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1 (1876) A - Dänemark
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Aufsätze in der Volksschule.

hinzu und rühmt jdas als Aufsatzübungen, so ist des Unverständigen und Lächerlichennur noch mehr gcthan" (Crüger a. a. O., S. 12). Ebenso wenig aber wird dieFertigkeit, von der die Rede ist, dadurch erzeugt, daß man, ohne irgend welche Vor-übungen der Kraft, in den letzten Jahren das Niederschreiben von Gedanken über einenStoff ohne weiteres eben in Anspruch nimmt und damit bequem größere unangenehme Mühevon den Schultern des Lehrers auf die Schüler abzuladen sucht. Dieser Unmethodesteht als eben so verwerflich die Uebermethode gegenüber, welche die Sache durch Theorie,durch Belehrungen über Form, Gesetze, Ordnung der Darstellung fördern will, anstattthatsächlich in die Uebungen selbst einzuführen. Am allerschlimmsten haben jedoch längereZeit die falschen Anschauungen über die Methode des deutschen Sprachunterrichts unddie Bedeutung des grammatischen Unterrichts für die Bestrebungen auf dein Gebieteder schriftlichen Darstellung gewirkt. Man wähnte die sprachliche Fertigkeit dadurch be-deutend zu fördern, daß inan auf den untern Stufen des Unterrichts sein Augenmerkhauptsächlich richtete auf die Lösung von Aufgaben, die inehr oder minder formell nachbestimmten grammatischen Rücksichten gewählt waren. Sind solche Uebungen, wie sienamentlich Stern in seinen Schullesebüchern sehr in den Vordergrund stellt (z. B.Aufsuchung von Hauptwörtern, Verbindung von Zeitwörtern und Hauptwörtern in vvr-geschriebenen Fällen, Verwandlungen der Zeitformen, Satzumkehrungen u. s. w.), fürEinübung des richtigen Verständnisses von grammatischen und syntaktischen Formen auchvon Werth, so engen sie doch für die schriftliche Darstellung den Schüler in viel zugespannte Formen ein und erzielen, einseitig betrieben, nur gar nicht das gewünschteResultat, indem die Gedankenentwicklung und die Erzielung des Muths, derGewandtheit und Sicherheit für den schriftlichen Ausdruck auf der Grundlage des an-gewachsenen Sprachgefühls nothwendig zu kurz kommt.

Die richtigen methodischen Grundlagen sind vielmehr im allgemeinenfolgende: 1) Sv gewiß jeder äußere Ausdruck ein entsprechendes Innere voraus-setzt, so muß ein tüchtiger Unterricht die Kraft der schriftlichen Darstellung vor allemdurch Anregung des Geistes, Erzeugung einer Denklust und frischer bewußter Anschauungder äußern und innern Welt begründen. Man vergewissere sich sodann vor jeder For-derung einer bestimmten schriftlichen Darstellung davon, daß der wesentliche Gedankenstossvorhanden sei. Ist dies nicht der Fall, so müßten die Aufsatzübungen entweder zueinen: unerträglichen Kreuz für Lehrer und Schüler werden, welches die letzteren immerwieder in Versuchung führen würde, sich nach unerlaubter Hülfe umzusehen, oder einEilen vom inhaltsleeren und farblosen Gedanken in das Wort, d. h. ein Breitschlagendes Gedankens in hohlen Reden mit sich führen. (Widrige Erscheinungen, namentlichin Mädchenschulen.) Damit diese Uebelstände vermieden werden, knüpfe man einmal soviel als möglich an wirklich Geschautes, Erlebtes, oder an, sei cs reale, sei es idealeLebensbilder in begrenzten Rahmen an. (Sprachliche Darstellungen auf der Grund-lage der Schreiber'schen Gruppenbilder und der biblischen Bilder von Julius Schnorr.)Die einfache Beschreibung des hier Gesehenen wird gesteigert durch das Eingehen ausdas Innere des Bildes, den Zusammenhang der Erscheinungen, den Verlauf derselben,die Beweggründe, Stimmungen der Personen, die sich in Gefühl, Haltung u. s. w.ausprägcn. Sodann halte man die schriftliche Darstellung in lebendiger organischerVerbindung, wie mit den: ganzen übrigen Unterricht, so insbesondere mit dem Lesestoffim geistlichen und weltlichen Volkslesebuch. Es wird damit der doppelte Vortheil er-reicht, daß der Schüler Stoff und mustergültige Formen für gebundene oder freieNachahmung zugleich empfängt. Auch wird dadurch die Möglichkeit zu einer großcuVermannigfaltigung der Ausgaben gegeben (vgl. Otto), wie auf der andern Seite da-durch nun auch die schriftliche llebung als Mittel zur Verarbeitung des nnterrichtlicl,Behandelten und zur Controlirung derselben in den Unterrichtsorganismus sich einfiigt.2t Was sodann die schriftliche Darstellung selbst betrifft, so muß sie unter-stützt werden durch fortgehende Uebungen in der mündlichen Darstellung und stetesHalten aus einen frischen, treffenden, fließenden Ausdruck; sodann durch energische Ein-