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1 (1876) A - Dänemark
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Aufsätze in der Volksschule.

Memvrirens, Lesens und Schreibens in einfachster Weise an. Was das Verfahren be-trifft, so ist von besonderer Wichtigkeit, daß der Stoff, über welchen die Schüler etwasniederschreiben sollen, in ganz kleine Abschnitte zerlegt und so mit ihnen durchgesprochenwerde. Der Inhalt jedes Abschnittchens ist in kurzen Sätzen zu fixiren, deren jedender Lehrer, nachdem er ihn mehrmals hat nachsprechen lassen, an die Wandtafel an-schreibt, so daß sich Sätzchen an Sätzchen reiht und die Schüler den ganzen kleinen.Aufsatz vor ihren Augen entstehen sehen. So lernen sie selbst in ähnlicher Weise ihreGedanken aneinander reihen, und die Nachahmung wird auch hier zur Grundlage derKunst. Mittlere Stufe: Steigerung der Forderung nach Seite des Stoffs:größere Erzählungen; Beschreibungen von Gegenständen, entweder auf derGrundlage logisch analysirter Lesestücke oder freier Betrachtung von lebendigen und imBilde geschauten Gegenständen, nach einer Ordnung feststehender Gesichtspuncte (Art,Gestalt, Theile, Stoff, Lebensweise, Nutzen, Schaden n. s. w., vgl. Otto, a. a. O.,S. 75). Rücksichtlich der Form nun auch Umwandlungen des Ausdrucks (Para-phrasen; Umformung der directen Rede in die indireete, und umgekehrt: Darstellungdes Stoffs in Gesprächsform). Darüber, ob die Umwandlung der poetischen in dieprosaische Form zuläßig sei, sind die Ansichten getheilt. Während man von der einenSeite solche Uebungen als einen Vandalismus bezeichnet, durch welchen poetische Kunst-werke jämmerlich verstümmelt und jedenfalls eine schöne Form durch eine minder schöneersetzt werde, wird von der anderen Seite geltend gemacht, daß die deutsche Sprachean Ausdrücken und Wendungen außerordentlich reich sei, so daß sich ein und derselbeInhalt gar wohl in verschiedene Formen gießen lasse. Wir möchten solche Uebungennicht grundsätzlich ausschließen, da sie dazu beitragen, die Gewandtheit der Darstellungzu fördern, sowohl was die richtige Wahl zwischen synonymen Ausdrücken, als was dieMannigfaltigkeit des Satzbaus betrifft; weshalb sie auch in den neueren Bearbeitungender Methodik des Aufsatzes meist eine Stelle finden (vgl. außer der oben citirtenSchrift von Rudolph namentlich Mensch, zweitausend Themen für den deutschen Aufsatz.Löwenberg 1873). Wir halten sie aber für zuläßig nur unter der zwiefachen Voraus-setzung, fürs erste, daß sie erst dann vorgenommen werden, wenn die Schüler schoneinen höheren Grad geistiger Reife und sprachlicher Gewandtheit erreicht haben, damitsic nicht meinen alle Gerechtigkeit erfüllt zu haben, wenn durch Wortumstcllungen u. dgl.der Rhythmus des Gedichts zerstört ist, sondern ihre Aufgabe darin finden, den Gegen-stand in ungebundener Rede dem Wesen der letzteren entsprechend darzustellen. Fürsandere dürfen solche Uebungen nie an Gedichten vorgenommen werden, welche sich durchlyrischen Schwung auszeichnen, vielmehr an Gedichten erzählender Art, also an Fabeln,Romanzen u. dgl. So werden z. B. die Uhland'schen Gedichte von Eberhard demGreiner in den Augen der Kinder sicherlich nichts verlieren, wenn ihnen zugemuthetwird, den Inhalt derselben in Form einer Erzählung wiederzugeben. ObereStufe: Zum Früheren nun auch Beschreibungen aus dein innern Leben. EinfacheLebensbeschreibungen und Charakterzeichnungen (Bilder aus der Bibel und der Welt-geschichte) und Behandlungen einfacher Wahrheiten als Resultate kennen gelernter That-sachen; Erörterung über Nutzen und Schaden der Gegenstände und Erscheinungen; sitt-liche Urtheile über Personen und Begründung derselben; einfache Sinnerklärung vonSprüchwörtern mit Hinweisung auf die entsprechenden Lebenserfahrungen. Betreffenddie mehr schulmäßige Art der Uebungen steht dem denkenden und thätigen Lehrer einegroße Mannigfaltigkeit derselben zu Gebot, je nachdem er die Kraft des Schülers mehroder minder in Anspruch nehmen kann und will. Freiere Umbildungen mit wech-selnder Form und verändertem Plan (z. B. Verwandlung einer Beschreibung in eineErzählung: wenn die Natur und die Thätigkeit der Biene beschrieben worden ist swürtt.Lesebuch Nr. 25j, Erzählung des Schwärmens in der Form eines eigenen Erlebnisses;Umgestaltung des Stoffs nach veränderter Disposition und Gedankenfolge, Rückführungconcreter Stoffe ans allgemeine Wahrheiten, z. B. der Fabel überden alten Löwen"von Lessing), Rückbildungen des gegebenen Stoffes (Auszüge, Verkürzungen, Dis-

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