Bachanttii.
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4. In ein neues, relativ letztes Stadium treten diese fahrenden Schüler mit deinEnde des 14. Jahrhunderts, von wo an sie erst als Bachanten bezeichnet werden.(Sonst finden wir auch die Namen trntanni, s..a> a. O. bei Hoffmann, osrstnni,s. in der Dissertation äs vngantitms sobolnstiom von Joh. Ulr. Mayer, LeipzigI67S, K. 38; der Volksmund hat wohl ihre Titel in illünitnin vermehrt.) Wenn sienämlich gleich ihre Wanderlust und ihre Jaunerei fortwährend beibehielten („sie seienim Venusberg gewesen, haben alle zukünftigen Dinge gesehen, können gegen Stich undHieb fest machen; sie wissen ein Gebet von: heiligen Gregorius, welches so viel Tugendhätte, daß, als oft sie dasselbe sprechen, eine Seele aus der Hölle erlöset werde, zuvoraber mäße man ihnen einen Cronen geben" re., s. Mayer a. a. O. §. 18, 37, Hein-rich Bebels Inostins, in Nik. Frisch lins tnostins sslsotiorss, Leipzig 1600, S. 35,und Bi. Crusius, ^.nn. snsv. tom. II. x. 653; letzterer schildert sie besonders alsfalsche Spieler), so treten sie jetzt nicht mehr, wie in ihrer zweiten und dritten Periode,als Studenten und Dichter, sondern in der zweideutigen Rolle als alte Schulbubenund zugleich als wandernde Provisoren auf; sie gehen jetzt nicht mehr den Universitätenund den Höfen, sondern den Stadtschulen nach; wo sie in einer Stadt als Unterlehrerangenommen werden, vermiethen sie sich hiezu, wiewohl es scheint, daß sich ihre päda-gogische Thätigkeit vorwiegend auf die kleinen Knaben — s. den Art. ABC-Schützen— bezog, die sie auf der Wanderung mit sich führten, angeblich um sie in gute Schulenzu bringen und selbst zu unterrichten, in Wirklichkeit aber, um diese für sich betteln zulassen. Für diese Partie ihrer Geschichte ist uns die anschaulichste Darstellung gegebenin den Selbstbiographien von Burkhardt Zingg (geb. 1396, s. OslsUns, sorix-torss rsrnrn Loionrum D. I, pn§. 245—253), und noch mehr in der von ThomasPlater (geb. 1499, h 1582 als Rector an der Burgschule in Basel, s. Leben be-rühmter Gelehrten I. von Joh. Fr. Franz, St. Gallen 1812; Fechter, Th. Pla-ters Selbstbiographie, Basel 1840; Auszüge daraus, s. bei Schwarz Erz.-L. B. IV;K. v. Raumer, Geschichte der Pädagogik, Bd. I; Reiche in dem Programm desElisabeth-Gymnasiums zu Breslau v. I. 1843. Vergl. auch über diese ganze Erschei-nung Brüstlein: Luthers Einfluß auf das Volksschulwesen, Jena 1852, S. 11 ff.)-Der löbliche Eifer, mit dein die Städte ihre Schulen pflegten, hatte unter anderemauch die Folge, daß eine Menge von Stiftungen für arme Schüler gemacht wurden,die nun auch — dem Geiste jener Zeit ganz gemäß, in der die Bettelmönche eine sogroße Rolle in: Volksleben spielen — den fahrenden Schülern zu gute kamen und die-selben anlockten. In Breslau allein waren, wie Plater erzählt, zu Zeiten gegen tau-send Bachanten und Schützen, die „sich alle des Almuserrs ernährten". Die Schulhäuserwaren, wie Klöster, mit einer Menge von Zellen für diese wandernden Schulgesellenoersehen; die Städte gaben diesen Bewohnern sogar Brennholz als Benefiz (vergl.Schönborn, Beiträge zur Geschichte der Schule zu St. Maria Magdalena, Breslau1834, S. 21); solcher „Kämmerlein" oder „Habitatzen", wie sie bei Plater heißen,waren z. B. in der Schule zu St. Elisabeth in Breslau etliche hundert. Anderswowaren diese Wohnungen nicht im Schulgebäude, sondern bildeten eine Art Hospiz fürarme Schüler; während es aber in diesen an der allernöthigsten Reinlichkeit fehlte („inDresden", berichtet Plater, „war es auf der Schul in den Habitatzen voll Leus"; sinSchülerspital in Breslau sei alles voll „großer Läuse wie ziliger Hanfsamen" gewesen),so hatte man nicht vergessen, selbst für ärztliche Hülfe Vorkehr zu treffen (s. Franza. a. O. S. 44). Auch Privatleute nahmen aus Gutherzigkeit oder als eine Art Hof-meister diese fahrenden Schüler auf; so erzählt Zingg a. a. O. S. 248: „Also kamuh zu einem Bidermann, war aus einem Dorf in die Stadt (Menuningen) gezogen,dem füert ich zwei Knaben in Schuol, und bei dein blieb ich ein Jahr und lernt ihmdie Knaben." — Wie wenig aber studirt wurde, davon giebt uns Zingg eine Vor-stellung, der nach zehnjährigem Herumziehen in den Schulen zu Reisnitz, Biberach,Thingen, Balingen und Ulm nichts gelernt hatte, als das Schreiben; ebenso Plater,der nach neunjähriger Schulwanderung bekennt: „hätte es mir mein Leben gegolten,