Druckschrift 
1 (1876) A - Dänemark
Entstehung
Seite
1007
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Coiisirmation imd Abendmahl.

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Kinder annimmt, in Gemeinden, wo er nicht selbst die einzelnen genau kennt, von:Lehrer auf die Eigenthümlichkeit eines jeden aufmerksam machen. Und weil das Hansder Kirche die Kinder zu übergeben hat, so kündige der Pfarrer öffentlich von derKanzel den Wiederbeginn des Confirmandenunterrichts an und fordere die Eltern auf,ihm die Kinder zuzuführen. Er hält dann eine Ansprache an die Eltern, worin er sieermahnt, durch die häusliche Erziehung sein Werk an den Kindern zu unterstützen, denKindern Zeit zu lassen, daß sie den geistlichen Uebungcn obliegen, sie von den Zer-streuungen der Welt fern zu halten, mit ihm in Bezug auf das Gesammtleben derKinder in Rapport zu bleiben.Es sollte nämlich," sagt Palmer (Katechetik S. 598),hierin etwas von dem alten Katechumenat sich erhalten haben oder erneuern, daß inder letzten Zeit vor der Confirmation die Kinder von der Kirche so in Zucht genommenwürden, daß sie von allem Zerstreuenden, von schlimmer Kameradschaft, ja selbst vondem täglichen Getreibe im Hause nicht nur abgemahnt, sondern factisch abgehalten,und dagegen in ein evangelisch-geregeltes, so zu sagen kanonisches Leben versetzt würden,das durch täglichen Umgang mit dem Worte Gottes, durch Gebet, Gesang und Unter-redung, also mit einem Worte durch Ascese, den Grund zn bleibendem Ernste inchristlicher Gesinnung und Heiligung legen müßte." Freilich, wo im Hause ein evangelischgeregeltes Leben überhaupt nicht ist, wird es auch nur der Confirmanden willen nichteingeführt werden. Indes wird immer ein Segen darauf ruhen, wenn der Geistlicheso vor Beginn seines Unterrichts die Kirche zum Haus in Beziehung setzt. Er beginntdann sein besonderes Werk, am liebsten nicht in der Schulstube, die für die Schülerdurch die Länge der Jahre und so mancherlei, was in ihr vorgefallen ist, die rechteWeihe verloren hat, sondern in der Confirmandenstube des Pfarrhauses oder der Kirche.Vor allem muß er sich dann vergewißern, ob die Jugend im Katechismus, Spruch undLied schon fest ist: denn wo der Confirmand noch nicht bekehrt ist, haben wir nichtBrief und Siegel darüber, daß wir ihn in der Zeit des Unterrichts bekehren werdenund trieben wirs auch mit dem Andringen auf die Bekehrung aufs äußerste: dassteht bei Gott. Wenn wir aber dem noch Unlebendigen die Wahrheit wenigstens alsfesten Gedächtnisbesitz mitgeben, so dürfen wir hoffen, daß, mit Spencr zu reden, derKopf noch einst ins Herz komme, daß der äußerliche Besitz des Gedächtnisses ein un-entreißbares Glaubenseigenthum werde. Aber freilich wäre es ein Miethlingswerk,wenn wir dabei stehen bleiben wollten. Wir müßen die ganze Energie des Gebets undder Arbeit gebrauchen, die Confirmanden zum Herzensglauben, zum Glanbensleben zubringen. Wir müßen nicht die Kinder allein beten lassen, wir müßen selbst beten, zumAnfang und zum Schluffe der Stunde, und in unserer Kammer. Wir dürfen bei demdidaktischen Tone nicht stehen bleiben, sondern müßen der Kinder Gewissen zu fassen,ihre Herzen zu treffen suchen. Es muß in der Confirmandenstunde durch die ernstesteDurchgründung des menschlichen Wesens in die Tiefen der Sündenerkenntnis hinab undin heiligem Gesang bis auf die sonnigsten Höhen der Gnade hinaufgehen. Die Kindermüßen ihr eigenstes Leben, das vergangene, gegenwärtige und zukünftige, im Lichte desEvangeliums schauen, aber auch der Wellenschlag des großen Kirchenlebens alter undneuer Zeit muß sie erfassen. Gewiß, ein Schulmeister alten Schlags, der den Kindernetwaden kleinen Luther" unvergeßbar beigebracht, hat ihnen unvergleichlich mehr mit-gegeben, als der rationalistische Pfarrer, der ihnen ein Heft dictirt und darüber in denmoralischsten und sentimentalsten Reden sich ergossen hat. Denn der giebt nichts, son-dern nimmt. Aber das ist doch erst das Rechte, wenn der Pfarrer mit der ganzenLebendigkeit persönlicher Erfahrung, mit dem ganzen Liebesernste seelsorgerlicher Verant-wortlichkeit die Jugend zu jenem: ich glaube, darum rede ich, zu bringen sucht.

Und weil der Geistliche Kinder vor sich hat, so muß er mit der Treue desKatecheten die Weisheit des Pädagogen verbinden. Keine lärmende Zerstreuung werdevor der Stunde »erstattet, sondern den Confirmanden ein ruhigeres, gesitteteres, ernsteresBenehmen als gewöhnlichen Schulkindern zugemuthet. Oft, wenn der Geistliche nochden Unterricht zu beginnen für Minuten verhindert ist, vermag er allem ungehörigen