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1 (1876) A - Dänemark
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Aufsätze in der Volksschule.

nagel im -1. Theil. seines bekannten Lesebuchs. Vgl. auch die nüchterne Auffassungin Gräfe, Volksschule. 2. A. 185«. II. S. 526. Ein kräftiger Anstoß wurde derThätigkcit auf diesem Felde durch das allmählig in immer weiteren Kreisen als Lehr-mittel in die Volksschule eingeführte Lesebuch gegeben.Anlehnung an das Lesebuch"wurde das Losungswort für den Sprachunterricht überhaupt und für die Aufsatzübungcninsbesondere; und man erwartete von dieser Methode für die Fertigkeit iyr schriftliche»Gedankenausdruck keine geringeren Früchte, als man sie in einer früheren Periode vomeifrigen Treiben der Sprachdcnklchre gehofft hatte. Es wäre auch unrecht, wenn manleugnen wollte, daß die Einführung des Lesebuchs einen beachtenswerthen Fortschritt inder methodischen Entwicklung unseres Gegenstandes bezeichnet. Mit ihm war die Unter-lage für die Hebungen in der schriftlichen Darstellung gewonnen und die Betreibungdieses Unterrichts in gcistbildender Vielseitigkeit wesentlich erleichtert, was wir, wie auchheute noch anerkannt werden muß, u. a. namentlich den tüchtigen Bestrebungen einesFr. Otto und Kellner (vgl. Otto, Anleitung, das Lesebuch als Grundlage undMittclpunct eines bildenden Unterrichts in der Muttersprache zu behandeln. 5. A. Erfurt.Körner 1857. Aus den Kellner'schen Schriften heben wir hervor: Deutsche Sprech-stunden, enthaltend Beiträge zum sprachlichen Unterricht in den Mittel- und Obcrab-theilungcn gehobener Volksschulen. 3. Ausl, und: Materialien für den Unterricht immündlichen und schriftlichen Gedankenausdrnck. 7. Ausl. Altenburg. Picrer. 1872) ver-danken. Freilich aber haben sich die hoch gespannten Erwartungen, welche mancheSchulmänner von der an das Lesebuch sichanlehnendcn" Methode des Sprachunter-richts wie für die gestimmte sprachliche Bildung der Volksschülcr, so namentlich auchfür ihre Fertigkeit im schriftlichen Gedankenausdruck hegten, nur in sehr bescheidenemMaße erfüllt, und kein besonnener Kenner der Volksschule kann sich verbergen, daß die-selbe trotz des durch Einführung des Lesebuchs gemachten Fortschrittes sich in Beziehungans die stilistischen Leistungen ihrer Schüler auf sehr mäßige Forderungen wird zu be-schränken haben.

So gehen denn auch die neuesten Schulordnungen über dasjenige nicht hinaus,was in Beziehung auf schriftlichen Gedankenausdruck, wie wir oben sahen, schon in>Jahr 1810 gefordert wurde, ja es macht sich in denselben eher das Bestreben bemerklich,die Anforderungen enger zu begrenzen. Daher ist jetzt nicht mehr von: schriftlichenAusdruck der Gedanken überhaupt die Rede, sondern von der Wiedergabe eines bestimm-ten) den Schülern gegebenen Stoffes. So bezeichnet derNormallehrplan für diewürttembergischen Volksschulen" vom Jahre 1870 in tz 10 Zweck und Ziel der Auf-satzübungen mit den Worten:Die Schüler sind dahin zu bringen, daß sie das, wassie gelernt haben, in guter Gedankenordnung und sprachrichtig niederschreiben können.'Und die preußischenAllgemeinen Bestimmungen" vom 15. Oct. 1872 beschränken, sohoch sonst ihre Forderungen gehen, in Beziehung auf den schriftlichen Ausdruck derGedanken die Aufgabe der einfachen Volksschule noch mehr. Während sic nämlich vonden Hebungen im mündlichen Ausdruck verlangen, daß durch dieselben die Schillerzur freien und richtigen Wiedergabe fremder Stoffe, wie zur Ordnung und klare».Darstellung der eigenen Gedanken befähigt werden; so thun sie der Aufsätze oder schrift-lichen Stilübungcn gar keine Erwähnung, sondern stellen nur unter der Aufschrift:derUnterricht im Schreiben und Lesen" als das auf der Oberstufe zn erreichende Ziel fest,daß die Schüler auch größere Sprachstücke richtig wiedergeben können." Nur fürdie Mittelschule, und zwar von der vierten Classe (zweite Abthcilung nach derZählung des württ. Normallehrplans) an sind Aufsatzübnngen vorgeschrieben, für welcheaber auch in der obersten Classe noch die Thematanur Gebieten entnommen werde»sollen, welche den Schülern aus dem Unterrichte, aus der Lectüre oder ans dem Lebenhinlänglich bekannt sind."

Gehen wir näher auf die Sache selbst ein, so kann vor allem darin, daß die Volks-schule sich ihrer Aufgabe nach dieser Seite des Unterrichts hin mehr als früher bewußtgeworden ist, im allgemeinen nur eine wesentliche und wichtige Vervollständigung der