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1 (1876) A - Dänemark
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Crctillismns und Idiotismus.

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i gehoben sind, kann der eigentliche Schulunterricht beginnen, kann namentlich das ErzählenI anregender hauptsächlich aus dein Kreise der Bibel zu nehmender Geschichten zugleich alsMittel' zur weiteren geistigen Ausbildung und zum Religionsunterrichte benutzt, kannferner die äußere Fertigkeit des Schreibens und Zeichnens bis zu einem gewißen Grade,sowie das Rechnen als eine Verrichtung des Gedächtnisses, kann endlich auch ein schwer-fälliges Lesen beigcbracht werden. In all diesen Fertigkeiten bleibt es aber oft nur beibloßer äußerer Abrichtung, ohne daß das schwachsinnige Kind begriffe, wie es rechnet,was es schreibt und was es liest. Am dankbarsten ist im allgemeinen die Hebung desGedächtnisses, bei manchen Kindern die Ausbildung ihrer musikalischen Anlage, endlichund hauptsächlich die Einübung der Handarbeiten. Doch, wenn auch das hier Gesagtedie Regel bildet, darf nicht unerwähnt bleiben, daß eine Minderzahl ganz unbestreit-barer Idioten unter langjähriger, fleißiger Anleitung auck Leistungen hervorbringt, dieum ein Gutes über der bezeichneten Stufe stehen, die z.B. im Zeichnen einen feinen Formsinn,eine Schärfe der Auffassung kundgeben, von der man durchaus überrascht wird. Vollendsist begreiflich, daß Kranke leichtesten, den Gesunden nahestehenden Grades bei der ihnenmit Vorliebe in diesen Anstalten gewidmeten Sorgfalt nicht selten Leistungen auf-weisen, welche denen der Gesunden vollkommen ebenbürtig erscheinen.

Leider sinken die meisten Schwachsinnigen mit ihrem Austritt aus der Anstalt,statt sich weiter zu entwickeln, rasch herunter; ein Beweis, wie vieles in ihrer Erziehungund Ausbildung bloß auf Gewohnheit und Gedächtnisübung beruht hat. Dabei trifft jedochdie Schuld nicht selten die mit der Fürsorge für sie Beauftragten, indem sie ihre Pfleg-linge zurück verlangen, ehe dieselben in ihrer geistigen Entwicklung hinlänglich gekräftigt sind.

Anhangsweise ist hier neben den idiotischen Kindern und berechtigten Insassen derJdiotenanstalten noch eine mildeste Art geistigen angeborenen Mangels zu erwähnen,auf die besonders vr. Lähr (Allg. Zeitschrift für Psychiatrie, Bd. 32 , S. 216 ) auf-merksam gemacht hat; sie nähern sich am meisten noch den oben nach der Seite ihrerGemüths- und Willensvcrirrung besonders geschilderten Idioten. Es sind Kinder, derenVerstand nicht bezweifelt werden kann, die aber durch mancherlei Eigenthümlichkeiten sichauszeichnen, welchen im ganzen, wie man annehmen muß, eine mangelhafte Leistungs-fähigkeit des Gehirns zu Grunde liegt. Solche Kinder sind nicht von Jugend ansschwachsinnig. Sie spielen, antworten, fragen wie andere Kinder. Die Eltern äußernetwa nur, daß sie schwerer zu erziehen sind, ohne daß sie sich klar werden, worauf imeinzelnen dies Urthcil sich bezieht. In der Mgel gehören sie den gebildeten Ständenan; denn ihre Mangelhaftigkeit tritt zumeist erst zu Tage, wenn behufs einer zu er-langenden höheren Bildung ein planmäßiger Unterricht in den verschiedensten Lehrgegen-stäuden beginnt; wenn sie dagegen zu mechanischer Beschäftigung erzogen werden, trittihre Besonderheit minder hervor. In den meisten Fällen entstammen sic Familien, indenen Gehirnkrankheiterr mehr oder weniger schon vorgekommen sind. Ihr Vcrstandes-vermögen erscheint vollständig, sobald man nicht größere und namentlich dauernde An-forderungen an dasselbe stellt; andernfalls aber erlahmt ihre Kraft; sie wollen geistigarbeiten, aber sie starren vor sich hin, ohne zu denken, werden mit ihrer Aufgabe nichtfertig und jede hastige Einwirkung macht sie nur noch unfähiger. Läßt man ihnenZeit, legt man nicht zu hohe und lange Aufgaben auf; so erreichen sie langsamer, alsandere, aber sicher ihr Ziel. Betreffs, der Gemüthsscite können sie lebhaft in ihrenEmpfindungen sein, sind reizbar, empfindlich, eigensinnig, weinen leicht, necken gern, oderihr Gemüth neigt nach der entgegengesetzten Richtung. Körperlich macht sich Störungin der Muskelthätigkcit geltend. Sie sind ungemein beweglich, und zwar unterscheidetdas Hastige, Unzusammenhängendc, Eckige in der Ausführung sie von den lebendigenMuskelbewegungen kräftiger und gesunder Kinder. Bei manchen steigert sich das zuveitstanzartigen, bei einzelnen zu fallsüchtigen Krämpfen. Beim Turnen sind sie un-geschickt, beim Clavierspielen spreizen sich die Finger und machen das Spiel zu einerPlage. Der Zustand der Ernährung ist kein befriedigender; die Kinder sind meistblutarm, die Muskulatur schlaff, die Haut welk; häufig ist Kopfschmerz vorhanden.