Confirmation mid Abendmahl.
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k noch am Tage der Confirmation der weltlichsten Zerstreuung und dem üppigsten Genuß' hin. Da konnte es geschehen, daß durch ein Versehen des Druckers am Tage vor demActe in einem Localblatte schon zu lesen war, wie rührend der gefeierte Pfarrer es» wieder gemacht, daß vor der Einsegnung vom Chore herab neben den Altar ein' : Schüler trat und mit dem Sprecher der Confirmanden dieses vom Pfarrer verfaßte
- Zwiegespräch hielt: „Lebt wohl! vergeht die treuen Freunde nicht!" — .Es bleibt euchunser Herz, bis es im Tode bricht," daß am Tage der Feier und am Tage daraufSchaaren neuer Abendmahlsgeuossen, ohne Führung und Aufsicht von Pfarrer, Lehrer,Eltern, die Vergnügungsorte der Gegend trinkend und jubelnd durchschwärmten. Esist diese Weise im Abnehmen, in: Ersterben. Der neu erwachte Glaubenseifer undLebensernst unter den Dienern der Kirche hat sich der Confirmation angenommen, eswird treulich unterrichtet, gebetet, gewacht. Auch wird von den Männern der Wissen-schaft emsig geforscht und erörtert. Doch liegt die Theorie der Handlung noch in derGährung, und sowenig ist auch heute eine Uebercinstimmung in der Auffassung zufinden, daß z. B. von zwei eifrigen Vertretern des BekenntuiSstandes der lnth. Kirche,Kliefoth und Vilmar, der erstere an der rein katcchetischen Auffassung festhält, derandere dagegen der mehr sacramentalen Auffassung der hessischen Kirche eine exegetisch-dogmatische Unterlage zu geben sich bemüht, und daß in den agendarischen Formularienunserer Zeit verschiedene Auffassungen sich vermengen.
Sollen wir nun den Begriff der Confirmation bestimmen, so sagen wir: dieConfirmation ist diejenige öffentliche kirchliche Handlung, durchwelche der die Abendmahlsfähigkeit der getauften Jugend be-zweckende Unterricht abgeschlossen, mit den Katechmmenen eine Prü-fung in der Lehre der Kirche vorgenommen, von denselben das Be-kenntnis abgelegt und Gehorsam gegen den Herrn und seine Kirchegelobt, für dieselben Fürbitte eingelegt und jedem einzelnen unterHandauflegung mit Segenswunsch zugeeignet und damit der so-fortige Zutritt zum Tisch des Herrn eröffnet wird.
Die Bedeutung der Confirmation für die christliche Erziehung leuchtet nunsofort in die Augen. Denn beide, Confirmation und Erziehung, berühren sich in ihremZweck aufs innigste. Beide trachten darnach, jede in ihrer Weise, daß das Kind durchlebendige, selbstbewußte und selbstthätige Aneignung der von oben gegebenen Kräftewerde, was es durch Gnade schon ist. Erziehung uyd Confirmation haben beide nichtdamit zu thun, das Kind zur Verwirklichung eines in unbestimmtem Umrisse vor-schwebenden Ideals anzutreiben, sie kommen darin zusammen, daß sie ein durch GottesGnade dem Kind vorgehaltenes, ja in die noch schlummernde Seele eingeschriebenesIdeal zum innigen Erfassen, zur freudigen Verwirklichung durch das Kind zu bringentrachten: das Ideal für Erziehung und Confirmation ist das Kind Gottes, der nachdem Bilde dessen, welcher der Abglanz der Herrlichkeit Gottes und das Ebenbild seinesWesens ist, erneuerte Gottesmensch, wie ihn nach allen Seiten die hl. Schrift beschreibt.Und weil Erziehung und Confirmation sich so innerlich berühren — wie könnte da dasHaus und die Schule erziehen, ohne auf die Confirmation Rücksicht zu nehmen?Wie könnte da die Kirche confirmiren, ohne bei der Vorbereitung auf die Handlungauch in die Erziehungsarbeit miteinzugehen und sich mit dem Haus und der Schule alsBundesgenossin zusammenzustellen? Und welche Bedeutung muß ein so heiliges, dieinnerste Persönlichkeit init den Schauern des Bußernstes und der Glaubensfröhlichkeitdurchdringendes Werk wie das erste Abendmahl für die Erziehung haben. — Wirmüssen zusehen, wie sich vom erzieherischen Gesichtspuncte aus die Handlung der Con-firmatiou von Anfang bis zu Ende gestaltet.
In welchem Alter soll die Jugend consirmirt werden? Die alten Kirchenord-uungen sagten: wenn das Kind selbst bekennen kann, was in der Taufe seine Pathenin seinem Namen bekannt haben, und gaben nur muthmaßlich das Lebensalter von10—14 Jahren an. Der Territorialismus sah sich durch die Verbindung der Consir-