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11 (1878) Rußland; Lateinischer Unterricht; Sprache
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Russische Osts»Provinzen.

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vermindert habe, doch sei die Classe nie ganz leer gewesen, außer von Johanni bis Weih-nachten 1749. In I. habe sich bisweilen nicht ein Schüler befunden und seit 9 Jahrensei keiner zur Universität abgegangen. Die Prima hatte in dem angeführten Jahre 4,die Secunda 2, die Tertia 1 Schüler. Der Lehrplan führt in I. auf: Theologie, nachProUinsslmsii comp. U-sol., die Beweisstellen wurden erst deutsch, später auch griechischund hebräisch hergesagt; Hebräisch; Griechisch, jedoch nur Lectüre des N. T.; Lateinisch,Birg. Ecl. und Ov. Metam., Justin und Jnl. Cäsar wird gelesen, Stilübungen einge-stellt und Anleitung zum Versificiren gegeben. Außerdem lehrte der Rechenmeister inder Prima Handels- und Haushaltungs- auch Jnteressenrechnung. In II. wurde Ge-schichte und Geographie gelehrt, in der Mathematik die Bruchrechnung. Zahlreicherbesucht waren das Gymnasium in Reval und das Lyceuin in Riga. Dieses gleich an-sangs von 92 Schülern. Es hatte 5 Classcn mit 5 Lehrern, einem Schreib- undRechenmeister für die unteren Classen. Der Cnrsus dauerte in jeder Classe 2, in Prima3 Jahr. Der Kreis der Studien war sehr ausgedehnt. Der Religionsunterricht um-faßte Lectüre der Bibel, in der obersten Classe des hebräischen und griechischen Textes,nach Umständen auch der vorsio s^riaeu des N. T., den Katechismus, die Hauptglaubens-lehrcn; im Griechischen las man Epiktet und Antoninus; im Lateinischen die Historiker,Cicero, Virgil und Clandian, wobei besonders auf die Rhetorik und Logik, sowie auf dieHistorie, Oratorie, Moral und Politik, als auf den wahren Endzweck, warum berühmteAutoren ihre Bücher geschrieben haben," reflcctirt werden sollte. Von III. an durfte nurLatein gesprochen werden bei Geldstrafe. Nächst der Religion und den alten Sprachenwerden als weiter nöthigste Studien aufgesührt: Philosophie, Logik, Mathematik, Physik,Historie, Geographie, Genealogie und Heraldik und eine Anleitung zum jus naturao,welche Wissenschaften freilich nichtox xrokssso," sondern nur so weit zu lehren sind,um eine hinlängliche Vorbereitung zu geben und die Jugend anznleiten, daß sie durchLesen und die Praxis hernach sich darin vervollkommnen könne.Auf die deutscheSprache wird mehr Nachdruck als früher gelegt, fleißige Hebungen zur Ausbildung desStils und im freien Vortrage angestellt. Von den mathematischen Wissenschaften sollenArithmetik, Geometrie, Trigonometrie und Mechanik, in besonder-: Privatstunden auchCivil- und Militairbaukuust betrieben werden." Unterricht 7 Stunden täglich; häufigeRepetitionen, Examina und Certixen pro looo; zu Johannis öffentliches Examen undRedeact, zu dem, wie auch schon frühex üblich, durch besondere Programme cingeladenwurde. Ferien an den hohen Kirchenfesten je 4 Tage, in den Hnndstagen 14 Tageund darnach eben so lange nur Vormittagsunterricht, an den Staatsfestcn :c., Fastnachtund Martini. Schulstrasen: Verweis, Carcer, Baku! oder Ruthen für grobe Vergehen,sollte etwas onormes vorgehn, so muß es dem Scholarchen angezeigt werden" (s. Lader,Bericht vom Lyceum 1732). Neben diesen Hähern Anstalten wurde 1775 vom HerzogePeter in Kurland eine ähnliche, das Gymnasium Petrinnm in Mitau, gegründet nacheinem von Sulzer entworfene-: Plane. Es zerfiel ii: 2 Abtheilungen, die der Literaturund die der Wissenschaften, jede mit 2jährigem Cursus. Zum Eintritt in die crstereAbtheilung wurde Kenntnis der griechischen und lateinischen Grammatik, einige Gewandt-heit im Gebrauche der deutschen Sprache, Fertigkeit in: Rechnen und Vorkenntnisse inder Geographie und Geschichte gefordert. Die genannten Sprachen und Wissenschaftenbildeten auch die Gegenstände des Unterrichts in dieser Abtheilnng, außer dein Cursusauch die französische, englische und italienische Sprache (statt dieser später die russische),sowie Zeichnen, Tanzen, Fechten und Reiten. In der Abtheilung der Wissenschaftenlallte für die Fächer der Medicin, Jurisprudenz, der Hähern kritischen Literatur ein tüch-tiger Grund gelegt werden, für die Mitere Ausbildung auf der Universität; für dasPredigtamt aber sollte sie die Universität ersetzen. Auch für solche, die sich für denKriegsdienst oder solche Civilämter vorbereiteten, die keine Facultätsstudien erfordern,lE^lne Anstalt dazu Gelegenheit bieten. An derselben waren 9 Professoren angestelltstr Theologie, Jurisprudenz, Philosophie, griechische und lateinische Literatur, Beredsam-