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Aufsätze in der Volksschule. »
schehenes, Bestehendes, ebendamit vorherrschend an Erzählung und Beschreibung halten, s
welche Linie schon die Form der „Schilderung" überschreitet. Damit ist allerdings der .
Kreis der zu behandelnden Gegenstände nicht — unverständigerwcise — auf bloß 1sinnliche Stoffe zu beschränken, sondern so gewiß das Element des Volks die ganze swirkliche, lebensvolle, vom zersetzenden Denken nicht gespaltene Welt, mit allein i
Irdischen und Himmlischen, Körperlichem und Geistigem, Menschlichem und Göttlichem !
ist, so hat auch die innere Welt ihren Inhalt für die schriftlichen Hebungen zu bieten. !
Aber auch aus dieser kann der Stoff nur in der Form gegenständlicher und thatsäch- s
licher, sei es nun rein concretcr oder das Concrcte znsammenfassender, eigener oder frem-der Lebenserfahrungen, zur Anwendung kommen. Wie vortrefflich ebenhiezu die heiligeGeschichte als gegenständliche Geschichte des menschlichen Herzens und Treibens taugtund dem Volksschullehrer einen unerschöpflichen und unübertrefflichen Schatz für dieZwecke der Volksschule darbietct, darf nur angedeutet werden. Daneben wird für ge-förderte Schüler die einfache Auslegung der Sprüchwörter, welche die Weisheit des ,Volkes auf der Gasse geschaffen hat, und ihre einfache Belegung mit thatsächlichen Bei-spielen eine vorzügliche Stelle einnchmcn. (Sehr zu empfehlen für diesen Zweck: Härlin,Sprüchwort und Gotteswort. Deutsche Sprüchwörter mit Bibelsprüchen und kurzen
Erklärungen oder Erzählungen. Stuttgart 1851.) Damit ist bereits auch das andereausgesprochen, was bei der Wahl des Stoffs ins Auge zu fassen ist, nämlich, daß erin das Leben des Kindes einzugrcifen habe, daß er aus den Lebensintercssen desselben ientnommen und dieselben irgendwie zu fördern geeignet sein müße. Denn wenn die :Kinder überhaupt nichts gut thun, als was sie gerne thun, so werden insbesondere !ihre schriftlichen Arbeiten nur dann befriedigend ausfallen, wenn sie sich von dem Ge-genstände derselben angesprochen fühlen. Das Leben und Interesse des Kindes aber be- !wegt sich vorherrschend in den Sphären der Schule, des Hauses, der Kirche, der Na-tur, während cs von den Bewegungen des öffentlichen Lebens nur insoweit berührt !werden soll, als es sich bei denselben um Acußerungen der allgemeinen Vaterlands-liebe, keineswegs aber sofern es sich um bestimmte politische Parteifragen handelt.Unter diesen Gebieten aber ist die Schule das dem Kinde zugänglichste, insofern alles,was in ihr vorkommt, ausdrücklich auf die kindliche Fassungskraft berechnet ist. Daherwird der Stoff für die Aufsätze zunächst der Schule zu entnehmen sein. Unter denGegenständen aber, mit welchen sich die Schule beschäftigt, bietet sich als Ansgangs-punct für die schriftlichen Arbeiten in erster Linie das Lesebuch dar, einerseits wegender reichen Mannigfaltigkeit seines Inhalts und weil anzunehmen ist, daß die von ihmdargebotcnen Lesestücke nach Form und Inhalt für die Schüler nicht nur verständlich,sondern auch ansprechend sein; andererseits namentlich darum, weil es den Stoff schon insixirter schriftlicher Darstellung bietet, so daß den Schülern für ihre eigene Arbeit nichtnur die Gedanken, sondern auch die sprachliche Form für diese Gedanken dargereichtwird. Dasselbe gilt von dem religiösen Lesebuch, der „biblischen Geschichte". Alleinwenn sich neucstens immer mehr Stimmen vernehmein lassen, welche die Anlehnung desgesammten Unterrichts an das Lesebuch mit guten Gründen bekämpfen und für dieeinzelnen sprachlichen sowohl als realistischen Fächer eine selbständigere Stellung und ge-sonderte Behandlung fordern (vgl. die obenangeführte Abhandlung von Hory), so wärees verkehrt, den Aufsatz an das Lesebuch zu binden. Die Stoffe desselben werden viel-mehr aus allen Gebieten des Unterrichts genommen werden können. Was aus Ge-schichte, Naturkunde, Geographie u. s. w. in der Schule behandelt worden ist, wirdThemata zu schriftlichen Arbeiten der Schüler liefern. Der Lehrer hat dieselben aberso zu wählen, daß er den Schülern nicht nur Gelegenheit giebt zu zeigen, was sic sichvon dem Unterrichte gemerkt haben, also nicht etwa eine Aufzählung von Namen oderJahreszahlen verlangt, sondern dem Gegenstand irgend eine für das Kind interessanteSeite abgewinnt.
Bildet aber der Schulunterricht auch den Ausgangspunct für die Aufsatzübungen,so darf nicht vergessen werden, daß der Zweck derselben ist, die Schüler zum schrift-