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11 (1878) Rußland; Lateinischer Unterricht; Sprache
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Rußland.

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Nutzens und die Furcht vor Strafen die Oberhand gewinnt." Auf je 100 Schülerkamen im St. Petersburger L.-B. 4545, im Moskauer 3170 versäumte Stunden, indm 4 unteren Classen dort 4620, hier 2750, in den oberen dort 4370, hier 3813.Der Umstand übrigens, daß in den Schulen der Residenz Moskau selbst die Zahl derVersäumnisse 4145, dagegen in denen der Provinzen nur 2800 auf 100 betrug, weistdaraus hin, daß der Hauptgrund derselben kein hygienischer, sondern ein moralischer ist.

Doch ist auch in letzterer Beziehung ein Fortschritt zum Besseren erkennbar. ImSt. Petersburger L.-B. kamen 1872 119 schwerere Schülervergehen Lüge, Diebstahl,Betrug, unanständige Worte, Grobheit, Frechheit u. s. w. (1 auf 40) vor, 1873 nur18 (1 auf 100), wovon die Mehrzahl, 43, auf die unteren Classen siel. Wegenschlechten Betragens wurden 1872 36, 1873 22 Schüler entlassen (0,«7 der Gcsammt-

schülerzahl gegen 0,°°), und nur 1 davon gehörte den Obcrclassen an. Im MoskauerL.-B. betrug die Zahl der Entfernten 50 (0,°-°/°) und 11 von diesen durften in keineAnstalt des Reiches mehr ausgenommen werden. Gestraft wurden überhaupt 38,7»°/°der Gesammtschülerzahl, gegen 43,ss °/° im Vorjahr.

Die Versetzungen zeigten in beiden L.-B. ebenfalls eine Zunahme der guten Schüler:in dem von St. Petersburg machen sie 48°/° (in den alten Sprachen 68, in derMathematik 75), in dem von Moskau 65,s °/° (im Lateinischen 77,», im Griechischen 79,in der Mathematik 80,°) aus. Die Abiturientenprüfung des Jahres bestanden 685,während 354 junge Leute zurückgewiescn wurden, nur 1 von 417 auch im GriechischenGeprüften wegen mangelhafter Kenntnisse in diesem Fache; 159 ungenügende Noten kamenauf den muttersprachlichen Aufsatz, 177 auf die lateinische Uebersetzung und 160 auf dieschriftlichen mathematischen Arbeiten. Dem Alter nach waren 7,°"/° der Bestandenen:17, 19,°: 18, 26,»: 19, 23,» je 20 und 21 Jahre und darüber alt. In die Uni-versität wollten 577 eintreten und zwar 234 in die medicinische, 177 in die juristische,1Ü4 in die mathematische, 55 in die historisch-philologische, 6 in die orientalische Facultätund 1 in eine geistliche Akademie.

Bei der Einführung der Statute mußte eine Hauptsorge des Ministeriums sein,die Herstellung tüchtiger Schulbücher zu veranlassen. Zwar fehlt cs heutzutage nichtmehr an solchen überhaupt; für einzelne Fächer ist sogar Tüchtiges geleistet, z. B. fürdie französische Sprache in dem nach Mager'schen Principien gearbeiteten 6ours olsmeu-taire metüoäi«pus et xraticius xnr ü. Vs-ron. Die Hauptsorge mußte sich aber den altenSprachen zuwenden. Auch in ihnen giebt es zwar nicht nur Uebersetzungen der Grammatikenvon Kühner, Curtius (je 2), von Krüger, Francke und Seyffert, von Madvig, Schulzund Kühner (lateinische Gramm. 3), der Uebungsbücher von Jacobs, Schenkt,Berger und Heidelberg, Tischer und Seyffert, verschiedener Chrestomathien u. s. w.,sondern auch mehr oder weniger selbständige Bearbeitungen. Doch genügt keine, wie cSscheint, der sehr natürlichen Forderung: die Grammatik der fremden Sprache ganz vondem Gesichtspunkt der russischen aus zu gestalten. Das Ministerium hat deswegen dieGründung von Prämien veranlaßt, welche zum Andenken an Peter den Gr. aus Anlaß«on dessen zweiter Säcularfeicr Pctersprämien heißen (bestätigt am 15. Mai 1873, dasspecielle Reglement datirt vom 4. Aug. 1873). Eine große Prämie von 2000 R. undeine kleine von 500 R. werden das eine Jahr auf die besten Schulbücher für denElementar- und Realschulcursus, das andere für Volkslesebüchcr, ebenfalls 2 jedes Jahrauf die besten Bücher für dm Gymnasialcursuö ausgcsctzt (Uebers. f. 1873 S. 81). Indem jetzigen Stadium, in welchem sich die clasflschen Studien auf den GymnasienRußlands befinden, kann nicht eindringlich genug betont werden, daß der Unterricht, alsoauch die Grammatik, sich auf das Hauptsächliche, Nothwendige zu beschränken habe. EsMch sich außerdem zunächst um die Flüssigmachung des in den alten Sprachen liegendenildungöwerthes, die Gewöhnung an logische Präcision, das haarscharfe Analysircn derMisse handeln, mit einem Wort, um die Verwerthung der Sprachen. Es fehlt nicht"a Anzeichen, daß die dazu nöthige Sprachkenntnis ndch nicht genügend vorhanden ist.on der Bekanntschaft mit den alten Literaturen aber ist zu hoffen, daß sie den Ge-