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1 (1876) A - Dänemark
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Adeliche Erziehung.

den Genuß des Sacraments; den Ritterschlag ertheilte ihm ein vollkommener Ritterunter verschiedenen Ceremvnien, häufig an: Altäre in der Kirche, oder an großen Hof-festen vor dem Throne, auch auf dein Schlachtfelde.

Da die Frauen auf die Haltung des Ritterstandcs einen so großen Einfluß übten,so ist zu erwarten, daß auch auf ihre Erziehung besondere Aufmerksamkeit sich richtenmußte. Zn der That finden wir, daß auch sie häufig noch in den Kinderjahrcn ausdem Hause gegeben und an die Höfe der Lehensherrcn gebracht wurden, um ritterlichesLeben und den Hofbranch zu erlernen. Sie hatten Dienste, wie die Pagen, im Gefolgeder Herrin, sie credenzten den Wein u. s. f., aber zugleich lag ihnen die Herstellungweiblicher Arbeiten für die Bedürfnisse der Hofhaltung ob und darin unterwiesen dieältern die jünger::. Blieben aber die Fräulein im eigenen Hanse, so wurden sie zuähnlichem Dienst für dieses erzogen, lebten übrigens größtentheils in einen: abgeson-derte:: Theile der Burg und sahen seltener Männer: wie denn auch die Hoffräuleineben nicht, wie man sich vorgestellt hat, vorzugsweise in der Gesellschaft der ritterlichenHerren und Knaben sich anfhielten. In beiderlei Weise aber wurde der Adelsgeistkräftig geweckt und gepflegt. Dieser Geist vermag in der That noch heute um echtadeliche Fräulein und Frauen einen eigenthümlichcn Zauber zu weben, durch den auchdie anspruchloseste Erscheinung holden Dienst und Hingebung wie ein natürlich Rechtin Anspruch nimmt.

Die schöne Welt der adelichen Ritterschaft, welche indessen in ihrer idealen Schönheitkeineswegs allgenrein zur Erscheinung kam, trug auch Kenne ihres Verfalls in sich.Allerdings waren die Adelichen die Ersten der Nation gewesen, in ihnen und in dengelehrten Klerikern hatte sich die Blüte des Nationalgeistes entfaltet. Aber die Gefahrender Eitelkeit, des Spiclens mit der Etiquette, des Misbrauchs der Gewalt, des sichVerlierend in sinnlichen Richtungen, und ungeistliches Wesen aller Art bereiteten die Ver-änderung vor, welche die neuen Zeiten brachten.' Der Stand sank vor den neuenMächten, er überlebte aber das Mittelalter, mit welchen: nur das Ritterwesen unter-gieng: der „letzte Ritter" starb in: I6ten Jahrhundert, der Adel aber bestand, undvon jetzt an hatte er um sein Bestehen zu kämpfen. Vor den Kanonen und Flintenbestanden Panzer und Schwert nicht, die stolzen, bunten, aber selbstbewußten und eigen-willigen Vasallenschaaren wurden durch die Soldtruppen und die stehenden Heere ver-drängt, dessen Offiziere wohl noch Adliche waren, aber in strenger Subordination. Anden Höfen ward noch der Adel versammelt und wandelte da mit Lust auf Wegen, dieihn den: Verderben zuführten. Die ritterliche Schule hat den: Pagencorps und derfürstlichen Militärschule weichen mäßen. In Beziehung auf die Aeinter und Würdenmachte ein anderer Stand, die Studirten, eine bedeutende Cvncurrenz, welcher jetztallmählich eine öffentliche Erziehung hatte, die manche Analogie mit der ritterlichendarbietet, die Schul- und Universitätserziehung.

Es ist interessant zu sehen, daß für den Adel von jetzt an die Corporationserziehungaußer dem Hause verschwand und die Privaterziehung durch Hofmeister die Oberhandgewann: so wie ferner, daß jetzt, in: Zeitalter des Helden von der Feder, auch eineLiteratur über die adeliche Erziehung anfängt. Wir vermögen dieselbe keineswegsauch nur einigermaßen vollständig zu geben, alleinan einer absichtlich auf Gerathewohlheransgegriffenen Reihe von Schriften läßt sich die Geistesrichtung in angemessenerWeise verfolgen.

Von den: älteren Ustrus kanlns Vsi-Asrins existirt Ds nobilinm xusrornurbäuoations UbsUus gruvlssiiulls , welches der jüngere Vsi-Asrius 1560 herausgab, miteiner kurzen Vorrede. Daß der Cardinal Ustrus llsiubns ein empfehlendes Testimoniumdazu schrieb, welches mit abgedruckt ist, läßt auf die Art des Buches schließen. Es istin schönen: Latein und vollständig in: Geiste jenes elastischen Heidenthums geschrieben,welches in Italien mitten in der Kirche wieder erwacht war, eine rhetorische Diatribevoll elastischer Beispiele für den xusr nobilis — „gunlsn: llsrouloiu aoosxiinus,"und voll ciceronianischer Geineinplätze, aber in: Grunde ohne lebendige Beziehungen,