Bayern.
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den Schülern nur der Entwicklungsgang der deutschen Literatur und der Charakter dereinzelnen Epochen an geeigneten Musterstellen zur lebendigen Anschauung gebracht wer-den"), so wird die Praxis noch mehr zu einer fragmentarischen Behandlung dieser Auf-gabe drängen, da außer der Lectüre in den für das Deutsche bestimmten Stunden auchdie Aufsätze besprochen, die Disponirübungen fortgesetzt und freie Vorträge gehaltenwerden sollen, und in der Oberclasse noch die philosophische Propädeutik dazukommt.
Diese war nämlich 1816 dem Gymnasium entzogen und dein Lyceum, 1824 derLycealelasse zugewiesen worden, und war nur noch einmal vorübergehend in dein Thiersch'-schen Schulplan von 1829 (Logik und Dialektik, Einleitung in die Philosophie derAlten) erschienen und 1830 wieder entfernt worden. Nun hat die neue Schulordnungeinen propädeutischen Vortrag über die Hauptthatsachen der empirischen Psychologie undüber die wichtigsten Lehren der formalen Logik eingeführt.
Der Geschichtsunterricht beginnt in der III. Elaste der Lateinschule mit der Er-zählung der anziehendsten Sagen des elastischen Alterthums, an die sich ein elementarerCursns der alten Geschichte bis auf Augustus anreiht, in der IV. El. römische Kaiser-geschichte und deutsche Geschichte bis zum Ende des Mittelalters, in der V. El. bis auf 'die neuere Zeit, mit besonderer Berücksichtigung der bayerischen Geschichte. Im Gym-nasium folgt dann die allgemeine Geschichte, I. El. vom Anfang der historischen Zeitbis auf die Gracchen, II. El. bis zum Erlöschen der Hohenstaufen, III. El. bis zumAbschlüsse des westfälischen Friedens, IV. El. bis auf die neueste Zeit. Besonders ein-gehend ist die deutsche Geschichte und im Anschluß an dieselbe-die Geschichte Bayernsund seines Negentenhauses zu behandeln. Damit ist denn glücklicherweise die Verord-nung von 18S7 gefallen, daß der Unterricht in der II. bis IV. Gymn. - Elaste bis zum1. Mai jeden Jahres die allgemeine, und von da an die bayerische Geschichte zu be-handeln habe. Die Vorschrift einer bestimmten Anzahl chronologischer Data, wie sieaus Anlaß der Lorinser'schen Anklagen 1837 (in der lateinischen Schule sollten micht !mehr als 24 gelernt werden, im Gymnasium 137) gegeben worden war, wurde in derRevid. Ordnung nicht inehr wiederholt. An den größeren Gymnasien wurde meistensfür die confessionelle Minderheit ein besonderer Geschichtsunterricht eingeführt, der demReligionslehrer übertragen wurde; durch die neue Schulordnung ist dies aufgehoben,lieber die früheren Verordnungen ist von den: Unterzeichneten ausführlich gehandelt inMützells Zeitschrift für das Gymnasialwesen III. Bd., S. S03 ff.
Der geographische Unterricht umfaßt in der I. El. der Lateinschule Bayern, imSommersemester eine kurze Darstellung der Erdgestalt und Erdoberfläche, dann eineHydro- und orographische Uebersicht von Europa, in der II. Deutschland, die öfter- ^reichisch-ungarische Monarchie, die Schweiz, in der III. das übrige Europa, in der IV.die äußer-europäischen Erdtheile, in der V. eine weitere Ausführung der GeographieDeutschlands, Wiederholung der übrigen Länder Europa's, Ergänzung des geographi-schen Wissens der Schüler namentlich hinsichtlich der mathematisch-physikalischen Ver-hältnisse. In den drei oberen Elasten Kartenzeichnen. Im Gymnasium wird kein be-sonderer Unterricht ertheilt, doch sollen die Lehrer bei der Lectüre und bei der Geschichte ^auf Befestigung und Erweiterung der geographischen Kenntnisse der Schüler sorgfältigBedacht nehmen. ^
Der Unterricht in der Arithmetik und Mathematik behandelt in der 1. Elaste jder Lateinschule die vier Species in unbenannten und benannten Zahlen, Zerlegungeiner ganzen Zahl in Factoren, Primzahlen u. s. w. In der 2. Elaste die gemeinenBrüche, Schlußrechnungen; in der 3. Elaste Decimalbrüche, einfache und zusammenge-setzte Schlußrechnungen, wie Zinsberechnung u. a.; in der 4. Elaste Verwandlung derMaße und Gewichte, Proportionen und ihre Anwendung namentlich auf Zins-, Pro-cent-, Gesellschafts- und Mischungsrechnung; in allen diesen vier Elasten auch Kopf-rechnen. In der 5. Elaste ^) Algebra: die vier Grundrechnungen mit allgemeinenGrößen, Umformung algebraischer Ausdrücke; b) Geometrie: Grundbegriffe, Gerade,Winkel, Dreieck, Viereck. In der I. Ghmn.-Classe a) Algebra: Potenzen und Wurzeln/