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Russische Ostsccprovinzen.
6070 Knaben (3177 in den Gymnasien, 2893 in den Kreisschulen) und 3662 Mädchenzusammen 4°/° der Bevölkerung der Städte (2,49°/° Knaben und 1,51"/° Mädchen)'die Elementarbildung aber 13,153 (8630 Knaben 4523 Mädchen) ca. 5,4°/» (3,53"/«'Knaben, 1,87"/° Mädchen) oder resp. 42,5°/° und 57,5°/° der die Schulen besuchendenKinder. Nehmen wir nach dem Verhältnis in Riga die Zahl der schulfähigen Kinder(vom 7—17 Jahre) auch in den übrigen Städten an (17,8°/°), so ergiebt sich, daß52,6°/° die Schule besuchten, ein Resultat, das sich noch ungünstiger herausstcllt, wennman in Anschlag bringt, daß auch viele Kinder vom Lande die städtischen Schulenbesuchen. Wir dürfen jedoch hierbei zwei Umstände nicht übersehen. Einmal nemlichgenießt eine bedeutende Anzahl von Kindern den Unterricht theils im Hause oder inWinkelschnlen, theils in solchen Anstalten, die nicht unter das Kuratorium rcssortiren,wie die unter den Konsistorien stehenden Kirchenschulen, Schulen bei Hülssvercinen,Kinderbewahranstalten u. a. m., über deren Frequenz sichere Angaben fehlen, derenSchülerzahl aber die der Kinder vom Lande in den öffentlichen und Privatschulen leichtübertrcffen dürfte. Dazu kommt zweitens, daß der Besuch der Schulen häufig zu früheingestellt wird, besonders in den Elementarschulen, daher unter den Kindern, welchedem Alter nach zu den noch schulfähigen zu rechnen sind, sich eine größere Anzahlsolcher befindet, die ihre Schulbildung schon abgeschlossen haben. Im I. 1871 verließendie Schule 5300 Kinder (23°/°), unter diesen 3506 (15°^°) vor Beendigung des Cursns.Die Schulen in den Städten werden also theils von einer zu geringen Zahl von Schülernbesucht, theils erhalten diese nicht die genügende Ausbildung, weil sie die Schule zufrüh verlassen. Beiden Ucbelständcn könnte nur durch den Schulzwang abgeholfen werden.
lieber die Kosten der Unterhaltung der öffentlichen Schulen giebt die nachfolgendeTabelle eine Uebersicht; sie bezieht sich auf das I. 1871. Zu bemerken ist jedoch, daßbei den Töchterschulen die Rubriken Beiträge der Städte und Schulgeld sich nicht strengsondern ließen, da in der Regel das Schulgeld von den städtischen Schulcollegien ein-gezogen Wird, mn daraus zusammen mit den aus allgemeinen Mitteln für die Schulenbewilligten Summen die Kosten derselben zu bestreiten. Auch hat das Schulgeld inden Elementarschulen in Wirklichkeit mehr betragen, als die angegebene Summe; vonetwa 27 Schulen fehlten die Angaben des Betrages, bei andern war er offenbar zuniedrig angegeben. Es betrugen die Ausgaben in Silberrubeln vom:
Staate.
Adel.
Städte.
Schulgeld.
Andre Quellen. Summa.
Gymnasien . .
. 118764
19668
20903
71560
—
230895
Kreisschulen . .
. 33526
—
3070
27935
106
64637
Elementarschulen
7549
900
42387
21962
16335
89133
Töchterschulen .
3000
—
15156
27051
702
45909
162839
20568
81516
148508
17143
430574
Zur Unterhaltuug der öffentlichen christlichen Schulen trug somit der Staat 37,8"/° bei,62,2"/° die Provinzen selbst. Für den Unterhalt der Hcbräcrschulen wurden 8496 Rubelverwandt, 5528 aus der von den Hebräern erhobenen Lichtstcucr, 2968 aus den Bei-trägen der Gemeinden, dem Schulgeld und aus Renten von Capitalien. — Die Kostender Erhaltung der Privatschulen werden aus dem Schulgelde gedeckt; jedoch erhaltendie beiden Privatgymnasien jedes eine Subvention von 2000 Rubel von der liv-ländischen Ritterschaft; mehre andre Schulen werden ans den Renten von Kapitalienoder durch Vereine unterhalten. In etwa 25 von diesen Schulen wird kein Schulgeldgezahlt; in den übrigen ist der Betrag desselben sehr verschieden, in den Elementar-schulen zwischen 10—24 Rubel; in den höhern Schulen zwischen 40 und 100 Rubel.Die vom Publicum durch das Schulgeld zum Unterhalt des privaten Schulwesens bei-gestenerte Summe läßt sich nicht genau angeben; im I. 1865 betrug dieselbe in 88Privatanstaltcn in runder Summe 78,600 Rubel (Wagner, Beitr. zur Finanzstat. desSchulwesens der Ostseepr. Dorpat 1866); so daß man sie nach demselben Verhältnissefür das I. 1871 auf mindestens 110,000 Rubel veranschlagen dürste. Als Gesammt-