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Rußland.
schmack läutern und die von altcrshcr unter der russischen Jugend herrschende Lesewuth,namentlich der doch vorzugsweise für die Erwachsenen bestimmten Zeitschriften, ein-schränkcn oder auf höhere Ziele lenken wird (vgl. Schulgin, Gcsch. der Kijew'schenUniv. S. 33). -
Der Antipathie gegenüber, mit welchem noch immer ein Theil des Publicumsdie klassische Reform ansteht, möge hier an das Wort des großen russischen KritikersBjelinski erinnert werden (W. W. XII, 238): „So groß auch die äußere Wohl-fahrt und Macht eines Gemeinwesens sein mag, — wenn in ihm Handel und Ge-werbe, Dampfschiffahrt und Eisenbahn und überhaupt alle materiellen bewegendenKräfte die ursprünglichen, hauptsächlichen und dirccten, und nicht Hülfsmittel zur Auf-klärung und Bildung ausmachen, so darf man dieses Gemeinwesen kaum beneiden."Wie fest aber der Kaiser an den Unterrichtsrcformen hält, hat er in dem Rescriptvom 25. Dcc. 1873 an den Minister Grafen Tolstoi ausgesprochen: „Um die selbständigeund fruchtbare Entwicklung der Volksbildung in Rußland zu fördern, habe Ich in denJahren 1871 und 1872 die im Einklang mit diesen Meinen Ansichten verfaßten Statutender Mittelschulen des Ihnen anvcrtrauten Refforts bestätigt, welche der zum Studiumder höheren Wissenschaften sich vorbereitenden Jugend eine vollkommen gründliche allge-meine Bildung geben, die aber, welche sich dazu nicht bestimmt hat, zu nützlicher praktischerThätigkcit vorbereiten sollen ... Als die durch mein Vertrauen zur Ausführung MeinerAbsichten in Bezug auf die Volksbildung berufene Person werden Sie den Eifer, derSie stets ausgezeichnet hat, verdoppeln, damit die der staatlichen Erziehung zu Grundeliegenden Principien des Glaubens, der Moralität, der bürgerlichen Pflicht und dieGründlichkeit des Unterrichts bewahrt und gehütet werden vor jeglichem Schwanken.In Uebercinstimmung damit mache ich cs auch allen anderen Refforts zur unverbrüch-lichen Pflicht, Ihnen in dieser Sache ihre vollständige Mitwirkung zu leihen." —
Statistisches.
Zahl der Mittelschulen und ihr Verhältnis zum Flächenraumund zur Einwohnerzahl.
Lehrbezirke.
8
Ein-
wohner-
Zahl.
S
I
A-
Gymnasial-^ Anstalten.
UZ
SO
Eine aufEinwohner
1 Realschulen.
Mittelschule^
zusammen.
Eine aufO Meilen.
Eine aufEinwohner
1. St. PeterSlurg
27,555
4,693,160
15
7
22
1,252
213,325
6
28
984
167,612
2. Moskau....
9,549
14,388,296
20
11
31
308
464,138
10
41
232
350,934
3. Kasan ....
13,279
9,506,392
8
3
11
1,207
864,217
4
15
885
633,759
4. Charkow....
7,855
10,215,939
12
9
21
374
486,473
3
24
327
425,664
5. Odessa ....
4,289
4,733,038
11
7
18
238
262,946
7
25
171
189,321
6. Kijew.
4,851
9,574,552
12
6
18
269
531,919
5
23
210
416,284
7. Wilna ....
5,565
6,185,053
8
5
13
428
475,773
4
17
327
363,826
207,807
8. Warschau . . .
2,312
6,026,421
18
8
26
88
231,765
3
29
79
9. Dorpat ....
1,692
1,943,991
12
_
12
141
161,999
2
14
120
138,856
10. Orenburg . . .
26,667
5,100,783
6
—
6
4,444
850,130
2
8
3,333
637,597
Europäisches Rußlandmit Urals!**) u.Turgaisk
103,615
72,367,625
122
56
178
582
406,559
46
224
462
323,069
ohne Urals! u.TurgaiSk
88,668
71,730,980
122
56
178
498
402,988
46
224
395
320,227
11. Westsibiricnj
12. Ostsibirien / ' '
226,332
3,428,867
4
2
6
37,722
571,477
—
6
37,722
571,477
13. Kaukasus . . .
8,129
4,893,332
4
6
10
812
489,332
3
13
625
376,410
520)37
Asiatisches Rußland .
234,461
8,822,199
8
8
16
29,307
1,040,274
3
19
14,623
*) Die Daten sind die im St. Petersburger Kalender für 187ö (Verlag der Kaiser!. Hei-buchhandlung H. Schmitzdorff) II. Thl. S. 3 ff. veröffentlichten, welche W. Struve nach oMaterialien des Central-statistischen Comits's bearbeitet hat (wobei jedoch Nowaja-Semlia1653fD Meilen und die größeren Binnengewässer mit zusammen 4740 Meilen hier auSgeiailsind). Den Flächenangaben liegt zu Grunde das Werk des Obersten Strclbizki: BerechnungOberfläche des russ. Reiches, 1874, mit der Gleichung: IO Werst — 0,020667432 ff) MeDie Einwohnerzahl bezieht sich auf das Jahr 1870, beim Kaukasusgebiet auf 1871.
**) Diese Gebiete, zusammen 14,9470 Meilen mit 823,060 Einwohnern, werden nuyi zu«europäischen Rußland gerechnet, sind aber zum Orenburger L.-B. gezogen.