M> Aiisilistiims. Aiiöbildmig.
fehlte^ihn: etwas darin: „Entzündet wurde ich von dieser Schrift, nur däinpfte dasmeine Glut, daß Christi Name nicht darin war; denn nach deiner Erbarmung hattemein junges Herz schon mit der Muttermilch den Namen meines Erlösers, deinesSohnes, eingesogen und werthgehalten, und auch das Gelehrteste, Ausgebildetste undwahr Gesprochene gewann mich nicht ganz, wenn jener Name ihn: fehlte" — eineStelle von großen: Gewicht, ein Bekenntnis, den: sich viele ähnliche von Männernanreihen könnten, die allen Negationen Preis gegeben, lediglich durch diese mit derMuttermilch eingesogene Liebe und Ehrfurcht gegen den Herrn, der: sie, auch wenn siefaetisch ihn verließen, dennoch in: Innersten des Herzens nicht entbehren konnten, vorden: geistigen Verkommen bewahrt und zun: Glauben zurückgeführt wurden.
Aus seiner späteren Thätigkeit haben wir nur noch eine Schrift zu erwähnen, diespeeiell katechetischen Inhalts ist: <io vatsobümmlis ruäibus; eine Schrift, womit ereinen: jüngeren Geistlichen auf dessen Bitte Anleitung zur Behandlung der Katechu-menen ertheilt. Obwohl diese nicht Kinder, sondern erwachsene Proselyten waren, soenthalten doch Augustins Rathschläge so viel Treffliches, daß heute noch, wer das Fachder Katechese sorgfältiger studiren will, an dieser Schrift nicht Vorbeigehen darf. Der Vehemalige Erzbischof Gruber vor: Salzburg hat diese Schrift als Grundlage zu katechetischen ffVorlesungen benützt (2. Ausl. Salzburg 1836). S. übrigens den Artikel Katechetik. -
Weniger bedeutend für die Geschichte der Pädagogik, obwohl wenigstens der Er-wähnung Werth, ist es, daß wir von ihn: eine eigene Schrift über die xrinoixin rdo- Itorloos, eine andere cku mnsivu besitzen. Mehr könnte es den: Zwecke der päd. Encykl. Wentsprechend scheinen, an die Einrichtung Augustins zu erinnern, die er als Bischof von IHippv traf, um seinen Klerus zu einen: klösterlichen Leben zu vereinigen, ein Beispiel, «das vielfach nachgeahmt wurde und allerdings auch als eine der geschichtlichen Wurzelnzu betrachten ist, aus welchen die Priesterseminare hervorgewachsen sind (vgl. darüberTheiner, Gcschichteder geistlichen Bildungsanstalten, S. 10—15). Allein da die Zög-linge dieses Instituts, wenn man sie überhaupt so nennen kann, bereits Männer warenund die Vorübungen derer, welche sich darin erst zun: geistlichen Berufe tüchtig machenoder vielmehr erproben sollten- lediglich in mönchischer Ascese bestanden, so beschranktsich die Wichtigkeit des Instituts auf seine kirchengeschichtliche Bedeutung als Gründungdes sogenannten kanonischen Lebens.*) Palmer.
Ausbildung (vb. ausbilden, und besonders reflexiv sich ausbilden) bedeutet alsethischer und pädagogischer tsrmiuus toolruious in: wesentlichen dasselbe, was dasStammwort Bildung, mit den: es oft auch ganz synonym gebraucht wird, daher hierdurchaus auf den betr. Artikel zu verweisen ist.
Das Specifische des Begriffs der Ausbildung aber gegenüber von dem derBildung oder die Schattirung, welche die Zusammensetzung zu dem Grundbegriff hin-zubringt, beruht nicht bloß auf dem, ohnehin nicht ganz constanten, Sprachgebrauch(wie denn in früherer Zeit nicht selten das Compositum gebraucht wurde, wo derneuere Sprachgebrauch mit dem Simplex sich begnügt); sondern sie ist auch etymolo-gisch begründet in der Vorsilbe „aus," welche hier wie in ähnlichen Zusammensetzungen(vgl. Grimms Wörterbuch u. d. Art. Aus, Ausbilden, Ausbildung) theils die Be-wegung von innen nach außen, das Hervorgehen der äußeren Erscheinung aus deininneren Wesen, der Actualität aus der Potenz bezeichnet, theils aber das Ende oderden Ausgang einer Bewegung, den Abschluß eines Processes, die Erreichung eines Zie-les oder einer Vollkommenheit. So ist Ausbildung theils — 'Herausbilden oder (neutral)Herauswachsen des im Kein: impiioits Enthaltenen, Entfaltung einer Anlage, Ent-wicklung einer Kraft; theils — Erreichung einer (relativ) vollkommenen Bildung, Ab-schluß eures Bildungsprocesses. Kürzer ausgedrückt: ausbilden heißt: a. sxooisro, d.xsrkivors. Und während Bildung „unterschiedlich activ und passiv gebraucht wird ----
*) Ausführlicheres s. in dem Aufsatz „Die pädagogische Bedeutung des Kirchenvaters Augustin»»'von Seminarrector Mindert in Nürtingen in Nene Blätter aus Süddeutschland IV ( 1875 ), 2 ,116-111