sprache
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Lateinischer Unterricht.

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Rom geschaffen zu haben (Vin. II, 5. HI, 2. dusc. II, 15, 35) und das Verdienst füruns die Lehren 'mancher Griechen erhalten zu haben bleibt unbestritten. Wir würdenihn nicht zu beachten haben, wenn Mommsen Recht hätte, daß hier der compilirendeVerfasser, welcher seine Bücher aus Griechen eilfertig und in verdrießlicher Stimmung zu-sammengeschrieben, gänzlich durchgefallcn sei, oder: „wer in solchen Schreibereien classische Pro-ductionen sucht, dem kann man nur rathen sich in literarischen Dingen eines schönen Still-schweigens zu befleißigen." Hiecke S. 188 begnügt sich hier und bei den rhetorischenSchriften mit einer Chrestomathie, die zugleich als philosophische Propädeutik dienen soll.Die Schule hält an einigen Schriften fest und macht es hier, wie bei den Reden, indem siedie Lectüre mit den kleineren beginnt. Von den früheren vier sind das somnium Loipionissin der qustriems der französischen Lyceen beibehalten) und die psraäoxs verschwunden, da-gegen sind Laelius und Cato erhalten oder wenigstens der Letztere. Der Unter-Secunda,in welcher beide in Norddeutschland gelesen werden, entspricht die unterste Gymnastal-classe Bayerns. In meiner Jugend las man zuerst den Laelius in Quarta, der Catofolgte; so wollte es die Tradition. Die gleichartige Behandlung stellt sie beide nebeneinander.

1) I-sslius äs smioitis wird wohl darum empfohlen,*) weil sich die Jugend sosehr für die Freundschaft interessiere; aber eben darum will sie nicht darüber reflectiren.Eher könnte man den geschichtlichen Grund, die genaue Charakteristik des Laelius, die aufErfahrung gegründeten Lebensansichten, die lebendige und praktische Ausführung hervor-heben. Aber Cicero betrachtet nur die Freundschaft zwischen Staatsmännern;**) in derlogischen Anordnung sind Mängel und die psychologischen Reflexionen bieten selbst füreinen reifen Secundaner Schwierigkeiten. Die sächsische Lehrordnung hat L. nicht mehr beachtet.Brandau bestimmt ihn für Prima, weil er den für junge Philologen bestimmten Com-mentar von M. Seyffert (1844, 1876) mit den Schülern verarbeiten will. Schulaus-gaben von Nauck seit 1852 in 7, von Lahmeyer seit 1862 in 3 Ausl., in England undFrankreich von Dübner, Anthon u. a., in Holland von de Gelder 1834.

2) 6sto äs ssneotuts, wie Laelius dem Atticus gewidmet. Der ehrwürdige Catovertheidigt das Greisenalter gegen die im gemeinen Leben oft vernommenen Vorurtheile.Die treffende Charakteristik des oft umständlichen Greises, die leicht durchsichtige Anordnungder vier Theile, die durchaus populäre Behandlung sprechen für die Beibehaltung desBüchelchens,***) das schon in Ober-Tertia gelesen werden könnte. Der von Richters-) gegenmanches in der Anordnung und Darstellung ausgesprochene Tadel besagt wenig. Schonim 16. Jahrhundert haben Murmellius, Erasmus, Sylvius, H. Wolf , Chytraeus; im19. Wetzel, Büchling, Feder, Gernhard, Otto, für Schulzwecke die Holländer Reyndcrs(1828) und de Gelder (1832), bei uns Tischer (1847), Sommerbrodt (seit 1851 achtAusl.), Nauck (1855) u. Lahmeyer (1857), bereits 1877 in 4. Ausl., Meißner (1870)ihn bearbeitet.

i 3) Do otkioiis libri III, nach Caesars Tode an den Sohn gerichtet. Xpist. sä

Xttis. XV, 13 st rä -rkyi roü nceHisxovrox MSAixltioS sxpliosmus iryos<pwvoü^,kvgusLiesroni, gua äs rs snim potius xstsr Mo, vgl. XVI, 11. äs oktic. III, 33, 121. Wenner im ganzen hier den Stoikern, namentlich dem Panätius in den beiden ersten Büchernfolgt, so zeigt er doch eine größere Selbständigkeit, hat die veranschaulichenden Beispiele aus^ der römischen Geschichte entlehnt und die dialogische Darstellungsform mit einem zusammen-hängenden Vortrage vertauscht. Dabei kann er aber nicht die Absicht gehabt haben, die

*) Schelle S. 436.

**) Gernhard's Progr. «xussäsin sä rscoFnoscsnäs sa, ixuse Lic. in libro äs sinic. äis-putsvit, pertinsntis (Weimar 1823) ist mit Unrecht vernachläßigt.

***) PH. Ditgcs, 6iesronis Lstonsm insinrsm iuvenibus litsrsrum istinsruin stuäiosis säIsgsnäurn connnsnäst, Progr. v. Aachen 1848.

p) Os Isuäsnäis et vitupsrsnäis in Oie. äs ssnsot., Progr, von Guben 1803.

Pädag. Emyklopädie. XI. 41