Druckschrift 
1 (1876) A - Dänemark
Entstehung
Seite
1027
Einzelbild herunterladen
 

Dänemark.

1027

In kirchlicher Hinsicht ist das Land in 7 Stifte gctheilt, jedes mit einen: Bischofan der Spitze, nämlich die Inseln in 3 (Seeland, wozu auch Bornholm gehört, Fühnenund Laaland - Falster) und Jütland in 4 (Aalborg, Viborg, Aarhus und Ribe).

Zun: Verständnis des Folgenden mögen noch ein paar Erklärungen vorausgeschicktwerden.

Bisheriger Münzfuß (nach welchen: noch die gelegentlich von uns angeführten Geld-summen berechnet sind): Ein Niksdaler dänisch, getheilt in 6 Mark->. 16 Schillinge,ist gleich °/s Spccicsdaler norwegisch, etwas weniger als 2 Riksdalcr Riksmynt schwedischungefähr ^ Thaler preußisch Courant. Seit 1874 ist eine neue, auf dem Decimal-system beruhende Geldwährung in allen drei scandinavischen Ländern eingcführt worden,nach welcher die jetzt in Dänemark gültige Hauptmünze die Krone ist ( 100 Ore,einen: halben Riksdaler, oder ungefähr 113 Pf. unserer Reichsmünze entsprechend).

Hartkor:: oder Tonne Hartkorn ist eine, behufs der Besteuerung schon in:I. 1644 in Dänemark eingcführte, seit 1840 wiederum näher bestimmte Bezeichnungder Größe und des Wertstes der Güter. Bei der Abschätzung des Bodens nah::: manals Normalboden den besten an, welchen man in: Lande finden konnte, und bezeichntedie Güte desselben mit der Zahl 24 und so den Werth der schlechteren Bodenartenstufenweise herab bis 1, oder noch tiefer bis auf einen Bruchtheil von 1. Von den:besten Boden, der sich aber nirgends durchgehend auf einen: und demselben Gute, ge-schweige denn in einem Kirchspiele findet (au: höchsten sind durchweg taxirt die Kirch-spiele Frederiksberg auf Seeland und Südlich-Alslev auf Falster, nämlich zu 20 ) gehenauf eine Tonne Hartkor:: von Aeckern und Wiesen 72000 Quadratellen oder 5'/) TonnenLand ä 14000 Quadratellen, und von Wäldern das Doppelte; auf der Insel Bornholmaber nur 49000 Quadratelle:: oder 3>/2 Tonnen Land. Da nun nach der abnehmendenGüte des Bodens die Tonne Hartkorn ein größeres Areal bestimmt, so ist sie augen-scheinlich ein sehr unbestimmtes Flächenmaß, welches eigentlich nur dazu dient, die Güteund Fruchtbarkeit des Bodens genau anzugeben. In dieser Hinsicht stehen die Inselnweit über Jütland: dort gehen auf 1 Tonne Hartkorn von 6^/4 bis 32>/4 oder durch-schnittlich 10 Tonnen Land, hier aber von 8 bis 244 oder durchschnittlich 26'/;, fürganz Dänemark aber durchschnittlich 17^ Tonnen Land. Bei dieser Berechnung istübrigens das nördlichste ländliche Kirchspiel in Jütland, Skagen, welches fast ganz ausFlugsand besteht, gar nicht berücksichtigt; dieses enthält nämlich ein Areal von 8550Tonnen Land (9980 1 geogr. Quadrat-Meile), und ist nur zu 8°/g Tonnen Hart-korn angesetzt. Im I. 1860 betrug das Hartkorn auf den Inseln außer Bornhol»:für Aecker, Wiesen und Wälder 203,809, und in Jütland 171,206, in ganz Dänemarkalso 375,069 Tonnen, wozu für Bornholn: noch 8780 bornholmische oder 6048 dänischeTonnen hinzugelegt, sowie außerdem für die abgetretenen Ortschaften 3423 abgenommen,aber für die hinzugekommenen 4615 hinzugelegt werden müßen, so daß also auf ganzDänemark 382,309 Tonnen Hartkorn kommen.

Der folgenden Darstellung liegt ein um 1860 abgefaßtes Manuscript des um das höhereSchulwesen Dänemarks (s. ::. S. 1029) hochverdienten Prof. vr. C. F. Jngerslevzu Grunde, welcher in weiteren Kreisen und namentlich auch in Deutschland durch seinWörterbuch der lateinischen Sprache, sowie unter seinen Landsleuten u. a. durch seinnordisches Conversationslcxikon" vortheilhaft bekannt, 1845 Rector an der Gelehrten-schule in Kolding, und nach Aufhebung derselben, 1856, an der Kathedralschule inAarhus war, gest. den 2. Februar 1868. Jene handschriftliche Arbeit ist von vr. Frischin Stockholm für den Nachtrag zu der ersten Auflage derPädagogischen Encyklv-Pädie" (Bd. L.) benutzt, aber besonders in Betreff der Volksschulen (in: I. 1871)gänzlich umgearbeitet worden, wozu Herr Kammerassessor K. A. Bregendahl, Be-vollmächtigter in: statistischen Büreau, die dahin gehörigen gesetzlichen Bestimmungennachzuweisen, sowie auch werthvolle handschriftliche Aufzeichnungen und Fingerzeige zugewähren die Güte gehabt hatte. Für die gegenwärtige zweite Auflage des Werkes hatder Mitunterzeichnete (im I. 1875) den Artikel einer bis ins Einzelne gehenden, mög-

65*