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11 (1878) Rußland; Lateinischer Unterricht; Sprache
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Rußland.

gerichtet und nur in Transkaukaflcn mit Rücksicht auf die Schwierigkeit, welche dierussische Sprache der einheimischen Bevölkerung macht, der Anfang des Griechischen vonder III. in die IV. verlegt, weshalb in den Progymnasien für diejenigen, welche diegymnasiale Laufbahn nicht verfolgen wollen, Dispensation vom Griechischen gestattet ist(Bcr. f. 1873 S. 33 f.).

lieber den Stand der Reform und des Gymnasialschulwesens lassen sich dem Bericht für1873 noch folgende Data entnehmen. Ganz durchgcführt war der Unterricht im Griechischenin 36 Gymnasien des Reiches (abgesehen vom Dorpater und Warschauer L.-B.), in 2 gienger nur bis zum ersten Jahre der VII., in 37 bis zur VI., in 4 bis zur V., in 3 biszur IV. Elaste einschließlich, und in 3 neueröffneten wurde er nur in III. ertheilt.

Ueber die Betheiligung der Directorcn und Jnspectoren am Unterricht weisen dieDaten über 90 Gymnasien und 34 Progymnasien (vom Oct. 1873) aus, daß von 88Direktoren nur 7, von 119 Jnspectoren nur 1 keinen Unterricht ertheilte; an 33 Gym-nasien und 4 Progymnastcn gaben 14 Directorcn und 29 Jnspectoren mehr als 12Stunden wöchentlich; 41 Directorcn (50,° >) und 36 Jnspectoren (31 °/°) unterrichtetenin den alten Sprachen, woraus zu schließen, daß sie Philologen von Fach waren; währendan 19 Gymnasien die Direktoren und Jnspectoren und an 11 Progymnasien die In-spektoren diese Fächer nicht übernahmen.

Ueber die wohlthätige Wirkung des Claffenordinariates auf die Fortschritte und diesitilichc Führung der Schüler, ans die Beziehungen zu den Eltern, wie auf das Jneinandcr-greifen des Unterrichts sind alle Berichte einig. An den 945 Haupt- und Parallelklassenvon 89 Gymnasien und 34 Progymnasien waren 87 Tircctoren, 118 Jnspectoren, 10Religionslchrer und 675 Lehrer als Ordinarien thätig, so daß also 55 derselben je zweiElasten leiteten. Von den 1180 wissenschaftlichen Lehrern (außer diesen gab es noch215 Lehrer der Religion, 135 des Schreibens und Zeichnens, 122 der VorbcreitungS-clasten, sowie die Gesang- und Turnlehrer) waren 281 Lehrer der alten Sprachen undvon diesen 228 Ordinarien (33,7 °,o); 178 Lehrer der alten Sprachen und eines anderenFaches, vorzugsweise des Russischen, von diesen 165 Ordinarien (24,4 Vo). Für die übrigenFächer war das Verhältnis folgendes: von 226 Lehrern der Mathematik und Physikwaren 148 (21,s °/), von den 92 Lehrern der russischen Sprache und Literatur 47 (7° °),von den 142 Lehrern der Geschichte und der Geographie oder beider zusammen, sowieverbunden mit Russisch 60 (8,s>), von den 130 Lehrern des Deutschen 16 (2,3°/°),von den 130 des Französischen 12 (1,7 °/°) zugleich Ordinarien. Die Zahl der Ordinarien,welche zugleich Lehrer der Hauptgymnasialfächer waren, betrug also V° der Gesammtzahl.

Auch der Anfang, der mit dem Classenlchrersystcm gemacht wurde, ist ein vielversprechen-der. Außer 90 Lehrern, welche in der Mathematik und Physik, und 68, welche in derGeographie und Geschichte zugleich unterrichten, ertheilen noch 330 Lehrer in mehr als einemFache Unterricht, und zwar 140 in beiden alten Sprachen, 148 in der lateinischen undrussischen (vorzugsweise in den zwei unteren Elasten), 14 in der lateinischen, russischenund griechischen, 15 in der lateinischen Sprache und in der Geschichte, 1 im Griechischenund Russischen, 9 in der russischen Literatur und in der Geschichte, 7 im Russischen undin der Geographie und 4 im Französischen und Deutschen.

Ter Bericht hebt weiter hervor, daß die Versäumnisse von Seiten der Lehrer inmehreren L.-B. abnehmen: im St. Petersburger L.-B. betrugen sic 1873 nur 4,7 °/° derGesammtstnndcnzahl (1872 noch 5,°, 1871 5,° °/°). Weniger gut steht cs in dieser Beziehungim Moskauer L.-B., wo die Procentzahl sogar von 6 im I. 1872 auf 7,4 gestiegen ist.

Ueber die Schülervcrsäumniste liegen ebenfalls nur Data von dem St. Petersburgerund dem Moskauer L.-B- vor. Im cisteren kamen 145 nicht gehörig begründete auf100 Schüler und zwar 120 in den 4 unteren, 170 in den oberen Elasten,ein traurigesFactum, welches zeigt, daß mit dem Alter der Schüler der Einfluß der äußeren Disciplinauf dieselben sinkt und die elterliche Auctorität abgeschwächt wird, zugleich aber der Geistder inneren Disciplin und die Freude am Lernen sich nicht verstärkt und daß die Neigungzu Vergnügungen und Zerstreuungen über das Pflichtgefühl, das Bewußtsein des eigenen