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1 (1876) A - Dänemark
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Adcliche Erziehung.

zu überweisen gewohnt sind. Den Herren kleiden und waffnen, den Tisch besorgen undvorschneiden, die Aufsicht über Küche und Keller führen, der Jagd warnehmen, Botenreiten u. s. w. waren Knappendienste, wobei ihnen die Edelknaben zur Hand giengen;eigentlich schwere, degradirende Arbeit aber ward von gemeinen Knechten verrichtet.An größeren Hofhaltungen standen sie unter besonder» Amtleuten, welche das ganzeHauswesen eines fürstlichen Herrn verwalteten und selbst Ritter waren, dem Kämerer,Marschalk, Truchseß, Schenk. Indem der Edelknecht dienend mit den Rittern umgieng,lernte er die Rittersitte; er empficng die fremden Gäste, nahm ihnen die Pferde ab,sorgte für ihre Bedürfnisse und machte die Honneurs, schweigend schnitt er bei Tafelvor und versorgte die Essenden, dabei hörte er aufmerksam die Gespräche der adelichenRitter und lebte sich in den Stand, die Standessitte und Ehre hinein. Schön, feinund höfisch reden zu lernen, mit Freimuth und Anstand zu antworten, und mit Ge-wandtheit und Anmuth zu Zeiten die Gäste zu unterhalten, welche sie bedienten, wareine der Aufgaben, welche sie sich in dieser Schule des Lebens aneigneten. Die nobleKunst der Galanterie und die Kunst der ritterlichen Dichtung gehörte bald je nach Ortund Art mit dazu: die monostrsls waren ja ministsriulss, adeliche Hofdiener. Estrat eine Zeit ein, wie die unsrige, wo man von jeden: gut erzogenen Menschen fordert,daß er seine Gefühle und Gedanken in kunstgerechter Form anssprechen könne. Guterzogen wurden aber eben vorzugsweise — die Adelichen.

Namentlich aber waren für die Edelknechte die Uebungen in. den Waffen und imKriegshandwerk eine Hauptsache. Das Führen der Waffen und des Pferdes war zureigentlichen Kunst, die Leistungen darin zu einen: Kunstwerk geworden. Die Stelle,welche das Turnier in: Adelsleben allmählich erhalten hatte, wirkte mächtig. Der weitereSchritt ergab sich leicht, daß man, außer wo im einzelnen Falle die Leidenschaft über-wog, weniger focht um eines Resultates willen, als wegen der Kunst. Man verschmähtedas Resultat, wenn man zu dessen Erlangung die Waffen hätte brauchen müßen ineiner Weise, welche für unwürdig galt. Es bildete sich eine Waffenetiquette aus, einGrundgesetz, nur mit solchen zu fechten, bei denen gleiche Rittergesinnung und Kunst-mäßigkeit vorausgesetzt wurde, also nur mit ritterlich gebornen und erzogenen; auf Vor-theile zu resigniren, welche der bloße Zufall gewährte, sich aller Feindschaft zu begeben,sobald der Sieg in der Kunst erwiesen war, kurz eine edle Haltung, die inan heutenoch als die einen ritterlichen Kampf auszeichnende betrachtet. Dieser schöne Zug imeuropäischen Adelswesen ist von hoher sittlicher Bedeutung.

Welche anstrengenden Uebungen in jener ritterlichen Kunst der Waffen die urmigsridurchzumachen hatten, ist unserer Zeit fast unglaublich. Man sieht es unter andern inder Lebensbeschreibung des jungen Ritters Louoiouuk bei Du Onrus äs Luints-I'ulu^s.Biele der Uebungen zeigen eine systematische Betreibung der Muskelstärkung und dieLeistungen gleichen vollkommen denen der Kunstreiter und Voltigeurs unserer Tage undübertreffen die der gewöhnlichen Turner in jeder Beziehung, indem sie doch zugleichweniger pedantisch und jedenfalls eleganter sind. Solche Uebungen nahmen, wie mansieht, namentlich die Zeit und Kraft der älter:: Knappen in Anspruch. Der jungeHerr von Uonoiouut that fast nichts anderes, msms quunt (so) u sstuik UN logis,s'sssuzmit uvso Iss uutrss son^snrs u jstsr 1u lunos ou uutrss sssuis cts Ausrrs, nsju ns osssuik. Sie begleiteten die Herren in Fehden, fochten aber in der Regel nichtselbst mit in den kunstmäßigen Kämpfen der Herren, sondern waren Waffenträger, be-sorgten die Pferde und waren in: Kampfe selbst eine Art von Secundanten der Ritter,da sie sich streng in den Grenzen der Defensive halten sollten.

Endlich, nicht vor dem 21ten Lebensjahre, bereitete sich der Edelknappe vor zumEintritt in den Stand der Ritter. Dieser erschien allmählich als ein Bund von Aus-erlesenen, die streng den Forderungen der Kirche, der Lehenstreue und der Wasfen-etiquette gemäß leben wollten und in dieser Hinsicht als geprüft erschienen. Die Auf-nahme unter diese Auserlesenen erschien wie eine Heiligung des Einzelnen: er bereitetesich vor durch Fasten, durch Nächte in: Gebet zugebracht, durch Buße und Beichte und